"Ich bin kein Schatzsucher" / Nils Bludau ist Sondengänger mit offizieller Genehmigung

Sonde und Spaten sind seine wichtigsten Utensilien: Nils Bludau ist Sondengänger. Mit dem Metalldetektor begibt sich der Hobby-Historiker auf Spurensuche in die Vergangenheit. Bei einem Bodenfund schlägt das Gerät an. Der Buxtehuder ist mit behördlicher Genehmigung unterwegs. Er hat die sozusagen die Lizenz zum Suchen.
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Eines mag der Bereichsleiter einer Firma für Medizintechnik gar nicht: ihn als "Schatzsucher" zu bezeichnen. "Mir geht es nicht darum, wertvolle Gold- oder Silberschätze aufzuspüren", erklärt Bludau. Solche Leute gebe es sicher auch - vor allem in der illegalen Sondengänger-Szene, wo oft ohne behördliche Erlaubnis im Boden geräubert werde. Er verstehe sich eher als verlängerter Arm der Archäologen: "Ich unterstütze mit meinem Hobby die Erforschung unserer Regionalgeschichte."

Ein Faible für Altertumskunde hat Bludau bereits von Kindesbeinen an: "Mich haben schon damals die Großsteingräber fasziniert." Als Schüler unternahm er Ausflüge zu den historischen Stätten in der Umgebung, schaute sich alte Ringwälle an und besichtigte Kirchen." Aus der Begeisterung für geschichtliche Themen hat sich ein Hobby entwickelt, das der junge Familienvater mit Herzblut betreibt: "Manchmal ziehe ich schon um sechs Uhr morgens los, um die Äcker abzusuchen."

Dabei stehe weniger das Sammeln alter Gegenstände im Vordergrund, so Bludau: "Die Suche selbst ist für mich immer wieder ein besonderes Erlebnis." Allein durch die Landschaft zu streifen, bedeute für ihn Entspannung pur: "Das ist ein toller Ausgleich zu meinem Bürojob." Welche Flächen er mit seiner Sonde abschreitet, legt Bludau in Abstimmung mit dem Stader Kreisarchäologen Daniel Nösler fest. Sobald der rund 1.500 Euro teure Metalldetektor piept, nimmt Bludau das Erdreich genauer unter die Lupe.

Je nach Größe des Gegenstandes erfasst die Sonde Tiefen von 20 bis 30 Zentimetern. Zu Tage gefördert hat er Funde aus einer Zeitspanne von fast 4.000 Jahren. Zu seinen ältesten Stücken gehört ein rund 3.800 Jahre altes Beil aus der Bronzezeit. Auch Fibeln (Broschen) findet er immer wieder. Sie lassen sich in die Zeit um Christi Geburt oder in die bewegten Jahrhunderte der Völkerwanderung datieren.

Jüngeren Datums sind die zahlreichen Münzen, die der Sondengänger aus dem Boden geholt hat. Die älteste ist ein sogenannter Witten aus dem 13. Jahrhundert, das klassische Zahlungsmittel der Hanse. Auch auf die Spuren kriegerischer Auseinandersetzungen ist Bludau schon gestoßen - wie die Musketenkugel aus dem 30-jährigen Krieg oder den Regimentsknopf aus der Napoleon-Ära.

Viele Funde kann der Hobby-Historiker selbst datieren: "Ich habe umfangreiche Fachliteratur zu Hause." Der Kreisarchäologie erstattet er regelmäßig Bericht. Bei besonderen Funden ruft er schon mal direkt vom Acker aus an. Die Objekte, die er nach Prüfung durch die Fachleute behalten darf, werden in Tütchen verpackt archiviert - mitsamt einer Dokumentation des Fundortes per GPS.

Auf den großen Schatzfund wie in Rügen spekuliert Bludau nicht: "Für mich ist ein Fundstück schon dann kostbar, wenn es aus historischer Sicht neue Erkenntnisse bringt."

Suchen nur mit Erlaubnis

 "Auch wenn es für viele spannend ist: Ich warne davor, auf eigene Faust und ohne Erlaubnis mit der Sonde loszuziehen." - Der Stader Kreisarchäologe Daniel Nösler weist eindringlich darauf hin, dass für den Einsatz von Metalldetektoren zum Aufspüren von Bodenfunden eine behördliche Genehmigung erforderlich ist. "Verstöße dagegen werden konsequent mit Ordnungswidrigkeitsverfahren oder Strafanzeigen verfolgt", erklärt Nöslers Harburger Kollege Dr. Jochen Brandt.

Wer im Dienste der Wissenschaft mit der Sonde unterwegs sein will, müsse zunächst an einer Schulung des Landesamtes für Denkmalpflege in Hannover teilnehmen, so Brandt: "Dort geht es um rechtliche Fragen und den Umgang mit Weltkriegsrelikten wie Granaten."
"Sondengehen ist mittlerweile ein richtiger Volkssport geworden" sagt Nösler.

Er freut sich zwar über die Unterstützung von ehrenamtlicher Seite, doch er ärgert sich auch über die vielen "schwarzen Schafe": "Wir haben schon Leute erwischt, die heimlich die Grabungsflächen nach Funden durchstöberten." Aber auch für offiziell zugelassene Sondengänger gebe es strenge Bestimmungen, so Nösler: "Bodendenkmäler sind grundsätzlich tabu. Wälder ebenfalls, weil sich dort viele Objekte in ihrer ursprünglichen Lage befinden." 

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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