Unternehmerischen Mut zeigen: E-Commerce-Experte Moritz Koch rät zur Offenheit gegenüber neuen Technologien

Moritz Koch, Managing Director Commerce Plus, bei einem Vortrag zum Thema "stationärer Handel vs. E-Commerce" im Juni 2015
  • Moritz Koch, Managing Director Commerce Plus, bei einem Vortrag zum Thema "stationärer Handel vs. E-Commerce" im Juni 2015
  • Foto: Commerce Plus
  • hochgeladen von Nicola Dultz-Klüver

Mit Moritz Koch, Geschäftsführer der SinnerSchrader Agentur Commerce Plus mit Büros in Hamburg und Hannover, hat das WOCHENBLATT einen namhaften Experten zum Thema E-Commerce interviewt. Die Agentur entwickelt und setzt E-Commerce Strategien um und hat sich auf die Beratung von Händlern und Markenherstellern spezialisiert. Mehr als 100 Spezialisten betreuen Kunden wie z.B. Tchibo, Drogerie Müller, simyo, expert, Parador und das Schuhhaus Görtz.

WOCHENBLATT: Wie schätzen Sie die nationale Entwicklung des stationären Handels in den kommenden zehn Jahren ein?
Moritz Koch: Die Möglichkeiten, Produkte zu kaufen, sind durch die Digitalisierung des Handels in den vergangenen fünf Jahren explodiert. Dieser Prozess wird von Dauer sein. Bei vielen Produkten haben wir eine starke Preistransparenz, vorangetrieben durch das Internet und die digitalen Medien. Möchte der Kunde z.B. in meinem Buchladen einen Roman kaufen, kann er zugleich im Internet nachsehen, was das Buch kostet, es online kaufen oder als eBook herunterladen. Als Buchhändler kann ich auf das Einkaufserlebnis in meinem Geschäft und auf Mehrwerte setzen: z.B. eine Leseecke, innovative Bezahlmöglichkeiten und Events. Ich muss als stationärer Händler meine Stärken ausbauen. Vor allem muss ich offen für neue Technologien sein.
WOCHENBLATT: Welche Innovationen steigern die Überlebensfähigkeit der Offlinehändler?
Moritz Koch: Im Prinzip alle, die sich an den Bedürfnissen des Kunden ausrichten, den Produktverkauf mit Services ergänzen und die meine Geschäftsprozesse verschlanken. Die ersten beiden Punkte erfahre ich im Dialog mit meinen Kunden. Daraus ergibt sich auch, ob ich als Händler einen eigenen Onlineshop brauche oder ob eine vernünftige Websitepräsenz ausreicht. Damit bin ich schon bei ihrer ganzheitlichen Commerce-Strategie, die Online- und Offline-Komponenten berücksichtigen muss und entlang den Bedürfnissen meiner Zielgruppe entwickelt werden sollte.
WOCHENBLATT: Welche Maßnahmen gibt es noch?
Moritz Koch: Alle Maßnahmen, die eine langfristige Kundenbindung bewirken, sollten geprüft werden. Der Konsument ist zunehmend überfordert und freut sich, wenn ein Händler Orientierung gibt. Maßnahmen wie Newsletter, persönliche Mails, Servicetelefon, Apps, mobile Websites sind gut, der Nutzen muss aber klar erkennbar sein. Dabei gilt es zu forschen, zu testen und überhaupt unternehmerischen Mut zu zeigen. Eben das zu tun, was deutschen Unternehmen internationale Anerkennung verschafft hat.
WOCHENBLATT: In ein Ladengeschäft kommen Kunden gerne, wenn sie den Einkauf mit positiven Emotionen verbinden: Dazu gehört z.B. eine ansprechende Warenpräsentation, eine freundliche Fachberatung, Persönlichkeit. Welche Kriterien gelten für einen Onlinehändler?
Moritz Koch: Ein Onlinehändler muss den Einkauf genauso zum Erlebnis machen, nur dass seine Produkte physisch nicht vorhanden sind. Darin liegt die Herausforderung. Warenpräsentation, Verfügbarkeitsanzeige, Suchfunktion und Kategorisierung, Bestellprozesse, Impressionen oder der Warenkorb: Alles muss darauf abgestimmt sein, das der Benutzer schnell Produkte findet, sich ein gutes Bild vom Produkt machen und es unkompliziert bestellen kann.
WOCHENBLATT: Als Partner des Handels steht für uns der Kunde im Mittelpunkt: Was erwarten die Shopper im Jahr 2020?
Moritz Koch: 2020 werden wir bargeldlos einkaufen und keine Einkäufe nach Hause tragen müssen. Die digitale Vernetzung wird unser Leben positiv verändern, aber eine Herausforderung bleiben. Alle bedienbaren Technologien, die einen erkennbaren Nutzen für uns haben, sind zukunftsfähig.

