"Damit haben wir ein Problem"

Das beste Merkmal eines legitimierten Hinz&Kunzt-Verkäufers ist der Ausweis. Torsten Kampf trägt seinen immer gut sichtbar an der Kleidung
  • Das beste Merkmal eines legitimierten Hinz&Kunzt-Verkäufers ist der Ausweis. Torsten Kampf trägt seinen immer gut sichtbar an der Kleidung
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„Wir haben damit schon ein Problem, denn der Käufer kann nicht unbedingt unterscheiden, wer zu den ,echten' Verkäufern gehört“, erläutert Hagen. Dieses Phänomen, wie er es nennt, habe sich seit gut eineinhalb Jahren verschärft, in Hamburg und im Umland.

Dabei gehe es sowohl um jene Verkäufer, die tatsächlich nicht legitimiert sind, als auch um solche, die sich nicht regelkonform verhielten. Hagen: „Das Straßenmagazin wurde vor 24 Jahren gegründet, um eine Alternative zum Betteln anzubieten. Es ermöglicht, in menschenwürdiger Weise etwas zu verdienen. Offensiver Verkauf und Betteln ist deutlich nicht erwünscht.“ Vor allem wolle das Straßenmagazin keine „Visitenkarte zum Betteln“ sein, wozu es teilweise benutzt werde.

„Wir unterstützen unsere Verkäufer nach Kräften, wollen aber auch, dass sie sich an die Richtlinien halten und das Projekt schützen“, erklärt der Vertriebsleiter. Das deutlichste und sicherste Erkennungsmerkmal sei der Ausweis: Dieser müsse vom Verkäufer jederzeit gut sichtbar getragen werden. Außerdem werde jedem Verkäufer ein fester Platz angeboten. Auch für die Kunden sei das ein zuverlässiger Faktor, wenn ein Magazin-Verkäufer immer an der gleichen Stelle stehe. So könne man gleichzeitig eine ausreichende Distanz zum nächsten Verkäufer sichern, denn: „Geschützte Plätze sind wichtig!“

Einen solchen Platz hat Hinz&Kunzt-Verkäufer Torsten Kampf. Seit mehr als sieben Jahren steht er im Marktkaufcenter in Buxtehude. Erfahrungen mit nicht legitimierten Verkäufern hat auch er gemacht. „Ich habe schon Leute weggejagt, die das Magazin hier auch anbieten wollten“, erzählt er. Wie sich „getarnte“ Verkäufer gebären, habe er schon von seinen Kunden gehört. Kampf: „Die halten den Leuten das Magazin vor das Gesicht und rufen: Kaufen! Geld! Spende!“, ärgert er sich. „Das geht in meinen Augen gar nicht.“

Trotz der unerfreulichen Situation warnt Christian Hagen davor, diese Menschen zu kriminalisieren. „Sie als Betrüger darzustellen, damit fühlen wir uns nicht wohl“, sagt er. „Auch wenn wir durch sie ein Problem haben, sind das dennoch Menschen, denen die Alternativen fehlen.“

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