Kommen die Notaufnahmen auf die Intensivstation?

In Notaufnahmen und auf Intensivstationen werden Leben gerettet: Die Notaufnahmen stehen bundesweit auf dem Prüfstand. In Niedersachsen könnten bis zu 60 Prozent geschlossen werden Fotos: DAK/Scholz/Waldklinik Jesteburg
2Bilder
  • In Notaufnahmen und auf Intensivstationen werden Leben gerettet: Die Notaufnahmen stehen bundesweit auf dem Prüfstand. In Niedersachsen könnten bis zu 60 Prozent geschlossen werden Fotos: DAK/Scholz/Waldklinik Jesteburg
  • hochgeladen von Tom Kreib

Vorstoß der Krankenkassen könnte zum Aus für 60 Prozent aller niedersächsischen Notaufnahmen führen

tk. Landkreis. "In einem Flächenland wie Niedersachsen würde diese Entscheidung zu großen Problemen führen", sagt Dr. Hans-Heinrich Aldag. Der Geschäftsführer der Waldklinik Jesteburg ist auch Vorsitzender der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft (NKG). Während einer Tagung am Montag in Hannover hat die NKG mit deutlichen Worten vor einer Verschlechterung der Notfallversorgung in Krankenhäusern gewarnt. Grund: Es gibt einen Reformvorschlag der Krankenkassen, der dazu führen könnte, dass 60 Prozent aller Notaufnahmen in Niedersachsen nicht mehr finanziert und in Folge geschlossen werden müssten. Für Aldag heißt das: "In unserem Bundesland würde es ganze Landkreise geben, die in Sachen Notaufnahme weiße Flecken werden."

Darum geht es: Im April will der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA), in dem unter anderem Krankenhäuser, Kassen und Kassenärztliche Vereinigung (KV) vertreten sind, über eine Reform der Notaufnahmen entscheiden. Vorschlag der Kassen: Kliniken, deren Intensivstation weniger als sechs Betten hat, sollen keine Notfallversorgung mehr anbieten dürfen. Außerdem sollten die Qualitätsanforderungen nach oben geschraubt und die Einrichtungen in drei unterschiedliche Leistungskategorien - sozusagen von der Notaufnahme Basis bis Premium - unterschieden werden. Einer der Gründe für die Reform: Notaufnahmen müssten sich wegen Personalmangels zu oft abmelden und sie seien häufig überfüllt.

Martin Grasselli, Betriebsleiter des Elbe Klinikums in Stade: "Die Notaufnahmen sind überall voll." Für Stade heißt das: Täglich 120 bis 150 Patienten. Abgewiesen werde niemand. Angesichts der Reformdebatte stellt der Betriebsleiter fest: "Es darf nicht um weniger, sondern es muss um mehr Geld gehen." Auch wenn die Notaufnahmen keinen Gewinn abwerfen würden, so müsse es das Ziel sein, das sie kostendeckend arbeiten können. Das sei heute nicht der Fall. 

Vor allem die erhöhten Qualitätsanforderungen für Notaufnahmen würden zu 60 Prozent weniger Einrichtungen in Niedersachsen führen, die Aldag Sorge bereiten. Seine Grundsatzkritik dabei: "Der Bund nimmt immer mehr Einfluss auf die Krankenhausplanung, die eigentlich Ländersache ist." Der GBA arbeite auf Bundesebene. Noch sei aber nicht entschieden, ob sich der Vorstoß der Kassen durchsetze. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft habe ein eigenes Modell vorgelegt, das zu deutlich weniger Schließungen von Notaufnahmen führen würde. Aldags Appell an alle Akteure im GBA: "Wir sollten uns nicht gegenseitig zerfleischen."

Ein weiteres Thema, das alle Kliniken in Niedersachsen beschäftigt und das intensiv in Hannover diskutiert wurde: "Wir brauchen eine nachhaltige Erhöhung der Mittel für Investitionen", sagt der NKG-Vorsitzende. Aldag beziffert den aktuellen Investitionsstau aller niedersächsischen Krankenhäuser auf rund eine Milliarde Euro. Pro Jahr stelle das Land 120 Millionen Euro den Kliniken für Erweiterung, Sanierung oder Neubau zur Verfügung. Weil im Landtagswahlkampf sowohl CDU als auch SPD mehr Mittel in Aussicht gestellt hatten, hofft Aldag auf eine zeitnahe Aufstockung der Investitionskassen.

