Wie bekommt man eine Blasenentzündung?

Einmal auf einem kalten Stein gesessen und schon spürt so manche Frau das typische Brennen. Doch wie bekommt man eigentlich eine Blasenentzündung? Und wie lässt sie sich einer Blasenentzündung (Zystitis) effektiv vorbeugen? Hier folgt ein Überblick.

Risikofaktoren für eine Blasenentzündung

Frauen erkranken anatomisch bedingt häufiger an einer Blasenentzündung als Männer. Etwa zehn Prozent aller Frauen sind mindestens einmal im Jahr betroffen. Die Ansteckung ist für die Erreger deshalb einfacher, weil die Harnröhre kürzer und der Weg für die Bakterien in die Blase daher nicht so weit ist.
Zudem ist die Hauptquelle für Erreger, der After, nicht weit vom Eingang der Harnröhre entfernt. Bakterien können also leicht verschleppt werden. Neben der Anatomie gibt es für Blasenentzündungen aber noch weitere Risikofaktoren und Ursachen.

Blasenentzündung: Ansteckung durch Sex
Gerade frisch Verliebte leiden anfangs gehäuft unter einer Zystitis. Die Blasenentzündung durch Sex ist also gar nicht so selten.

 
Gerade wenn Frauen sehr häufig Sex haben, kann das die Schleimhäute der Harnröhre mechanisch reizen. Das schwächt ihre Abwehr und macht sie empfänglicher für Keime, die dann in die Blase aufsteigen.
Ein zweiter Risikofaktor für eine Blasenentzündung sind bestimmte Liebespraktiken. Vor allem der Wechsel von Analverkehr zu Vaginalverkehr ohne Hygienemaßnahmen erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Infektion deutlich.

Infektion durch mangelnde HygieneDa Bakterien die Hauptauslöser einer Blasenentzündung sind, trägt mangelnde Hygiene sehr zu einer Ansteckung bei. Das gilt vor allem für die Toilettenhygiene. Mit dem Klopapier können die Keime sehr schnell verschleppt werden, wenn Frauen von hinten nach vorn wischen.
Auch ein zu seltener Wechsel der Unterwäsche oder nicht atmungsaktive Unterwäsche aus Synthetik fördern den Bakterienwuchs und zählen daher zu den Risikofaktoren für eine Blasenentzündung. Im warmen, feuchten Milieu fühlen sich die Keime wohl und vermehren sich, bis sie die Schutzbarriere der Scheide und der Harnröhre überwinden können.

Blasenentzündung durch übertriebene HygieneNicht nur zu wenig Hygiene kann der Zystitis Vorschub leisten. Auch zu viel Reinlichkeit gehört zu den Risikofaktoren für eine Blasenentzündung. Werden die sensiblen Schleimhäute zu häufig und mit zu viel Seife, Duschgel oder auch einer speziellen Intimwaschlotion gereinigt, kann das ihrer Abwehrfunktion nachhaltig schaden. Dann werden nämlich die natürliche Flora und der pH-Wert dieses Bereichs gestört und Keime können besser eindringen.

Weitere Risikofaktoren für eine BlasenentzündungAuch Schwankungen im Menstruationszyklus können zu einer Blasenentzündung führen. Die Ansteckung ist vor allem dann für die Bakterien einfacher, wenn der Östrogenspiegel im Körper niedrig ist. Östrogen fördert das Wachstum der schützenden Laktobazillen. Diese haben also bei Östrogentiefstand ebenfalls ein Formtief. Das ist auch der Grund, warum Frauen in und nach den Wechseljahren vermehrt zu einer Zystitis neigen.

Risikofaktoren für eine Blasenentzündung sind auch alle Umstände, die verhindern, dass die Blase regelmäßig gespült wird. Wer also beispielsweise weniger trinkt und deshalb seltener zur Toilette muss, erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Infektion.

Außerdem liegt ein erhöhtes Risiko vor bei
• Schwangerschaft,
• Diabetes mellitus,
• Multipler Sklerose,
• Blasenkatheter und
• urologischen Erkrankungen.

Auch Blasensteine und anatomische Besonderheiten, die die vollständige Entleerung der Blase behindern, begünstigen für eine Blasenentzündung die Ansteckung.

Wie kann ich einer Blasenentzündung richtig vorbeugen?

Es gibt einige ganz einfache Maßnahmen, mit denen Frauen einer Blasenentzündung vorbeugen können. Dazu zählt atmungsaktive, frische Unterwäsche – und im Idealfall nicht der sexy String. Dieser ist nämlich quasi eine Bakterienautobahn zur Harnröhre.

Wer zu einer Zystitis nach dem Sex neigt, sollte es sich zum Ritual machen, danach die Toilette aufzusuchen. So werden die Keime gleich ausgespült und eine Infektion bleibt aus. Auch die angemessene Hygiene bei Analpraktiken unterstützt die Prophylaxe.

Natürlich gehört die richtige Wischtechnik beim Toilettengang ebenfalls zur Vorbeugung. Wer von vorn nach hinten wischt, kann keine Keime vom Anus in die Blase verschleppen. Beim Duschen und Waschen sollten Frauen nur wenig und wenn, dann milde Reinigungspräparate im Intimbereich verwenden. So können Sie mit guter Hygiene einer Blasenentzündung vorbeugen.

Zudem sollten besonders Frauen, die zu Blasenentzündungen neigen, auf ihre Trinkmenge achten. Die Ansteckung wird unwahrscheinlicher, wenn Sie ausreichend trinken und entsprechend gut und häufig die Blase durchspülen.

Auch eine angemessen warme Kleidung vor allem in der kühlen Jahreszeit oder in frischen Sommernächten kann einer Blasenentzündung vorbeugen. Ist der Unterleib warm, wird er ausreichend durchblutet. Dann kommen auch genügend Abwehrzellen in diesem Körperbereich an, um eindringenden Keimen in der Blase erfolgreich den Kampf anzusagen.

Bundesministerium für Gesundheit (BMG): Blasenentzündung (Harnwegsinfektion). URL:  https://gesund.bund.de/blasenentzuendung-harnwegsinfektion (18.01.2021).

Autor:

Online Redaktion aus Buxtehude

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