Glauben und genießen in Harsefeld

Pastor Heinrich hofft, dass im Don Camillo künftig viele Aktivitäten stattfinden
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Harsefelder Kirchengemeinde beschreitet mit dem Ex-Lokal "Don Camillo" neue Wege

jd. Harsefeld. Hier bekommen Gäste "geistige Getränke" und "geistliche Nahrung" serviert: So ließe sich vereinfacht das künftige Konzept für das "Don Camillo" in Harsefeld umschreiben. Das kleine Lokal in der Harsefelder Ortsmitte hat bereits mehrere Pächterwechsel hinter sich - der letzte Wirt hat im Mai das Handtuch geworfen. Eigentümer ist die örtliche Kirchengemeinde. Die will den Gastraum nun zum Teil selbst nutzen, aber auch anderen Gruppen und Einrichtungen (siehe Kasten) zur Verfügung stellen. Außerdem sind verschiedene Veranstaltungen geplant - mit religiösen Themen, bei denen aber weltliche Genüsse nicht zu kurz kommen.

Eines stellt Pastor Hermann Heinrich jedoch klar: "Wir werden hier keine Kirchenkneipe betreiben." Damit sind Spekulationen vom Tisch, dass sich die Gemeinde selbst gastronomisch betätigt - wie schon vor vielen Jahren zu den Anfangszeiten des "Don Camillo". Die Story mit dem Pastor am Zapfhahn sorgte damals überregional für Schlagzeilen, nachdem ein Gastwirt aus Ärger über die kirchliche Konkurrenz seine Kneipe kurzerhand in "Peppone" umbenannte - analog zu den Protagonisten der bekannten Filmkomödie.

Gegen ein frisch gezapftes Bier hätte Pastor Heinrich auch weiterhin nichts einzuwenden. Der lebensfrohe Gottesmann, dessen imposante Erscheinung rein gar nichts von der protestantisch-nüchternen Strenge verkörpert, die viele seiner Amtskollegen ausstrahlen, konnte schon bei manchem Fest unter Beweis stellen, dass er am Tresen eine genauso gute Figur wie am Altar macht. "Doch der Ausschank von Fassbier würde sich leider nicht lohnen", bedauert Heinrich. Dafür gebe es auch künftig zu wenig Veranstaltungen.

Aber eine solche Gottesgabe wie der Gerstensaft schmeckt auch aus Flaschen - und glauben und genießen schließen sich nach Ansicht von Pastor Heinrich auch nicht aus. Im Gegenteil: Beides lasse sich auf wunderbare Weise verbinden, wie erst kürzlich eine Veranstaltung im "Don Camillo" gezeigt habe. Unter dem Motto "genussvoll glauben" fand eine Whisky-Verkostung statt. Den Besuchern wurden neben dem hochgeistigen Malzgetränk kulinarische Leckereien und geistliche Texte kredenzt.

Ausgerichtet wurde der Whisky-Abend vom Männerkreis der Gemeinde, der das "Don Camillo" als festes Domizil für seine künftigen Aktivitäten bereits in Beschlag genommen hat.
Die Aktionen laufen passend zur Örtlichkeit unter dem Titel "Männerwirtschaft". "Es sollen Männerthemen auf den Tisch kommen", sagt Heinrich. Kerle könnten auch mal ein wenig rustikaler über manche Dinge - auch über Glaubenssachen - sprechen, wenn sie unter sich und keine Frauen dabei seien. "Da bietet das 'Don Camillo' doch die richtige Atmosphäre."

Ein weiteres Projekt befindet sich noch in der Ideenphase: "Angedacht ist, ab dem kommenden Frühjahr etwa alle zwei Monate einen unterhaltsamen Abend im Talkshow-Format auszurichten. Arbeitstitel: Das rote Sofa.", sagt Dr. Dietmar Dunst, der sich im Arbeitskreis zur Zukunft des "Don Camillo" engagiert. Interviewt werden sollen besondere Gäste zu Fragen rund ums Christsein. "Der Gastraum mit seinen gerade mal 25 Plätzen hat einen fast intimen Charakter, sodass in engerem Kreis auch sensible Dinge zu Sprache kommen können", meint Heinrich. "Ich sehe die eher beengten Räumlichkeiten nicht als Einschränkung, sondern als Chance. Auch Veranstaltungen mit kleinem Publikum können reizvoll sein."

Raum steht für Gruppen offen

"Wir möchten, dass dieser zentrale Ort mitten in Harsefeld weiterhin mit Leben erfüllt bleibt", sagt Pastor Heinrich. Daher wird das "Don Camillo" nicht nur für eigenen kirchlichen Gruppen und Hauskreise offenstehen: Ab sofort können dort auch gemeinnützige Vereine, soziale Einrichtungen und Gruppen, die sich irgendeiner Weise ehrenamtliche engagieren, kleiner Veranstaltungen mit begrenzter Teilnehmerzahl ausrichten. Auch Elternabende sind möglich. "Wir erheben keine Raummiete. Dieses Angebot ist kostenlos", so Heinrich. Ein "No-Go" seien allerdings politische Veranstaltungen. "Der Gemeinderat hat beschlossen, den Raum nicht für Parteien zur Verfügung zu stellen." Eine Vermietung für private Feiern ist auch nicht möglich.

• Anfragen sind an das Gemeindebüro zu richten: kirchenbuero@kirche-harsefeld.de. 

Pastor Heinrich hofft, dass im Don Camillo künftig viele Aktivitäten stattfinden
Das Don Camillo in Harsefeld
Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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