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Jork: Bürger ärgern sich über Bauverzögerungen

"Wir wollten die Sanierung - aber nicht so": Obstbauer Gerd Lefers an der Einfahrt zu seinem Grundstück

Erster Abschnitt der Landesstraße L140 soll erst im September fertig werden

ab. Jork.
Baumaßnahme in Königreich mit Vollsperrung im vergangenen Jahr, neunmonatiger Bau des Kreisels in der Ortsmitte in Jork, jetzt Baumaßnahmen in der Straße Osterjork (L140). Verkehrstechnisch sind die dortigen Anwohner arg gebeutelt - inzwischen sind einige von ihnen richtig auf Zinne: Die Maßnahme im ersten Bauabschnitt soll erst im September statt im Juli und so mit mehrwöchiger Verzögerung fertiggestellt werden. Und nicht nur das: In dieser Woche sind die Zufahrten zu elf Höfen seit Dienstag gesperrt, und das noch bis Samstagnachmittag. Für die dort ansässigen Gewerbetreibenden hat das gravierende Folgen. 

Auch Obstbauer Gerd Lefers ist deshalb in Sorge: "Wir haben uns die Sanierung ja gewünscht, denn so, wie die Straße vorher aussah, konnte sie nicht bleiben", sagt er. Mit derart starken Verzögerungen habe aber niemand gerechnet. Bis zum Samstag erwartet Lefers insgesamt acht Boßelgruppen, hauptsächlich Rentner aus Hamburg. "Die sind nicht ortskundig. Wie soll ich denen erklären, wie sie unseren Hof erreichen? Den findet wohl keiner", befürchtet Lefers.

Deutlich mehr als 100 Anfahrten könne er täglich auf seinem Hof verzeichnen, denn neben den Eltern, die ihre Kinder zur Tagesbetreuung seiner Schwiegertochter brächten und seinen eigenen Kunden gebe es noch jene der auf dem Hof befindlichen Brennerei.
Was den Altländer aber besonders umtreibt: Auf einer Info-Veranstaltung hatte die Straßenbaubehörde das Ende dieser Sanierungsmaßnahme im Monat Juli angegeben. "Da hat niemand widersprochen, obwohl doch bestimmt klar war, dass das nicht funktionieren kann", vermutet Gerd Lefers. Jetzt soll es September werden. "Hätten wir das vorher geahnt, würden wir nicht am Tag des offenen Hofes Anfang September teilnehmen", ärgert er sich. 

Die Prospekte dazu seien inzwischen gedruckt worden und werden bereits verteilt, Händler reisen extra dafür an. "Wir machen seit 22 Jahren bei dieser Veranstaltung mit. Die Besucher müssen irgendwo parken. Am Straßenrand geht es wegen der Baumaßnahme nicht. Auf unserem Hof geht es aber auch nicht", stellt Lefers klar. Da seien Stände aufgebaut und Besucher unterwegs.

Mit der Gemeinde und der Baufirma laufe die Kommunikation grundsätzlich gut. "Die sind sehr kooperativ", meint Lefers. Eine Lösung für die Veranstaltung im September sehe er aber noch nicht. "Vielleicht werden sie ja doch vorher fertig - die Hoffnung stirbt schließlich zuletzt."
"Wir sind zu dem Zeitpunkt der Info-Veranstaltung davon ausgegangen, dass wir im Juli fertig werden", sagt Maren Quast, stellvertretende Leiterin der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr im Geschäftsbereich Stade. Doch mit Verzögerungen müsse bei einer Sanierungsmaßnahme dieser Größenordnung schon gerechnet werden. 

• Rund 4,5 Mio. Euro investiert das Land in die Erneuerung der L140 in Jork. Die Gemeinde ist mit ca. 900.000 Euro an den Maßnahmen beteiligt.