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"Viel Lärm um nichts" - junger Regisseur tritt in Stadeum auf

Sie verachten sich, finden sich dabei aber ausgesprochen anziehend: Beatrice alias Eliza Müller und Regisseur Jannik Graf als Benedict in der Komödie "Viel Lärm um nichts" (Foto: Andre Schaapen)

Jung-Regisseur Jannik Graf (22) aus Buxtehude bringt eigenes Stück auf die Bühne

ab. Buxtehude/Stade.
Erst 22 Jahre alt und schon mit einem eigenen Stück auf dem Weg ins Stadeum: Der Buxtehuder Jung-Regisseur Jannik Graf zeigt auf der großen Stader Bühne im September seine Adaption der Komödie "Viel Lärm um nichts" (orig.: Much Ado About Nothing) von William Shakespeare. Bei der fröhlichen und turbulenten Inszenierung, in der es zwischen der männerhassenden Beatrice und dem frauenverachtenden Benedict hoch her geht, bringen acht Laiendarsteller im Alter zwischen 15 und Mitte 20 die Bühne zum Beben.

Für Theaterfreunde aus der Region ist Jannik Graf kein Unbekannter. Bereits kurz nach dem Abitur hatte er gemeinsam mit dem ehemaligen Mitschüler Fritz Krempien eine Eigeninterpretation von "Dracula" auf der Bühne des Gymnasiums Süd gezeigt. Mit Shakespeares Stück "Was ihr wollt" hatte er sein Können auch auf der Halepaghen-Bühne unter Beweis gestellt - "vor fast ausverkauftem Haus", sagt er stolz. Dennoch hätte er damals das Regieführen nie ernsthaft beruflich in Erwägung gezogen. Das hat sich jetzt geändert: In diesem Jahr bewarb Graf sich bei der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg in Ludwigsburg für eine Ausbildung zum Regisseur - und gehört zu den vier Glücklichen, die aus hundert Bewerbern ausgewählt wurden.

Doch wie gelingt es einem jungen Regisseur, mit einem Stück im renommierten Stadeum zu landen? Jannik Graf: "Der Intendant Egon Ahrens war schon bei einer anderen Inszenierung auf mich aufmerksam geworden. Getroffen haben wir uns aber erst, nachdem ich mein Konzept zu ,Viel Lärm um nichts' bei ihm eingereicht hatte."

Egon Ahrens gab grünes Licht und die jungen Theatermacher waren begeistert: "Wir freuen uns über diese Chance." Unterstützt werden sie vom Verein Förderkreis Stadeum zur Förderung von Kunst und Kultur und - das freut Jannik Graf besonders - von der Live-Musik der Buxtehuder Band "Difficult Subject".

Zum Inhalt: Nach einer Schlacht feiert eine Gesellschaft ausgelassen, es gibt sogar eine Hochzeit. Nur zwischen Beatrice und Benedict geht die Schlacht weiter: Die zwei hacken mit verletzenden Worten aufeinander ein, sind dabei aber auch sehr leidenschaftlich. Dass sie mehr verbindet als trennt, hat vor allem die feiernde Gesellschaft erkannt, die für die beiden ein Täuschungsmanöver mit unabsehbaren Folgen inszenieren. Dazu schmiedet ein von Rachsucht getriebener Bruder eine verhängnisvolle Intrige ...

Die Themen Vorurteile, Sexismus und gesellschaftliche Konventionen aus dem Stück ließen sich gut in die heutige Zeit übertragen, meint Jannik Graf, der in all seinen Inszenierungen immer auch selbst auf der Bühne steht und im aktuellen Stück den Benedict gibt. "Das Schauspielern macht mir auch Spaß, doch ich sehe mich eher als Regisseur", stellt er fest.

Ebenfalls immer dabei ist Eliza Müller. Bislang spielte die 16-jährige Schülerin ruhigere tragende Rollen. In "Viel Lärm um nichts" mimt sie die streitbare Beatrice. "Ich wollte gerne mal eine wilde und leidenschaftliche Figur spielen", erklärt Eliza, "und endlich mal eine verrücktere Seite zeigen."

• Die Inszenierung "Viel Lärm um nichts" läuft am Donnerstag und Freitag, 13. und 14. September, jeweils um 19.45 Uhr im Stadeum in Stade (Schiffertorstr. 6). Karten sind ab sofort ab 13,50 Euro erhältlich, Schüler und Studenten zahlen die Hälfte. www.stadeum.de.