Alarmierende Zahlen zum Fachkräftemangel
In Deutschland fehlen Meister und Gesellen

Fachkräfte fehlen: Frauen sind die Zukunft im Handwerk
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  • hochgeladen von Tom Kreib

(tk). Eine aktuelle Studie liefert Zahlen, die alarmierend sind: In Deutschland fehlen 54.000 Gesellinnen und Gesellen im Handwerk. Außerdem fehlen 5.500 Meisterinnen und Meister. Der Fachkräftemangel, der ohnehin ein wachsendes Problem ist, hat gravierende wirtschaftliche Folgen. "Im schlimmsten Fall müssen Betriebe Aufträge ablehnen", sagt Eckhard Sudmeyer, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade.

Was anderswo in Deutschland gilt, ist auch für die Landkreise Stade und Harburg zutreffend. Die Handwerkskammer hat dem WOCHENBLATT Vergleichszahlen zusammengestellt: 2010 haben im Kammerbezirk 571 Absolventen ihre Meisterprüfung bestanden. Im Jahr 2020 waren es nur noch 342. Die Gesellenprüfungen sind im selben Zeitraum von 3.572 auf 3.490 leicht zurückgegangen.
Erfreulich immerhin: Bei den Lehrverträgen gibt es im Kreis Harburg sogar ein leichtes Plus (von 376 auf 409) und  im Zehnjahresvergleich ist die Zahl mit 471 im Kreis Stade stabil geblieben.

Die Zahlen aus der aktuellen Studie würden spiegeln, was für die Betriebe im Kammerbezirk schon länger ein Problem sei, so Eckhard Sudmeyer. Die Besetzung offener Stellen dauere immer länger - besonders in Zeiten mit einer sehr hohen Auslastung wie vor Corona. Das hat ganz direkte Auswirkungen in den Betrieben: "Die betroffenen Unternehmen müssen einen deutlich höheren Aufwand als bisher betreiben, um neue Leute zu finden, die vorhandenen Mitarbeitenden leisten erhebliche Mehrarbeit, um den Fachkräftemangel zu kompensieren."

Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade setzt als Gegenmittel zum Fachkräftemangel auf verschiedene Wege: Das Projekt "FAME gewinnt", das Unternehmen bei der Suche nach Personal mit Know-how unterstützt, wird nach dem Projektablauf in diesem Frühjahr weitergeführt. Die Kammer arbeite zudem aktuell an neuen Konzepten, um die Nachwuchswerbung ihrer Mitgliedsbetriebe zu verbessern. Ein weiterer Weg: "Wir versuchen, das Handwerk für Frauen attraktiver zu machen und auch Betriebe stärker auf Frauen als mögliche Fachkräfte aufmerksam zu machen", so Sudmeyer.

Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

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