Unterschriften gefälscht: Vodafone-Mitarbeiterinnen haben Kunden betrogen - Unternehmen bittet um Entschuldigung

Screenshot der Vodafone Homepage: Statt Handyspaß hatten mindestens sieben Kunden eines Buxtehuder Vodafone-Shops in der Altstadt Ärger durch Betrügereien
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  • Screenshot der Vodafone Homepage: Statt Handyspaß hatten mindestens sieben Kunden eines Buxtehuder Vodafone-Shops in der Altstadt Ärger durch Betrügereien
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Konzern räumt Betrug durch Ex-Mitarbeiter ein

tk. Buxtehude. Wieso konnten diese Dinge, trotz interner Kontrollen des Mobilfunkgiganten Vodafone, überhaupt passieren? Das WOCHENBLATT hatte über Ulrich Peters berichtet. Statt der gewünschten Vertragsverlängerung hatte er gleich - und das ungewollt - drei neue Handy-Verträge abgeschlossen. Inzwischen sind der Redaktion sieben ähnliche Fälle bekannt. Unsere Recherche deckte auf: Eine Ex-Mitarbeiterin (29) aus dem Vodafone-Shop in der Buxtehuder Altstadt hat offenbar systematisch Unterschriften gefälscht und dadurch Kunden betrogen.

Die vom WOCHENBLATT angestoßene Recherche hat auch bei Vodafone und der Partneragentur in Buxtehude zu einer gründlichen Überprüfung geführt. Ergebnis: Die 29-Jährige soll eine Komplizin gehabt haben. Die wurde am Donnerstag fristlos entlassen. "Es waren also zwei betrügerisch unterwegs", so der Unternehmenssprecher Volker Petendorf.

Das Treiben der 29-Jährigen ist schon jetzt ein Fall für die Ermittlungsbehörden: "Vier Fälle werden von der Polizei in Buxtehude derzeit bearbeitet. Zwei sind ermittelt, zwei in Bearbeitung", so Polizeisprecher Rainer Bohmbach. In allen Fällen geht es um Urkundenfälschung und Betrug.

Anfang Dezember hat die Staatsanwaltschaft Stade zudem einen Strafbefehl über 30 Tagessätze zu 50 Euro beantragt. Der Grund: Urkundenfälschung und Betrug. Im März 2015 soll die 29-Jährige mit einer gefälschten Unterschrift einem Kunden zu zwei neuen Verträgen "verholfen" haben. Das Amtsgericht Buxtehude hat den Strafbefehl vor Kurzem erlassen. Er wird der Ex-Vodafone-Mitarbeiterin in den kommenden Tagen zugestellt. Zwei Wochen hat sie dann Zeit, um Einspruch einzulegen oder das Urteil zu akzeptieren. Übrigens nicht der erste Strafbefehl wegen solcher Delikte: 2013 kassierte sie nach WOCHENBLATT-Informationen einen Strafbefehl vom Amtsgericht Hamburg-Harburg über 750 Euro.

Vodafone-Sprecher Volker Petendorf räumt ein: "Leider gab es in Buxtehude eine Handvoll Fälle, bei denen zwei Mitarbeiter Neuverträge auf Kundenkonten gebucht haben, die von den Kunden nicht gewollt waren. Bei den ungewollten Verträgen wurden auch Unterschriften gefälscht."
Laut Vodafone-Sprecher Petendorf habe man mit den betroffenen Kunden eine einvernehmliche Lösung gefunden. Verträge seien storniert und Gutschriften erstellt worden. "Wir bitten um Entschuldigung", sagt Petendorf.
Der Vodafone-Shop in Buxtehude gehöre einem Franchise-Nehmer, der in Norddeutschland 15 Partneragenturen mit 70 Mitarbeitern betreibe. Die Qualität der Franchisepartner werde durch Beschwerdemanagement und stichprobenartige Kundennachfragen überprüft. "Die Agentur in Buxtehude arbeitet auf einem hohen Beratungsniveau", sagt Petendorf.
Rätselhaft erscheint die Motivation der beiden Ex-Angestellten zu den Betrugstaten. Laut Vodafone haben sie pro gefälschtem Vertrag nur eine Provision von 5 bis 13 Euro brutto ergaunert.

Wie es strafrechtlich mit der 29-Jährigen - und möglicherweise auch deren Komplizin weitergeht - , ist nach Aussagen von Oberstaatsanwalt Kai Thomas Breas derzeit noch offen. Vier Ermittlungsverfahren sind bei der Polizei noch anhängig. Die können, müssen aber nicht, zu einem Prozess vor dem Strafrichter führen. Das liege im Ermessen des Sachbearbeiters bei der Staatsanwaltschaft.

• Weitere Geschädigte der Betrügereien der Ex-Vodafone-Mitarbeiterinnen aus Buxtehude, die noch keine Anzeige erstattet haben, sollen sich ans Polizeikommissariat Buxtehude wenden (Tel. 04161 - 647115).

Screenshot der Vodafone Homepage: Statt Handyspaß hatten mindestens sieben Kunden eines Buxtehuder Vodafone-Shops in der Altstadt Ärger durch Betrügereien
Durch Ulrich Peters kam der Fall ins Rollen: Seine Unterschriften wurden gefälscht
Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

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