Freundschaft ohne Grenzen
Asseler Delegation festigt Partnerschaft mit Rosières
- Bild der Teilnehmern der Jugendfeuerwehr aus Assel und Rosieres mit den Diplomen auf dem Ball
- Foto: Meyer
- hochgeladen von Stephanie Bargmann
Vom 29. Mai bis 1. Juni reiste eine mehr als 60-köpfige Delegation aus dem Drochterser Ortsteil Assel in die französische Partnergemeinde Rosières-en-Santerre – zum mittlerweile 54. Austausch seit Beginn der Partnerschaft im Jahr 1972. Was einst als Jugendaustausch im Rahmen der Kriegsgräberfürsorge begann, ist heute eine gelebte, generationenübergreifende Freundschaft – getragen von Familien, Vereinen und persönlichem Engagement. Schon bei der Ankunft war die Herzlichkeit der französischen Gastgeber spürbar – ein Gefühl von Zusammengehörigkeit, das das gesamte Wochenende prägte.
Am Freitag führte ein gemeinsamer Ausflug in die Normandie. Bei strahlendem Sonnenschein besuchte die Gruppe die Hafenstadt Le Tréport. Die beeindruckende Kreideküste, die sich wie ein weißes Band entlang des Meeres zieht, bot dabei nicht nur ein imposantes Naturerlebnis, sondern auch historische Tiefe. Am Samstag lud eine generationenübergreifende Olympiade zum Miteinander ein: Bei Mini-Tennis, Wassertragen und Turmbauen traten deutsch-französische Teams gegeneinander an – unter dem Motto: gemeinsam lachen, spielen und verbinden.
Die 14 Jugendlichen der Asseler Jugendfeuerwehr erlebten ein eigenes Programm mit spannenden Einblicken in den französischen Feuerwehralltag. Sie besuchten die Wachen in Rosières und Amiens, unternahmen eine Einsatzfahrt mit einem Löschfahrzeug zur Waldbrandbekämpfung und knüpften bei Bowling, Eislaufen und Stadtführung in Amiens enge Kontakte zur französischen Jugendfeuerwehr. Die Resonanz war überwältigend: „Ich habe einen richtigen Freund in Frankreich gefunden – ich wollte gar nicht mehr zurück“, berichtete ein Teilnehmer.
Ein besonders bewegender Moment war die Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag des Kriegsendes, gestaltet von Jugendlichen beider Länder. In einer zweisprachigen Rede betonten sie, wie aus Misstrauen Vertrauen und aus Abgrenzung echte Freundschaft gewachsen ist. Gleichzeitig mahnten sie: „Auch in Deutschland werden rechte Stimmen lauter. Menschen werden ausgegrenzt, weil sie anders aussehen oder glauben. Das macht Angst.“ Ihr Appell: „Lasst uns laut sein, wenn andere ausgrenzen. Lasst uns mutig sein, wenn es unbequem wird.“
Ein weiterer Höhepunkt war der stimmungsvolle Freundschaftsball, bei dem die Sieger der Olympiade geehrt wurden – und bis in die frühen Morgenstunden gefeiert wurde.
Besonders erfreulich: Immer mehr junge Familien schließen sich der Partnerschaft an. „Das stimmt uns sehr zuversichtlich für die kommenden Jahre“, betont Dr. Hartmut-Heinrich Meyer, Präsident des Partnerschaftskomitees Assel – Rosières. „Die Zukunft liegt bei den Jüngeren – und sie zeigen, dass sie bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.“
Schon jetzt laufen die Vorbereitungen für den Gegenbesuch 2026 in Assel. Ein französisches Team plant eine außergewöhnliche Aktion: Zwölf Teilnehmer wollen die rund 800 Kilometer nach Assel mit dem Fahrrad zurücklegen – in Gedenken an ein verstorbenes Komiteemitglied und als Zeichen für die Notwendigkeit besserer kardiologischer Versorgung in beiden Ländern.
„Diese Partnerschaft ist ein Schatz, den wir bewahren und weitergeben wollen“, sagt Dr. Meyer. „Sie zeigt, dass Freundschaft, Vertrauen und gegenseitige Wertschätzung stärker sind als jede Grenze – und ein echtes Fundament für Europa sein können.“
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