Schülerin (15) schwer verletzt: Bushaltestelle in Deinste schlecht einsehbar
Es muss jetzt endlich etwas passieren

Gerade bei schlechtem Wetter ist die Bushaltestelle für Verkehrsteilnehmer schlecht einsehbar
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jab. Deinste. Dieser Unfall schockierte: Auf dem Weg zur Schule wurde eine 15-jährige Schülerin beim Überqueren der Straße Rehnkampe kurz hinter dem Ortsausgang Deinste bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt. Und das war nur eine Frage der Zeit, sind sich die Eltern Bernd Wiebusch und Simone Mundt sicher. Denn sie sowie die Eltern der Freundin des Unfallopfers, Bianca und Markus Runck, fordern schon seit Jahren, dass hier etwas geschehen müsse.

Fahrgäste müssen, um zu der Bushaltestelle zu gelangen, über die viel befahrene Straße Rehnkampe laufen. Hier sind 70 km/h erlaubt, aber auch ein Überholverbot gilt hier. Ein weiteres Problem: Der Bereich der Bushaltestelle ist für Verkehrsteilnehmer nicht gut einsehbar. Die Haltestelle liegt direkt an der Straße hinter einer Kurve, an deren Straßenrand Bäume stehen, die die Sicht zusätzlich verschlechtern. Im Sommer kommt noch ein Maisfeld dazu, das bis an die Straße reicht. "Und wie oft habe ich vor Ende der Schulferien E-Mails geschrieben, dass die Bushaltestelle ungepflegt und in dem Bereich das Gras sehr hoch ist", sagt Wiebusch. Auch der Sog der oftmals sehr schnellen Fahrzeuge sei sehr gefährlich. Hinzu kommt bei Regenwetter vor der Haltestelle eine riesige Pfütze, die bis weit auf die Fahrspur reicht. "Die Kinder haben kaum eine Chance, trocken zu bleiben", meint Wiebusch. Doch das sei eher ein geringeres Übel.

Kein Hinweisschild, keine Beleuchtung deuten von Weitem darauf hin, dass hier eine Bushaltestelle ist oder Personen die Fahrbahn queren. Und das Überqueren findet nicht einmal auf dem kürzesten Weg statt - jedenfalls nicht, wenn man trockenen und sauberen Fußes über die Straße gelangen möchte. Ansonsten muss hier nämlich der Grünstreifen betreten werden, der, wie Wiebusch meint, oftmals nicht gepflegt sei.
Am Tag des Unfalls war das Wetter besonders schlimm: Regen und Sturm, dazu schlechte Sicht führten dazu, dass die Schülerin übersehen wurde (das WOCHENBLATT berichtete). Ihre Freundin musste alles mit ansehen. Beide leiden noch immer unter den Folgen des Unfalls.

"Schon vor 15 Jahren hat es die Diskussion gegeben, hier eine Beleuchtung zu installieren", so Wiebusch. Passiert sei allerdings nichts. Dabei denken die Eltern nicht nur an die jetzigen Schüler. Auch in Zukunft werden hier Kinder und Senioren mit dem Bus fahren, die zunächst die Fahrbahn überqueren müssen. Am sehnlichsten wünschen sie sich Licht an den Haltestellen. "Oder wenigstens rechtzeitig ein Schild, das auf die Bushaltestelle hinweist, sodass die Verkehrsteilnehmer aufmerksamer sind", so Mundt. Auch eine Reduzierung der Geschwindigkeit könnten sich die befreundeten Eltern vorstellen. Im Sommer sollte das Maisfeld nicht so weit an die Straße reichen, um die Sicht nicht noch weiter zu behindern.

Auf WOCHENBLATT-Anfrage antwortete Samtgemeinde-Bürgermeister Ralf Handelsmann, dass die Gemeinden an Bushaltestellen außerhalb der Ortschaften nicht zuständig seien, sondern der Landkreis. Dieser sehe aber keine Beleuchtung an Kreisstraßen vor. Die Anregungen der Bürger seien aber an den Landkreis weitergeleitet worden. Zudem habe man Haushaltsmittel in der Gemeinde Deinste bereitgestellt, um an vier Haltestellen eine Beleuchtung anzubringen. "Doch das muss mit dem Landkreis besprochen werden, sobald der Haushalt genehmigt wurde", so Handelsmann. Außerdem habe es seitens des Landkreises einmal die Pläne gegeben, dass die Bushaltestellen zusammengelegt und auf die Gerade ein Stück weiter entlang der Straße verlegt werden. Auch das müsse zunächst geklärt sein, bevor Maßnahmen ergriffen werden können, so der Samtgemeinde-Bürgermeister.

Die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises habe bereits kurz nach dem Unfall eine Besichtigung mit der Polizei an dieser Stelle durchgeführt, teilte Christian Schmidt, Pressesprecher des Landkreises Stade, auf WOCHENBLATT-Anfrage mit. Eine Beleuchtung sei hier als sinnvoll erachtet worden, müsse aber mit der Gemeinde abgesprochen werden. Ebenso gebe es die Möglichkeit, gegenüber der Haltestelle den Grünstreifen zu befestigen, um ein direktes Überqueren der Fahrbahn zu ermöglichen. Zudem stelle der Landkreis Gemeinden mit derartigen Bushaltestellen farbige, reflektierende Leuchttonnen zur Verfügung, um die Sichtbarkeit zu erhöhen, wenn ein Antrag dazu gestellt werde. "Ansonsten können wir nur an die Autofahrer appellieren, sich an die Geschwindigkeit und das Überholverbot zu halten", so Schmidt.

Autor:

Jaana Bollmann aus Stade

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