Zwei irre "Freaks": Jasmin und Sven Telemann aus Stade sind Hardcore-Fans der Band Hämatom

Jasmin (Mitte, mit "Pommesgabel") und Sven Telemann (vorne, 3.v.re.) beim "Meet the Freak" mit der Band   Fotos: privat/Hämatom
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  • Jasmin (Mitte, mit "Pommesgabel") und Sven Telemann (vorne, 3.v.re.) beim "Meet the Freak" mit der Band Fotos: privat/Hämatom
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(jd). In der Woche gehen Sven und Jasmin Telemann aus Stade einem Schreibtischjob nach, tragen im Büro Anzug bzw. Kostüm. Doch am Wochenende tauscht das Ehepaar oftmals den seriösen Bürodress gegen ein düsteres Outfit. Die beiden müssen schließlich die angemessenen Klamotten tragen, wenn es wieder auf Party-Tour geht. Das junge Paar lässt es dann richtig krachen - auf Konzerten der Band Hämatom. Die Telemanns sind eingefleischte Fans der "Wut-Rocker" aus Franken und mischen ganz vorn bei deren Fanclub mit, dem "Freak-Team": Sven Telemann ist Vorsitzender des vor anderthalb Jahren gegründeten Vereins, seine Frau Jasmin Kassenwartin.

"Die Band hat ihre Fans immer als Freaks bezeichnet", berichtet Sven Telemann: "Da ist der Name Freak-Team naheliegend." In dem Club sind mehr als 170 Anhänger der Metal-Band vereint. Die Mitglieder kommen aus ganz Deutschland, der Schweiz und Österreich. Ihre Motivation, die Deutschrocker mit dem brachialen Sound und der Grusel-Optik bei Auftritten und Marketing-Aktionen zu unterstützen, können die zwei Stader Hämatom-Fans ganz simpel erklären: "Die vier Jungs machen eine supergeile Musik und liefern immer wieder eine irre Show ab."

Neben der offiziellen Hämatom-Homepage hat das Freak-Team eine eigene Internetpräsenz mit vielen Infos über die kultigen Rocker, zu deren Markenzeichen es gehört, stets in Masken mit Horroreffekt aufzutreten. Auf der Fanpage finden sich auch die Termine der Band-Auftritte und der jährlichen Freak-Treffen. Diese Veranstaltungen haben es in sich: "Da wird durchgefeiert, bis wir uns nicht mehr auf den Beinen halten können", sagt Sven Telemann.

Im letzten Jahr trafen sich die Freaks in Rom - aber nicht in der italienischen Hauptstadt, sondern in einem gleichnamigen Kaff irgendwo in der ostdeutschen Provinz. Gefeiert wurde in einem alten Gasthof, der reichlich DDR-Charme versprüht. "Eine abgefahrene Location", meinen die Telemanns: "Der Laden war so abgerockt, dass es schon wieder kultig war." Einziges Manko: Die Boxen waren viel zu klein. So orderten die Freaks flugs ein angemessenes Sound-Equipment. Ohne die volle Dröhnung auf die Ohren lässt sich nicht so gut Party machen.

Wer Jasmin und Sven Telemann in ihrem "bürgerlichen" Alltag begegnet, kann sich kaum vorstellen, dass sie bei den Freak-Treffen zu Hardcore-Metallern werden. Aber die Bilder beweisen es: Beide sind mittendrin, wenn die Hämatom-Jungs ihre düstere Show abziehen. "Richtig cool an der Band ist auch, dass sie mit ihren Fans auf Tuchfühlung geht", meinen die beiden: "Wir vom Freak-Team haben das Anrecht, die Musiker vor den jeweiligen Konzerten zu treffen." Diese "Meet the Freaks" sind für die Telemanns immer ein Höhepunkt - genauso wie exklusive Einladungen ins Tonstudio. "Wir sind eben ein wenig verrückt", räumen die zwei ein, "und auf den Konzerten lernen wir viele weitere Verrückte kennen. Einfach geil."

Hämatom: Harter Sound, kritische Texte

 
Die Band Hämatom ist der deutschen Metal-Szene zuzuordnen. Als Vertreter des sogenannten Thrash-Metal (abgeleitet von engl. thrash: dreschen, prügeln) stehen sie für eine härtere Gangart bei dieser Musikrichtung. Die vier Musiker, die sich in der Öffentlichkeit nur in ihren Masken zeigen, üben gerade in ihren neueren Songs oftmals Gesellschaftskritik, wenden sich gegen Fremdenfeindlichkeit und rechte Gesinnung. Mit der Anfang 2018 erschienenen CD "Bestie der Freiheit" kletterte die Band, die auch schon als Vorgruppe von Rammstein aufgetreten ist, auf Platz 2 der deutschen Album-Charts.
Wer Hämaton in der Region live erleben will, hat dazu am Karfreitag (19. April) Gelegenheit: Die Metal-Rocker treten beim traditionellen "Lauten Abendmahl" in der Aladin Music Hall in Bremen auf.

• Infos: www.haematom.de 

Wer will Freak werden?

Sven und Jasmin Telemann suchen noch Gleichgesinnte. Wer Lust hat, dem Freak-Team beizutreten, ist herzlich willkommen. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 2,50 Euro im Monat. Neumitglieder zahlen eine Aufnahmegebühr von 15 Euro und erhalten für das Geld ein "Starter-Paket" mit T-Shirt, Lenyard und anderen nützlichen Fan-Utensilien.

• Infos: freak-team.de

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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