Busverkehr sorgt für Diskussion
Buxtehuder Verkehrsversuch in der Bahnhofstraße soll starten
- Die Bahnhofstraße soll für den Pkw-Verkehr stadteinwärts zur Einbahnstraße umfunktioniert werden
- hochgeladen von Nicola Dultz
Verkehrsversuch in Buxtehuder Bahnhofstraße findet Mehrheit im Ausschuss – Busverkehr sorgt für Diskussion
Die Bahnhofstraße in der Buxtehuder Innenstadt soll fahrrad- und fußgängerfreundlicher werden. Doch auch nach einem Jahr langer Planung sorgt der Verkehrsversuch für kontroverse Diskussionen, vor allem nachdem jetzt In einer gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Sicherheit, Ordnung und Feuerschutz sowie des Ausschusses für Bau- und Grundstücksmanagement ein Verkehrsplaner des Verkehrsverbund Nordost-Niedersachsen (VNO) zu dem Thema gehört wurde. Am Ende der Diskussion stimmten die Mitglieder jedoch mehrheitlich dafür, den Versuch umzusetzen.
Die Idee: Autos dürfen künftig nur noch stadteinwärts von Süden nach Norden fahren. Radfahrer und Linienbusse sollen die Straße weiterhin in beide Richtungen nutzen können.
Ziel: Mehr Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger
Mit dem Verkehrsversuch möchte die Stadt vor allem den Radverkehr stärken und die Gehwege entlasten. Radfahrer sollen stärker auf der Fahrbahn unterwegs sein, während Fußgänger wieder mehr Platz auf den Gehwegen erhalten.
Die Verwaltung betont, dass der Versuch zunächst ohne bauliche Veränderungen umgesetzt werden soll. Stattdessen sollen während der Testphase Verkehrszählungen und Beobachtungen durch ein Ingenieurbüro erfolgen.
Die Kosten für den Verkehrsversuch werden auf rund 220.000 Euro geschätzt.
Busverkehr im Fokus der Diskussion
Ein zentraler Punkt der Diskussion war die Auswirkung auf den öffentlichen Nahverkehr.
In einer Präsentation stellte Verkehrsplaner Kevin von Wissel vom Verkehrsverbund Nordost-Niedersachsen (VNO), dar, welche Folgen eine andere Verkehrsführung für den Busverkehr haben könnte. Demnach würde eine Einbahnstraßenregelung auch für Busse erhebliche Einschränkungen bedeuten. Nach Berechnungen des Verkehrsverbundes könnten bis zu 75 Prozent der Busfahrten in der Bahnhofstraße wegfallen, so Wissel.
Außerdem könnten zusätzliche Umsteigeverbindungen notwendig werden, und einige Orte – etwa Jork, Estebrügge, Dammhausen, Eilendorf oder Moisburg – wären nicht mehr direkt mit der Bahnhofstraße verbunden.
Die Verwaltung warnte deshalb davor, Radverkehr und öffentlichen Nahverkehr gegeneinander auszuspielen.
Busunternehmen sieht Situation weniger kritisch
Vertreter der KVG bewerteten die Situation weniger problematisch. Busfahrer seien es gewohnt, hinter Radfahrern zu fahren und könnten damit umgehen. Auch derzeit könnten Busse Radfahrer in der Bahnhofstraße häufig nicht überholen. Zudem seien moderne Busse inzwischen häufig mit Toter-Winkel-Assistenten ausgestattet.
Unterschiedliche politische Positionen
Die Situation wurde laut Protokoll der Hansestadt Buxtehude von den Ausschussmitgliedern unterschiedlich bewertet.
Benjamin Koch-Böhnke (Die Linke) warnte davor, einen Verkehrsversuch ohne zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für Radfahrer zu starten. Ohne bauliche Veränderungen könne der Versuch möglicherweise nicht erfolgreich sein. Auch Birgit Butter (CDU) äußerte Bedenken. Die präsentierten Zahlen zum Busverkehr seien für viele Mitglieder neu gewesen, deshalb bestehe noch Klärungsbedarf.
Dr. Matthias Schneider (CDU) erinnerte daran, dass der ursprüngliche politische Antrag vor allem die Bedingungen für Radfahrer verbessern sollte, warnte aber gleichzeitig vor einem möglichen Verlust von Parkplätzen.
Ulrich Felgentreu (Grüne) sprach sich grundsätzlich für den Verkehrsversuch aus. Ziel müsse es sein, den Radverkehr von den Gehwegen auf die Fahrbahn zu verlagern und die Gehwege wieder stärker für Fußgänger nutzbar zu machen. Auch Frank Lange-Lietz (Grüne) plädierte dafür, den Versuch zu starten und die Auswirkungen anschließend auszuwerten.
Sven-Michael Hübner (FDP) erklärte dagegen, seine Fraktion könne nur zustimmen, wenn der Autoverkehr konsequent als Einbahnstraße geführt werde, um die Situation für Radfahrer deutlich zu verbessern.
Antrag auf Verschiebung scheitert
Ein Antrag der CDU-Fraktion, zunächst keine Entscheidung zu treffen und weitere Varianten prüfen zu lassen, wurde mit sieben zu vier Stimmen abgelehnt.
Mehrheit stimmt für Verkehrsversuch
Anschließend stimmten die Ausschüsse über die Verwaltungsvorlage ab. Auch hier fiel das Ergebnis mit sieben zu vier Stimmen zugunsten des Verkehrsversuchs aus.
Damit soll der Test im Sommer umgesetzt werden. Während der Laufzeit will die Stadt beobachten, wie sich die neue Verkehrsführung auf Radfahrer, Fußgänger, Busse und den Autoverkehr auswirkt – und ob Anpassungen notwendig werden.
Redakteur:Nicola Dultz aus Buxtehude |
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