In Notaufnahmen und auf Intensivstationen werden Leben gerettet: Die Notaufnahmen stehen bundesweit auf dem Prüfstand. In Niedersachsen könnten bis zu 60 Prozent geschlossen werden Fotos: DAK/Scholz/Waldklinik Jesteburg
Dr. Hans-Heinrich Aldag warnt vor einem Kahlschlag bei den Notaufnahmen
Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

Wirtschaft
Einweihung der Hochbeete am LeA-Neubau (v.li.): LeA-Vereinsvorsitzende Annette Dörner,
Mitarbeiterin Sonja Schwarz, Marco Hauschild, davor  Hannah Solle, Mitarbeiter der Zimmerei GS Innenausbau aus Ardestorf sowie einige Bewohner
2 Bilder

Pilotprojekt des Neu Wulmstorfer Gewerbevereins
Wirtschaft unterstützt LeA

sla. Neu Wulmstorf. Erstmals lud der Gewerbeverein Neu Wulmstorf zu einem "Aktionstag der Wirtschaft" in Kooperation mit der Einrichtung LeA e.V. ein. "Es handelt sich hierbei um ein Pilotprojekt für weitere Aktionstage in den Folgejahren", sagt Marco Hauschild, Vorstandsvorsitzender des Neu Wulmstorfer Gewerbevereins. Das Grundprinzip: Die teilnehmenden Unternehmen stellen für ein Projekt die Arbeitskraft ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung - und möglicherweise gibt es auch...

Panorama
Prof. Dr.-Ing. Ingo Hadrych

Prof. Dr.-Ing. Ingo Hadrych einstimmig gewählt
Neuer Präsident der Hochschule 21 in Buxtehude

nw/tk. Buxtehude. Prof. Dr.-Ing. Ingo Hadrych ist neuer Präsident der Hochschule 21 (HS21) in der Hansestadt Buxtehude. Die Gesellschafter haben ihn einstimmig bestellt. Nach einem mehrstufigen Findungsprozess fiel mit Ingo Hadrych die Wahl auf einen Bewerber aus der Hochschule. Der 54-Jährige lehrt unter anderem Kostenplanung und Kalkulation, Bauinformatik und Building Information Modeling in den Studiengängen Bauingenieurwesen, Architektur sowie Wirtschaftsingenieurwesen Bau und...

Panorama
Das Schlagloch am Nettelberg   Foto: Störtebecker

Kolumne: "Rundgang durch Winsen"
Winsen: Straßen saniert, aber die Radwege vergessen

Das Thema Müll ist bei den Bürgern allgegenwärtig. Diese Erfahrung mache ich immer wieder, wenn ich auf meinem "Rundgang durch Winsen" bin. So z.B. an der Ecke Europaring/Brüsseler Straße, wo sich vor der Corona-Pandemie jeden Tag ältere Herren zum Klönschnack getroffen haben, wie mir eine Anwohnerin erzählt. "Seitdem die Männer aber nicht mehr kommen, treffen sich hin und wieder andere Leute da und hinterlassen ihren Müll. Das ist schlimm", schimpft sie verständlicherweise. Ein...

Panorama

Aktuell 14 Corona-Fälle
22. September: Corona-Zahlen für den Landkreis Stade

nw/tk. Stade. Am Dienstag (22. September) gibt es im Landkreis Stade 14 positiv getestete COVOD-19-Fälle.  Zwei neue Corona-Infektionen sind von Montag auf Dienstag dazugekommen, wobei die Zahl der Infizierten aber um zwei Fälle gesunken ist.  286 Personen, die zu COVID-19-Erkrankten engen Kontakt hatten, befinden sich in Quarantäne . Das sind fünf mehr im Vergleich zu Montag.  Davon sind 21 Einreisende und Reiserückkehrer Die Gesamtzahl aller positiven Befunde im Landkreis Stade seit...

Wirtschaft
Für Pioneer beginnt jetzt die Planung
4 Bilder

Pläne für neue Gewerbegebiete
Pioneer kann Buxtehudes "Green Valley" werden

tk. Buxtehude. Wenn Buxtehude jeden Ansiedlungswunsch von Unternehmen berücksichtigt hätte, dann würde es heute keine freien Gewerbeflächen mehr in der Hansestadt geben. Noch sind ein paar Hektar frei und die Planungen für weitere Gebiete laufen an. Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt, Wirtschaftsförderin Kerstin Maack und der Erste Stadrat Michael Nyveld zogen Bilanz und gaben bei einem Pressegespräch einen Ausblick. "Wir haben gute Nachrichten in einer Zeit, in der Corona-bedingt viele...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen