Jubiläum für das ganze Dorf
90 Jahre Freiwillge Feuerwehr Wedel: Tag der offenen Tür
- Das neue Feuerwehrgerätehaus in Wedel
- Foto: Feuerwehr Wedel
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Von Haken und Löscheimern bis zum modernen Löschfahrzeug mit Spezialausstattung: In Wedel liegen Welten zwischen den Anfängen des Brandschutzes und der heutigen Freiwilligen Feuerwehr. In diesem Jahr gibt es deshalb einen ganz besonderen Grund zum Feiern. Die Ortsfeuerwehr Wedel blickt auf 90 Jahre Feuerwehrgeschichte zurück – und lädt am Sonntag, 23. August, von 11 bis 16 Uhr zum großen Tag der offenen Tür in die Vorfeldstraße 24 in Fredenbeck-Wedel ein.
Dabei soll nicht nur zurückgeblickt werden. Vor allem möchten die Feuerwehrleute zeigen, wie moderner Brandschutz heute funktioniert – und gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern einen abwechslungsreichen Tag verbringen.
- Ein neues Löschfahrzeug erhielt die Wedeler Feuerwehr Ende 2022
- Foto: FFW
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Die Geschichte des Brandschutzes in Wedel reicht weit zurück. Einst mussten in den Haushalten Haken und Eimer für den Ernstfall bereitstehen. Mehr als ein Jahrhundert später, am 29. September 1936, wurde die Freiwillige Feuerwehr Wedel schließlich offiziell gegründet und als Feuerwehr anerkannt. Was damals mit vergleichsweise einfachen Mitteln begann, hat sich längst zu einer modernen und vielseitig aufgestellten Ortswehr entwickelt.
Das wird beim Tag der offenen Tür auch für die Besucher sichtbar. Auf dem Hof steht heute unter anderem ein modernes Mittleres Löschfahrzeug (MLF) mit Löschwassertank und umfangreicher Technik. Geräte für Wald- und Vegetationsbrände, Beleuchtung und viele weitere Einsatzmittel zeigen, wie vielfältig die Aufgaben einer Feuerwehr inzwischen geworden sind.
Doch an diesem Sonntag soll vor allem gefeiert werden. Für Stimmung sorgt die beliebte Band Ichthys mit Livemusik. Und auf einen besonderen Gewinn dürfen sich Musikfreunde ebenfalls freuen: Unter den Gästen wird sogar ein Privatkonzert der Band verlost.
Auch für Familien wird einiges geboten. Wasserspiele und Hüpfburg versprechen Unterhaltung für die jüngeren Besucher. Das Brandschutzmobil der VGH ist ebenfalls vor Ort und zeigt mit anschaulichen Vorführungen, wie schnell im Alltag gefährliche Situationen entstehen können – und wie man richtig reagiert.
Natürlich kommt auch das leibliche Wohl nicht zu kurz. Bratwurst und Pommes sowie ein großes Kuchenbüfett laden dazu ein, den Besuch bei der Feuerwehr ganz entspannt zu genießen.
Gefeiert wird an diesem Tag übrigens gleich doppelt. Denn auch der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Wedel kann ein Jubiläum begehen: Seit zehn Jahren unterstützt er die Ortswehr und hat mit viel Engagement und erheblichen finanziellen Mitteln dazu beigetragen, Ausstattung und Arbeit der Feuerwehr zu stärken. Damit kommt seine Unterstützung unmittelbar der Sicherheit der Menschen in Wedel und darüber hinaus zugute.
Der Tag der offenen Tür bietet somit die beste Gelegenheit, einmal hinter die Tore des Feuerwehrhauses zu schauen, mit den Ehrenamtlichen ins Gespräch zu kommen und moderne Feuerwehrtechnik aus nächster Nähe kennenzulernen.
Klein, modern und sehr schlagkräftig
Wenn die Feuerwehr Wedel ausrückt, geht es längst nicht immer nur um Feuer. Die eher kleine Ortswehr innerhalb der Samtgemeinde Fredenbeck hat sich zu einer bemerkenswert vielseitigen Einheit entwickelt. Rund 40 aktive Kameradinnen und Kameraden gehören nach Angaben der Feuerwehr zur Einsatzabteilung. Neben ihren beiden Fahrzeugen kann die Wehr auf zwei Fähigkeiten zurückgreifen, die sie besonders machen: eine AED-Gruppe für medizinische Notfälle und eine Drohnengruppe für Einsätze aus der Luft.
Gerade diese zusätzlichen Aufgaben zeigen, welchen Stellenwert Ausbildung und Spezialisierung bei einer modernen Freiwilligen Feuerwehr haben können. Die Wedeler Wehr übernahm bei der AED-Arbeit früh eine Pionierrolle. Bereits 2013 verfügte sie über die erste entsprechende Gruppe in der Samtgemeinde Fredenbeck.
- 2022 erhielt die AED-Gruppe der Freiwilligen Feuerwehr Wedel als Lebensretter den Fredenbecker Ehrenpreis
- Foto: Wolfgang Weh
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AED steht für „Automatisierter Externer Defibrillator“. Doch die Aufgabe der geschulten Wedeler Kräfte geht über die reine Bedienung eines Defibrillators hinaus. Werden sie zu einem medizinischen Notfall alarmiert, können sie die entscheidenden ersten Minuten kompetent überbrücken, bis Rettungsdienst und Notarzt eintreffen.
Eine weitere Besonderheit ist die Drohnengruppe. Sie ermöglicht den Einsatzkräften einen Blick auf eine Einsatzstelle, der vom Boden aus nicht möglich wäre. Die Wedeler Drohne wird kreisweit eingesetzt und leistet sowohl bei Brandeinsätzen als auch bei Personensuchen wertvolle Dienste. Denn aus der Luft lassen sich größere Einsatzstellen schneller überblicken. Wo befinden sich Gefahrenstellen? Wie breitet sich ein Feuer aus? Welche Bereiche müssen genauer kontrolliert werden? Bei einer Personensuche können wiederum Flächen systematisch abgesucht werden.
Seit 2022 ist die Ortswehr im neuen Feuerwehrhaus an der Vorfeldstraße untergebracht. Das Gebäude verfügt u.a. über zwei Fahrzeugstellplätze, getrennte Sanitär- und Umkleideräume, einen Schulungsraum mit Küche sowie weitere Funktionsräume. Samtgemeinde und Gemeinde investierten seinerzeit rund 1,33 Millionen Euro in den Neubau. Auch die Feuerwehrleute selbst brachten erhebliche Eigenleistungen ein.
Auch beim Fuhrpark hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Das frühere Tragkraftspritzenfahrzeug wurde Ende 2022 durch ein Mittleres Löschfahrzeug, kurz MLF, ersetzt. Es verfügt über einen 1.000-Liter-Wassertank und bringt umfangreiche Technik an die Einsatzstelle. Dazu zählen u.a. Stromerzeuger, leistungsfähige Beleuchtung, Tauchpumpe, Motorkettensäge sowie Material für die Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung. Vier Atemschutzgeräte werden mitgeführt; zwei davon können bereits während der Anfahrt angelegt werden.
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