Als vor 40 Jahren die Deiche brachen: Sonderschau in der Asseler Heimatstube über die Sturmflut von 1976

Günther Borchers zeigt einige der Aufnahmen von den Deichbrüchen in Kehdingen
  • Günther Borchers zeigt einige der Aufnahmen von den Deichbrüchen in Kehdingen
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jd. Assel. "Die Deiche sollen laut Augenzeugen wie Pudding gewackelt haben", berichtet Günther Borchers. Der Heimatkundler aus Sauensiek hat sich intensiv mit der höchsten Sturmflut, die je an die deutsche Küste brandete, befasst. Viele Menschen denken da zunächst an die Flutkatastrophe von 1962, doch sie liegen daneben: Bei der Januarflut 1976 stieg das Wasser sogar noch einen halben Meter höher. Nach 40 Jahren soll ab der kommenden Woche eine Ausstellung in der Heimatstube Assel (Asseler Straße 42) an die Sturmflut von 1976 erinnern. Auf der Sonderschau zeigt Borchers rund 500 Fotos, die er in den vergangen Monaten zusammengetragen hat.

Das Asseler Museum bietet sich nicht nur wegen der Räumlichkeiten als Ausstellungsort an: Gerade in Kehdingen richtete die 1976er-Flut die schwersten Schäden in der gesamten Elbmündung an. "Zwischen Wischhafen und Grauerort gab es an der Elbe sieben große Deichbrüche", erzählt Borchers. Die Deichlinie sei damals noch entlang der Wischhafener Süderelbe verlaufen und Krautsand habe noch keinen Deich gehabt. Die Folgen seien fatal gewesen, so Borchers: "Wochenlang stand das brakige Wasser in den tief gelegenen Kehdinger Moorgebieten." Schließlich seien aus Holland riesige Pumpen herangeschafft worden, um die Flächen zu entwässern.

• Die offizielle Ausstellung zur Sturmflut 1976 findet am Donnerstag, 10. April, um 10 Uhr in der Heimatstube statt. Dabei wird auch ein Film des Hobbyfilmers Heinz Schulze gezeigt, der einige spektakuläre Aufnahmen von Deichbrüchen gedreht hat. Außerdem anderem wird der Landtagsabgeordnete Kay Seefried eine Rede halten und Heinrich Pudimat vom Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) referiert über das Thema Deichschutz.
• Die Ausstellung läuft bis zum 31. Oktober. Das Museum hat freitags von 11 bis 15 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Sonderschau zur Skagerrak-Schlacht

Zeitgleich präsentiert die Heimatstube eine Sonder-Ausstellung zur Seeschlacht am Skagerrak. Diese größte Seeschlacht der Geschichte wurde im Jahre 1916 ausgetragen und forderte mehr als 10.000 Todesopfer. Zum 100. Jahrestag der Schlacht hat Horst Kulisch vom Stader Marineverein einige interessante Exponate zusammengestellt.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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