„Den Tod nicht tabuisieren“: Besonderes Projekt von Schule und Hospizdienst

Die Viertklässler der Grundschule Steinbeck zusammen mit den Ehrenamtlichen der 
Hospizgruppen und Klassenlehrerin Tanja Holzhaus (zweite Reihe 2. v. li.)
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    Hospizgruppen und Klassenlehrerin Tanja Holzhaus (zweite Reihe 2. v. li.)
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mi. Buchholz. mi. Buchholz. Das erste Bild zeigt eine alte Dame, die gemeinsam mit ihrer Enkelin ein Buch anschaut. Auf dem zweiten Bild liegt die alte Frau im Bett. Das kleine Mädchen schaut durch die Tür ins Zimmer. Was ist mit der Oma, schläft sie? Ist sie krank oder gar tot? Doch was bedeutet eigentlich „Tod“ und was passiert danach, was ist Trauer, warum wollen wir getröstet werden und was macht uns wieder glücklich? In der Grundschule Steinbeck setzten sich jetzt 18 Kinder unter pädagogischer Anleitung mit den oft tabuisierten Themen Tod und Sterben auseinander. Ein landkreisweit bisher einmaliges Projekt.
„Hospiz macht Schule“ ist eine spezielle Projektwoche für Grundschulklassen, die sich dem schwierigen Thema auf altersgerechte Weise annähert.  Entwickelt wurde sie an der Bundes-Hospiz-Akademie gGmbH. Bundesweit nahmen bisher rund 250 Schulen daran teil.
„Die Grundschule Steinbeck ist die erste Schule im Landkreis, an der wir diese Projektwoche anbieten“, erklärt dazu Wilfried Bolte vom Hospizdienst Nordheide. Gemeinsam mit Ehrenamtlichen von den Hospizdiensten Winsen und Marschacht sowie Klassenlehrerin Tanja Holzhaus führte er die Projektwoche durch. 18 Grundschüler nahmen daran teil. An fünf Tagen beschäftigten sie sich unter Anleitung mit den Aspekten „Werden und Vergehen“, „Krankheit und Leid“, „Sterben und Tod“, „Traurig-
sein“ sowie „Trost und Trösten“.
Im Rahmen des Projekts lernten die Kinder, dass auch negative Erfahrungen zum Leben gehören. Sie hatten die Gelegenheit, einem Arzt Fragen zu stellen. In einem Film lernten sie einen alten Mann kennen, der bald sterben wird, und erfuhren etwas über die Arbeit eines Bestatters. Auch die Frage, was nach dem Tod kommen könnte, spielte eine Rolle. Hier zeichneten die Kinder zum Beispiel Bilder zu ihren Vorstellungen. Gleichzeitig erfuhren sie, was die verschiedenen Religionen mit dem Jenseits verbinden. In einem vertraulichen Brief an die Eltern formulierten sie ihre ganz persönlichen Fragen zum Tod. Der Brief wanderte wie alles, was im Rahmen des Projekts gemacht wurde, in eine persönliche Mappe, die jedes Kind erhielt. Sie dient auch als Grundlage für Gespräche mit den Eltern. Die Angebote in der Woche waren für die Kinder komplett freiwillig. Getragen wurden alle Unterrichtseinheiten von Vertrauensübungen, gemeinsamem Singen und einem Tanz, bei dem sich die Schüler symbolisch von allen „Lasten“ befreiten. 
Eingebunden war das Projekt auch in eine intensive Zusammenarbeit mit den Eltern. „An zwei Elternabenden haben wir vorgestellt, was wir vorhaben, viele Eltern und auch die Lehrer waren anfangs skeptisch“, erklärt Gabi Meier vom Hospizdienst Nordheide. Die Eltern sorgten sich darüber, ob die Kinder durch das schwierige Thema nicht verstört werden, gerade wenn sie vielleicht selbst einen Angehörigen verloren haben. Letztlich entschieden sich aber alle Eltern für die Projektwoche.
„Kinder gehen oft sehr interessiert mit dem Thema Tod um, was sie aber verunsichert ist häufig vor allem die Reaktion der Erwachsenen“, erklärte Gabi Meier.
Klassenlehrerin Tanja Holzhaus war von der Projektwoche überzeugt. „Das war eine ganz tolle Erfahrung,  mit normalem Unterricht hatte das nichts zu tun.“
Den Abschluss der Woche bildete eine gemeinsame Feier, zu der auch alle Eltern eingeladen waren. Hier stellten die Kinder vor, was sie in der Woche erlebt hatten. Zum Abschluss schickten alle Kinder einen Luftballon mit ihren persönlichen Wünschen für die Zukunft in den Himmel.

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