Geschätzte Kosten von 2,4 Millionen Euro
Dorfgemeinschaftshaus Asendorf wird ohne Fördermittel des Bundes saniert

Das sanierungsbedürftige Dorfgemeinschaftshaus Asendorf | Foto: Gemeinde Asendorf
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Der Rat der Gemeinde Asendorf hat beschlossen, die Förderung zur Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses (DGH) in Höhe von 666.000 Euro durch das Bonner Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) nicht zu beanspruchen. Das teilt Bürgermeister Rainer Mencke mit. 

Die Gemeinde hatte sich demnach 2023 und 2024 für eine Förderung durch das Bundesinstitut beworben. 2024 gab es eine mündliche Zusage, die als generelle Forderung beinhaltete, dass man 40 Prozent von einer zuvor geschätzten Sanierungsgröße von 1,5 Millionen Euro als Festbetrag bezuschusse, sofern die Förderkriterien zur Sanierung nach KfW 70 Standard eingehalten würden. Das bedeutet, dass die energetische Sanierung 30 Prozent besser als der zur Zeit gesetzlich vorgeschriebene Standard erfolgen muss.

"Nach umfangreichen Gesprächen mit der Förderbehörde erfolgte im Frühjahr 2025 eine europaweite Ausschreibung für Planungsleistungen, welche leider wiederholt werden musste, weil es zu wenig Bewerber gab, die sich für das Projekt interessierten", so Rainer Mencke. 

Die Planungen wurden begonnen und sind nun mit einer Entwurfsphase abgeschlossen. Die geschätzten Sanierungskosten belaufen sich inzwischen auf 2,4 Millionen Euro. Darin enthalten sind auch energetische Maßnahmen für ein Wärmeverbundsystem mit 16 cm Wärmedämmung der Außenfassade, eine Kellerdeckendämmung unter Küche und Sanitärtrakt sowie ein kompletter Austausch der vorhandenen Fenster, Türen und des Panoramafensters von Zweifachverglasung auf Dreifachverglasung. Die Ratsmehrheit sah in der Umsetzung der Maßnahmen keine funktionale Verbesserung für das DGH. Viel notwendiger seien die Dachsanierung wegen Asbest, eine Nachrüstung des Brandschutzes, ein barrierefreier Umbau oder auch das Ersetzen der Heizöl-Heizung durch eine Wärmepumpe und eine neue Lüftungstechnik.

"Die erwähnten drei energetischen Sanierungsmaßnahmen umfassen ein Kostenvolumen von geschätzt 500.000 Euro. Damit wäre der zu erwartende Förderzuschuss von 666.000 Euro mit den dazugehörigen Architektenleistungen bereits nahezu neutralisiert", gibt der Bürgermeister zu bedenken. Ein weiteres Argument gegen die Inanspruchnahme der bis Ende 2029 befristeten Förderung sei die zeitliche Umsetzung des Vorhabens. Da bis heute keine verbindliche Förderzusage vorliege und die Entwürfe in diesem Jahr noch durch das Landesamt für Liegenschaften Niedersachsen baufachlich geprüft werden müssten, würden Ausschreibung und Vergabe von Bauleistungen frühestens im Sommer 2027 erfolgen können. Es verbleibe somit lediglich ein Zeitfenster von maximal zwei Jahren, in dem sämtliche Sanierungen ausgeführt werden müssten. "Das bedeutet aber faktisch, dass während dieser Umsetzung der Maßnahmen keinerlei Aktivitäten im DGH mehr stattfinden können."

Ausweichmöglichkeiten auf andere Räumlichkeiten im Dorf gibt es laut Rainer Mencke nicht. Alternativ könnte man bestimmte Sportaktivitäten auf Hallen in der Samtgemeinde Hanstedt verlegen, aber auch dort gebe es bereits heute eine gute Auslastung.

Im Rahmen der Sanierungsplanung habe sich zudem ein zusätzlicher Finanzbedarf von etwa 900.000 Euro ergeben. Die Gemeinde Asendorf müsste dafür einen Kredit aufnehmen, welcher langfristig die Kommune in ihrer Handlungsfreiheit extrem beschränken und zu einer gewaltigen Erhöhung der Steuern führen würde. Wenn dagegen das DGH nicht innerhalb des Förderprogramms in den nächsten zwei Jahren, sondern schrittweise über einen Zeitraum von fünf bis acht Jahren saniert würde, könnte dies aus dem Gemeindehaushalt fachgerecht erfolgen. Es müsste kein Kredit aufgenommen werden, zumal die Gemeinde durch den geplanten Windpark ab 2030 vermutlich jährliche Einnahmen in Höhe von 200.000 Euro erwarten dürfte. Auch würden durch die zeitlich gedehnten Bauarbeiten die Vereinsaktivitäten im Dorf "nicht gänzlich erstickt werden".

Vor diesem Hintergrund beschloss der  Gemeinderat, dass die Sanierung des DGH weiterhin fortgesetzt wird, jedoch mit einer zeitlichen Streckung und - wenn möglich - mit Fördermitteln aus anderen Programmen, die zum Sanierungszeitraum passen.

Redakteur:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

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