Ein Hotel für Reiter mitten in der Natur

Das Bild zeigt einen Entwurf, wie sich Eigentümer Robert Spielberg die Bebauung des "Uhlenbusch" vorstellt
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Robert Spielberg konkretisiert seine Pläne für das "Uhlenbusch"-Areal bei Hanstedt. 

mum. Hanstedt. "Gut Ding will Weile haben" lautet ein Sprichwort, das aktuell auf die Pläne von Robert Spielberg zutrifft. Bereits vor gut fünf Jahren - Anfang 2014 - stellte der Hamburger Unternehmer mit Wurzeln in Handeloh-Höckel seine Pläne für das zuletzt als Jugendbildungsstätte des Landkreises genutzte Areal "Uhlenbusch" am Rande Hanstedts (nahe dem Waldbad) im WOCHENBLATT-Gespräch vor. Spielberg möchte auf dem riesigen Gelände - es geht um etwa elf Hektar - unter anderem ein Reiterhotel mit einem Restaurant und einem Appartementhaus eröffnen. Damals wie heute stellen die Pläne eine große Bereicherung für die Region dar. "Die Zahl der Heide-Touristen steigt kontinuierlich", sagt etwa Hanstedts Samtgemeinde-Bürgermeister Olaf Muus. Damit verbunden sei auch eine größere Nachfrage nach Übernachtungsmöglichkeiten.
"Natürlich habe ich mir auch gewünscht, dass wir deutlich weiter mit der Umsetzung sind", räumt Spielberg ein. Allerdings habe die Komplexität des Projektes für zahlreiche Verzögerungen gesorgt. Spielberg sieht darin aber keinen Nachteil. "Für mich handelt es sich um ein Herzensprojekt, daher muss auch wirklich alles passen", so der Eigentümer, der seinen Wohnsitz später nach Hanstedt auf das Areal verlegen möchte.
Spielberg plant keinen riesigen Hotelbetrieb. Er gehe von höchstens 24 Hotelzimmern aus, dazu vielleicht 16 Appartements. "Die Größe muss so sein, dass das Haus auch als Familienbetrieb zu führen ist", so Spielberg. Eine Event-Scheune soll zudem als Schulungs- und Tagungszentrum genutzt werden können.

Zwischen Tradition und modernem Anspruch
"Mir ist sehr wichtig, dass meine Pläne zu der großartigen Gegend passen", sagt Robert Spielberg. Vor gut fünf Jahren erwarb er die ehemalige Jugendbildungsstätte "Haus Uhlenbusch" samt elf Hektar Grundstück für eine Million Euro. Doch die Umsetzung seines Reiterhotels verzögerte sich immer wieder. Spätestens im kommenden Jahr möchte er nun die notwendigen Bauanträge einreichen. Seine Pläne stellte Spielberg jüngst der Politik vor. Da es laut seinen Angaben keine nennenswerten Abweichungen von bestehenden Vorschriften gibt, rechnet Spielberg mit einem zügigen Genehmigungsverfahren. "Ich wünsche mir, dass wir dann in gut drei Jahren komplett fertig sind."
Laut Spielberg stellen die topographischen Bedingungen die Planer vor eine große Herausforderung. "Ich möchte den Baumbestand erhalten und auch das hügelige Geländeprofil so gut es geht unverändert lassen", sagt der Geschäftsmann. Dieser Ansatz habe auch zu Verzögerungen geführt, denn manche der geplanten Gebäude passen dann nicht zueinander, wenn man sie auf dem Gelände verschiebt.
Konkret stellt sich Spielberg den Nachbau einer alten Hofstelle vor - mit Wirtschaftsgebäuden und einer Scheune. Es sollen elf Gebäude entstehen, darunter ein Hotel (24 Zimmer) mit angeschlossenem Restaurant (bis zu 60 Plätze). "Mir ist wichtig, dass die Hanstedter wissen, dass es sich nicht um eine geschlossene Club-Anlage handelt", so Spielberg. "Jeder ist willkommen, jeder kann Gast sein." Spannend ist das Konzept für die Scheune. Dort soll unter anderem ein Arbeitsbereich für einen Schmied eingerichtet werden. Außerdem soll eine etwa 350 Quadratmeter große Fläche für Schulungen und Tagungen entstehen - ausgestattet mit der modernsten Kommunikationstechnik.
Die etwa 16 Appartements können nach Spielbergs Vorstellung auch für eine längere Zeit angemietet werden. Ungewöhnlich - aber durchaus passend zu einer Hofstelle nach historischem Vorbild - ist eine kleine Kapelle mit etwa 35 Sitzplätzen. "Dort könnten Hochzeiten stattfinden", so Spielberg, der zuvor das Gespräch mit der Hanstedter St. Jakobi-Kirche gesucht hat. Robert Spielberg hat sich intensiv mit der Geschichte des "Uhlenbusch" beschäftigt. Er hat alte Bilder gesichtet, Unterlagen eingesehen. "Ich weiß um die Bedeutung dieser Einrichtung für die Hanstedter", sagt er. Aus diesem Grund möchte er das Areal auch weiterhin für Naturfreunde und Spaziergänger geöffnet lassen. "Wenn Zäune gezogen werden, dann nur um etwa die Pferde zu schützen", so Spielberg. "Nicht um Menschen auszuschließen."
Spielberg plant, auf dem Grundstück ein Haus auch für sich selbst zu bauen. "Das wird aber keine riesige Villa", sagt er. Außerdem entstehen zwei weitere Häuser auf dem Areal. Im Zentrum des neuen "Uhlenbusch" soll zudem ein kleiner See angelegt werden.
Wie viel Geld der Hamburger Unternehmer insgesamt investieren möchte, will er nicht sagen. Ebenso hält er sich offen, Hotel und Restaurant später selbst zu führen.

Lazarett, Kurheim und Bildungsstätte
Die Nutzung des Geländes südwestlich von Hanstedt geht bis in die 1920er Jahre zurück. Hamburger Sportvereine, die den Kopfbau des einstigen Hauptgebäudes errichteten, nutzten das Haus als Unterkunft. 1937 wurde das Gelände von der Landesversicherungsanstalt (LVA) Hamburg übernommen. Erweiterungsbauten für das Hauptgebäude und eine Turnhalle wurden umgesetzt. Während des Zweiten Weltkriegs dienten die Gebäude als Lazarett.
Nach dem Krieg betrieb die LVA das Gelände überwiegend als Kurheim. In dieser Zeit wurden weitere Gebäude errichtet (Stall, Garagen und Wirtschaftsgebäude). Das so genannte Arzthaus und vier Wohnhäuser für Personalfamilien wurden 1962 genehmigt.
Als sich die LVA von dem Objekt in den 1980er Jahren trennen wollte, schlug der Landkreis zu. Zunächst wurde der "Uhlenbusch" gepachtet, später gekauft und während dieser Zeit als Jugendbildungsstätte verwendet. 2005 beschloss der Kreisrat den Verkauf. Als mögliche Investoren hatten sich in der Vergangenheit unter anderen Gastronomen und ein buddhistischer Bettelmönchsorden für den „Uhlenbusch“ interessiert. Im Gespräch war auch ein Betreiber einer Klinik für Demenz-Patienten.

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