"Wilhelm-Nack-Haus": Hollenbeck ehrt ehemaligen Dorfschullehrer

Rüdiger Frank, Hermann Holst und Hans-Hinrich Stahmann (v.li.) vor der kleinen Ausstellung, die im Wilhelm-Nack-Haus über das Wirken des Lehres informiert    Fotos: jd/privat
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jd. Hollenbeck. Seit 2009 läuft im Harsefelder Ortsteil Hollenbeck die Dorferneuerung, die jetzt vor dem Abschluss steht. Rund 2,7 Mio. Euro sind in dieser Zeit in den Ausbau von Wegen, die Verschönerung des Ortsbildes und die Sanierung von Gebäuden geflossen. Eine der größten Einzelmaßnahmen war dabei die Modernisierung des Dorfgemeinschaftshauses, in der bis 1974 die Dorfschule untergebracht war. Das Gebäude verfügt jetzt nicht nur über schöne, frische renovierte Räumlichkeiten, sondern hat sogar einen Namen erhalten: Der zentrale Ort des Hollenbecker Dorflebens heißt jetzt Wilhelm-Nack-Haus. Gewürdigt wird damit das Wirken eines Mannes, der viele Jahre im Ort als Dorfschullehrer tätig war und dessen Ruf als herausragender Pädagoge noch immer nachhallt.

"Dieser Lehrer muss ein ganz besonderer Mensch gewesen sein", sagt Rüdiger Frank, Vorsitzender des Heimatvereins "Rund um dat Dörp". Frank selbst kennt Nacks Wirken nur aus Erzählungen seiner Schwiegermutter: Diese habe oft von ihren schönen Erlebnissen aus ihrer Schulzeit bei Nack berichtet. Nack verstarb 1984 im Alter von 93 Jahren. Mehr als drei Jahrzehnte nach seinem Tod kommt der Pädagoge nun zu späten Ehren. "Ich bin vor einiger Zeit bei meinen Recherchen für eine Jubiläumsschrift auf Nack gestoßen", berichtet Hermann Holst, ein Mitstreiter Franks im Heimatverein. Holst entdeckte die umfangreiche Schulchronik, die Nack während seiner Zeit als Hollenbecker Dorfschullehrer verfasst hatte.

Der 1892 geborene Nack absolvierte 1912 das Studienseminar in Stade und war nach dem 1. Weltkrieg zunächst in Bliedersdorf und Kakerbeck als Lehrer tätig. 1931 kam er dann nach Hollenbeck, wo er bis zur Pensionierung im Jahr 1958 blieb. Ein langer Zeitraum von Nacks Hollenbecker Zeit fiel also in die dunklen Jahre der Nazi-Herrschaft. "Doch anders als viele seiner Kollegen hat Wihelm Nack die NS-Ideologie nicht in seinen Unterricht einfließen lassen", sagt Frank. Dieser Lehrer sei seiner christlich geprägten Grundhaltung treu geblieben und habe seine Schüler Toleranz und Nächstenliebe gelehrt - zwei Eigenschaften, die mit faschistischer Denkweise nicht vereinbar gewesen seien.

"Von meiner Schwiegermutter weiß ich, dass Nack seine Position nie missbraucht hat, um die Schüler zu manipulieren", sagt Frank. Der Dorfschullehrer habe eher im Sinne einer Reformpädagogik gearbeitet, habe das "grüne Klassenzimmer" in der Natur dem Schulhaus vorgezogen und sich im Auftrag des Landkreises ehrenamtlich für den Naturschutz engagiert. Zur Generation der älteren Hollenbecker, die Nack noch persönlich als Lehrer erlebt haben, gehört Hans-Hinrich Stahmann: "Nack ist es gelungen, uns Kindern die Lust am Lernen zu vermitteln. Ich kann mich noch an die zahlreichen Exkursionen ins Auetal erinnern. Nack war von ganzem Herzen Lehrer und für viele Hollenbecker ein Vorbild." Die ehemalige Dorfschule nach ihm zu benennen, sei richtig. So werde das Gedächtnis an ihn bewahrt.

Nack verfasste auch Gedichte

Wilhelm Nack betätigte sich auch als Heimatforscher und Schriftsteller. So verfasste er zahlreiche Gedichte, die in verschiedenen Bändchen abgedruckt wurden. Der Inhalte vieler Gedichte ist auch heute noch aktuell, wie folgende Verse beweisen:
"Warum jagen und hasten wir Menschen so sehr?
Warum dieses Raffen nach mehr, nach mehr?
Warum dieses kalte Nebeneinander?
Warum nicht ein warmes Füreinander?
Warum dieser Dienst stets am eigenen Ich?
Warum gib's so wenig "Für dich, für dich"?
Warum denn immer am Eigenen kleben?
Warum nicht für Andere tätiger leben?" Nack verfasste auch Gedichte Wilhelm Nack betätigte sich auch als Heimatforscher und Schriftsteller. So verfasste er zahlreiche Gedichte, die in verschiedenen Bänden abgedruckt wurden. Der Inhalt vieler Gedichte ist auch heute noch aktuell, wie folgende Verse beweisen:
"Warum jagen und hasten wir Menschen so sehr? Warum dieses Raffen nach mehr, nach mehr?
Warum dieses kalte Nebeneinander? Warum nicht ein warmes Füreinander?
Warum dieser Dienst stets am eigenen Ich? Warum gib's so wenig "Für dich, für dich"?
Warum denn immer am Eigenen kleben? Warum nicht für Andere tätiger leben?"

Rüdiger Frank, Hermann Holst und Hans-Hinrich Stahmann (v.li.) vor der kleinen Ausstellung, die im Wilhelm-Nack-Haus über das Wirken des Lehres informiert    Fotos: jd/privat
Wilhelm Nack im Jahr 1946 mit seinen Schülern
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Jörg Dammann aus Stade

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