Sportentwicklung Buxtehude
Im Süden besteht Handlungsbedarf
- Großer Handlungsbedarf besteht laut Fortschreibung des Sportentwicklungsplans für die Hansestadt Buxtehude an der Sporthalle des Schulzentrums Süd
- hochgeladen von Nicola Dultz
Nach aktuellem Stand der Sportentwicklungsplanung verfügt Buxtehude insgesamt über ausreichend Sportplätze und Hallen. Entscheidend ist jedoch, ob sie am richtigen Ort und zu den benötigten Zeiten zur Verfügung stehen. Besonders am Schulzentrum Süd sieht die Planung Handlungsbedarf.
Buxtehude ist bei seinen Sportstätten insgesamt gut aufgestellt. Einen grundsätzlichen Mangel an Sportplätzen und Hallen gibt es nach der Fortschreibung der Sportentwicklungsplanung nicht. Allerdings passen Angebot und Bedarf nicht überall zusammen. Vor allem bei den Hallenkapazitäten am Schulzentrum Süd zeigt sich ein Engpass.
Die Ergebnisse stellte Wolfgang Schabert vom Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung (ikps) im Schul- und Sportausschuss vor. Grundlage waren unter anderem Bestands- und Bedarfsanalysen sowie eine Befragung der Buxtehuder Sportvereine.
Wichtig für die Planung war außerdem eine Arbeitsgruppe mit rund 20 Vertretern aus Sportvereinen, Schulen und Verwaltung. Gemeinsam entwickelten sie Vorschläge für die weitere Sportentwicklung. Schabert lobte ausdrücklich die konstruktive Zusammenarbeit. Die Diskussionen seien sachlich, zielgerichtet und am tatsächlichen Bedarf orientiert gewesen.
Mehr Hallenkapazitäten im Süden haben höchste Priorität
Bei den Sporthallen liegt Buxtehude insgesamt auf dem Niveau vergleichbarer Kommunen. Nach den vorgelegten Zahlen stehen 10.522 Quadratmeter Sportfläche in Hallen und Gymnastikräumen zur Verfügung. Das entspricht 0,25 Quadratmetern pro Einwohner und damit genau dem interkommunalen Vergleichswert.
Die Gesamtfläche allein sagt jedoch noch nichts darüber aus, ob die Hallen dort stehen, wo sie gebraucht werden. Beim Schulsport zeigt die Untersuchung vor allem im Süden einen Engpass. Für alle Buxtehuder Schulen zusammen wurde ein Bedarf von 16,2 sogenannten Einhallen-Anlageneinheiten errechnet.
Bei den Empfehlungen der Planungsgruppe steht deshalb ein Punkt ganz oben: Die Hallenkapazitäten am Schulzentrum Buxtehude-Süd sollen erweitert werden. Dieser Vorschlag erhielt mit 15 Punkten mit Abstand die höchste Priorität. Zusätzlich empfiehlt die Planungsgruppe die Sanierung der dortigen Sporthalle.
Im Sommer gibt es Reserven auf den Sportplätzen
Bei den Sportplätzen zeigt sich, dass nicht allein die vorhandene Fläche entscheidend ist. Buxtehude verfügt über rund 78.000 Quadratmeter Sportplatzfläche. Das entspricht 1,9 Quadratmetern pro Einwohner. Der Vergleichswert anderer Kommunen liegt bei 2,6 Quadratmetern.
Wichtiger ist allerdings, wie viele Trainingsstunden tatsächlich zur Verfügung stehen. Im Sommer ist die Lage entspannt: 187 benötigten Wochenstunden stehen 232 verfügbare Stunden gegenüber. Damit gibt es rechnerisch eine Reserve von 45 Stunden.
Im Winter kann es dagegen eng werden. Wenn auch die A-, B- und C-Jugend auf den Sportplätzen trainiert, werden 115 Stunden benötigt. Zur Verfügung stehen aber nur 89 Stunden. Damit fehlen rechnerisch 26 Stunden.
Weichen die älteren Jugendmannschaften im Winter dagegen in Sporthallen aus, sinkt der Bedarf auf den Außenplätzen auf 76 Stunden. Dann gibt es dort sogar wieder eine Reserve von 13 Stunden. Das zeigt: Hallen- und Sportplatzplanung hängen eng zusammen.
Vorhandene Anlagen besser nutzen
Die Planungsgruppe setzt deshalb nicht nur auf zusätzliche Sportstätten. Ebenso wichtig ist es, die vorhandenen Anlagen besser zu nutzen.
Empfohlen werden unter anderem eine bessere Planung der Hallenzeiten und eine stärkere Zusammenarbeit der Sportvereine untereinander. Auch Schulen und Vereine sollen enger kooperieren. Für die Ganztagsbetreuung wird ein gesamtstädtisches Konzept vorgeschlagen.
Zu den weiteren höher bewerteten Empfehlungen gehören die Beibehaltung der Unterhaltungskostenzuschüsse für Vereine mit eigenen Sportanlagen sowie eine Gesamtplanung für ein vereinsübergreifendes Sportzentrum an der Apensener Straße. Auch der Erhalt und die Sanierung der Sportanlage Föhrenweg in Ottensen und der Sportplatzanlage in Immenbeck stehen auf der Liste.
Sportentwicklung soll regelmäßig überprüft werden
Die Arbeit soll nach Vorstellung des ikps nicht mit einem fertigen Maßnahmenkatalog enden. Empfohlen wird vielmehr ein dauerhaftes Netzwerk für Sport und Bewegung. Bestände und Bedarfe sollen regelmäßig überprüft und die Maßnahmen bei Bedarf angepasst werden.
Die Richtung ist damit klar: Buxtehude braucht nicht überall neue Sportstätten. Wichtiger sind gezielte Investitionen dort, wo tatsächlich Engpässe bestehen, eine bessere Nutzung der vorhandenen Anlagen und mehr Zusammenarbeit zwischen Vereinen, Schulen und Stadt. Den größten Handlungsbedarf sieht die aktuelle Planung bei den Hallenkapazitäten im Süden.
Redakteur:Nicola Dultz aus Buxtehude |
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