Plattdeutscher Abend in Egestorf
Volles Haus für Musik und Sketche in Dresslers Hus
- Judi und Hartmut Großmann brachten plattdeutsche Sketche auf die Bühne
- Foto: Astrid Sitarz
- hochgeladen von Anika Werner
Musik, Sketche und plattdeutsche Geschichten sorgten in Egestorf für einen Abend voller Stimmung und Heiterkeit. Rund 50 Gäste drängten sich in Dresslers Hus, so viele, dass kurz vor Beginn der Veranstaltung noch zusätzliche Stühle hereingetragen werden mussten.
Im Mittelpunkt stand das Zusammenspiel des Reppenstedter Trios mit Claus Peper, Klaus Stehr und Maggie Grüttner. Die drei musizieren seit Jahren gemeinsam und überzeugten mit sicherem Zusammenspiel. Peper begeisterte mit Gesang, Gitarre und Drehleier, etwa mit einer plattdeutschen Fassung des schottischen Klassikers „Auld lang syne“. Stehr griff zu Gitarre und Mandoline, während Grüttner mit verschiedenen Flöten, Geige und Cajon das Klangbild abrundete.
Das Programm spannte einen Bogen vom bekannten „Fresenhof“ bis hin zu stimmungsvollen Herbstliedern, die zum Mitsummen einluden. Bei der Zugabe „An’e Eck steiht’n Jung“ sang der ganze Saal mit und verabschiedete sich beschwingt in den Abend.
Für heitere Momente sorgten die Wortbeiträge von Hartmut Großmann aus Stelle und seinem Enkel Judi. Der 19-Jährige, in Madagaskar geboren und seit Jahren kaum im Kontakt mit der Sprache, wagte sich gemeinsam mit seinem Großvater auf die plattdeutsche Bühne. Drei Sketche hatten die beiden vorbereitet, darunter ein in die Gegenwart verlegter „Froschkönig“ und das Stück „Üm de Wett bölken“ von Hayo Schütte.
Auch eigene Geschichten fanden ihren Platz. Hartmut und Judi Großmann lasen zwei Texte des Autors in verteilten Rollen, mit Gestik und Mimik, die das Publikum zum Lachen brachten. Zum Abschluss trug Großmann die Geschichte „Lever eensam as gemeensam“ vor, die beim Wettbewerb „Vertell doch mal!“ in diesem Jahr den vierten Platz erreicht hatte.
Das Publikum dankte mit herzlichem Applaus und einer großzügigen Hutspende. Musiker und Erzähler nahmen die Begeisterung spürbar bewegt entgegen, und in Dresslers Hus war man sich einig: Plattdeutsch lebt, wenn es so lebendig und nahbar präsentiert wird.
Redakteur:Anika Werner aus Winsen |
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