Toter soll zur Bundeswehr

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Verwechslung: Klaus Brandt (79 †) starb im Februar - nun beordert ihn das Landeskommando

tp. Mulsum. "Jetzt wird es ganz verrückt!": Dies war die erste Reaktion der Witwe Mary Brandt (79) aus dem Dörfchen Mulsum (Samtgemeinde Fredenbeck), als ihr vor wenigen Tagen ein Schreiben der Bundeswehr ins Haus flatterte. In dem Brief beordert das Militär Mary Brandts verstorbenen Ehemann Klaus Brandt (79 †) in die neue "Regionale Sicherungs- und Unterstützungskompanie Küste" der Bundeswehr.
Bei Hochwasser Sandsäcke stapeln, im Kriegsfall Kasernen bewachen? Selbst wenn Klaus Brandt das gewollt hätte, mit seinen fast 80 Jahren wäre er für eine Reservistenlaufbahn deutlich zu alt und überdies gesundheitlich nicht dazu in der Lage gewesen: Der Landwirt und Straßenbau-Polier im Ruhestand war schwer nierenkrank und gehbehindert. Soldat ist er übrigens nie gewesen.
In dem merkwürdigen Schreiben bedankt sich das Landeskommando für Klaus Brandts angebliches "Interesse und beabsichtigtes künftiges Engagement" in der Sicherungskompanie und fügte gleich eine Einverständniserklärung für die Beorderung sowie einen Erfassungsbeleg bei.
Witwe Mary Brand schüttelt den Kopf: "Mein Mann hatte mit dem Militär nichts am Hut. Er hat sich garantiert nicht als Reservist beworben."
Als das WOCHENBLATT beim Landeskommando in Hannover nachhakt, wird klar: Klaus Brandt wurde mit einem jüngeren Namensvetter aus dem Nachbar-Ort Kutenholz verwechselt, der sich tatsächlich für den freiwilligen Dienst beworben hat. "Wir bitten die Panne zu entschuldigen", sagt der Pressesprecher des Landeskommandos, Jürgen Engelhardt.
Unterdessen wachsen bei Mary Brandt die Zweifel an der Gründlichkeit der Bundeswehr: Wenige Wochen, nachdem ihr Sohn Heinz (19 †) im Jahr 1976 bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen war, erhielt er einen Musterungsbescheid.

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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