Autor:

Nicola Dultz-Klüver aus Buxtehude

Panorama
Das "Haus an den Moorlanden" steht unter Quarantäne. Besucher können die Einrichtung wegen der 40 Corona-Fälle nicht betreten
2 Bilder

40 Infektionen in Neu Wulmstorf / Bewohner werden in ihren Zimmern versorgt
Seniorenpflegeheim als Corona-Hotspot

os. Neu Wulmstorf. Ein Zettel in der Eingangstür weist auf die besondere Situation hin: Weil am vergangenen Wochenende 33 Bewohner und sieben Mitarbeiter positiv auf das COVID-19-Virus getestet wurden, wurde das Seniorenheim "Haus an den Moorlanden" in Neu Wulmstorf sofort komplett unter Quarantäne gestellt. Die Corona-Kranken werden nach Angaben des Landkreises Harburg innerhalb der Einrichtung in ihren Zimmern versorgt, nur einer wurde in ein Krankenhaus verlegt. Das Seniorenheim bietet Platz...

Sport
Fatos Kücükyldiz zeigte sich in ihrem zweiten Spiel für die "Luchse" mit vier Treffern besonders torhungrig

Handball-Luchse verlieren beim THC

(cc). Die Erstliga-Handballerinnen der HL Buchholz 08-Rosengarten fanden beim Thüringer HC (THC), der das Spiel von Beginn an dominierte, kaum Lösungen und verloren deutlich mit 22:33 (Halbzeit 11:19). Jeweils vier Tore für die "Luchse" steuerten Neuzugang Fatos Kücükyldiz, Marleen Kadenbach und Evelyn Schulz bei. "Wir haben zwar viele Chancen vergeben, aber solche Spiele bringen uns auch weiter", so Luchse-Trainer Dubravko Prelcec nach dem Spiel. Ausführlicher Bericht folgt in der...

Panorama
Ob in Talkshows oder im Boomgarden Park  - Eckart Brandt erzählt leidenschaftlich von seinen alten Apfelsorten
2 Bilder

Eckart Brandt: Aktivitäten im Boomgarden Park und achtes Buch
Neues vom Apfelpapst In Helmste

sla. Helmste. Er ist wohl in unserer Region der bekannteste Obstbauer und Retter alter Obstsorten, ist Buchautor, häufiger Gast in NDR-Talkshows und steht auch an seinem Obststand auf dem Wochenmarkt in Buxtehude-Altkloster. Während sich andere Obstbauern mit ökonomischen Niedrigstamm-Monokulturen vorrangig für ihre Erträge interessieren, widmet sich Biobauer und Pomologe (Obstbaukundler) Eckart Brandt schon seit Jahrzehnten der Erhaltung alter hochstämmiger Obstsorten. 2012 wurden die ersten...

Panorama

74 Corona-Erkrankte im Landkreis Harburg

os. Landkreis Harburg. Wegen eines Corona-Ausbruchs in einem Seniorenheim in Neu Wulmstorf hat sich die Zahl der Corona-Erkrankten deutlich erhöht: Am Montag, 28. September, zählte der Landkreis Harburg insgesamt 836 bestätigte Corona-Fälle. 748 Personen gelten als genesen, teilte Landkreis-Sprecher Andres Wulfes mit. Damit seien aktuell 74 Personen erkrankt. Zudem befinden sich noch 374 Personen in Quarantäne. 14 Personen mit Vorerkrankungen sind bislang mit oder am Corona-Virus...

Sport
TSV-Vorsitzende Renate Preuß verlieh Eike Holtzhauer die Urkunde,die ihn nun als Ehrenvorsitzenden ausweist Foto: bim
5 Bilder

Todtglüsinger Sportverein
Eike Holtzhauer bekommt lebenslange Rotwein-Flatrate

bim. Todtglüsingen. Er ist niemand, der sich selbst in den Vordergrund drängt oder über das, was er erreicht hat, große Reden schwingt, obwohl er für seine Heimatgemeinde und für den Sport schon vieles erreicht hat. Fast ein halbes Jahrhundert war Eike Holtzhauer (83) zweiter Vorsitzender des Todtglüsinger Sportvereins (TSV) und trug maßgeblich mit dazu bei, dass der TSV vom Dorfclub mit 100 Mitgliedern Anfang der 1970er Jahre heute mit seinen über 75 Sportarten in und auf rund 20 Sportstätten...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen