Wiedersehen nach 50 Jahren

Die Pferdegatter sind noch die selben: Nach 50 Jahren trafen sich 
Barbara Gerhold (re.) und Silvia Schütt wieder
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    Barbara Gerhold (re.) und Silvia Schütt wieder
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 Frühere Kinderfreundinnen Barbara Gerhold und Silvia Schütt begaben sich auf eine Reise in die eigene Vergangenheit

mi. Buchholz.  Die zwei Frauen stehen vor der restaurierten Mühle, dem Wahrzeichen des Ortes Dibbersen (Buchholz). Hier, wo vor über 50 Jahren ihre Geschichte begann, trafen sie sich jetzt wieder. Als Kinder hatten Barbara Gerhold und Silvia Schütt am Mühlenberg in Dibbersen zusammen gespielt. Die eine im Schatten der Dibberser Mühle geboren und aufgewachsen, die andere ein Hamburger Ferienkind, das in den 50er und 60er Jahren möglichst jeden Sommertag bei den Großeltern auf dem Mühlenberg in Dibbersen verbracht hatte. Später trennten sich ihre Wege. Ausgerechnet eine Todesanzeige im WOCHENBLATT führte jetzt zu einem Wiedersehen. Für Barbara Gerhold eine Zeitreise in die Vergangenheit und der Anlass, ein Buch über ihre Jahre auf dem Mühlenberg in Dibbersen zu verfassen.
Es begann alles mit dem „Haus auf dem Mühlenberg“. Ein Blockhaus, das Barbaras Großvater 1935 inmitten eines kleinen Kiefernwäldchens im Schatten der damals nur von Wiesen und Weiden umgebenen Dibberser Mühle errichtete. Heute stehen auf dem Berg, wo einst nur Heidekraut wucherte, rund 200 Einzelhäuser. Das Blockhaus ist längst Geschichte.
Hier in Dibbersen bei den Großeltern Ottilie und Paul Willmann verbrachte das Stadtkind Barbara Gerhold unbeschwerte Ferientage. Die wilde Natur, das einfache Leben auf dem Dorf, der Opa - ein grandioser Geschichtenerzähler -, verbotene Ausflüge zur nahen Kiesgrube, Kartoffelnachlese auf den Feldern, die Tiere auf den Höfen und natürlich die Freundschaft mit der gleichaltrigen Silvia sind für sie unvergessliche Erinnerungen. Später als Teenager wurden die Besuche in Dibbersen weniger, die Freundschaft mit Silvia schlief ein. „Ich entwickelte mich, sehr zum Leidwesen meiner Großeltern, schnell zu einer richtigen 'Hippiebraut'“, erinnert sich die Autorin. Es folgte das Erwachsenwerden. Die Welt - auch die Abenteuer auf Mühlenberg - entzauberten sich. Barbara Gerhold arbeitete und lebte in Hamburg. Auch wenn sie zeitlebens gerne bei den Großeltern in Dibbersen war, hatte der Mühlenberg, der jetzt offiziell „Am Habenberg“ hieß, nicht mehr die Magie ihrer Kindertage.
Später, selbst schon im Ruhestand, zieht die Redakteurin aus Hamburg gemeinsam mit ihrem Mann in den Landkreis Harburg. „An der oberen Wümmeniederung fanden wir einen Flecken, der in seiner Beschaulichkeit und Naturbelassenheit ein bisschen an das Dibbersen meiner Kindertage erinnert.“
Als Barbara Gerhold im WOCHENBLATT eine Todesanzeige von Silvias Mutter liest, ist das für sie der Anlass, ihre Freundin aus Kindertagen zu kontaktieren. Bei einem Treffen sind die zwei jetzt auf den Spuren längst vergangener Kindertage durch Dibbersen gelaufen. „Viel war nicht mehr wiederzuerkennen, aber wir haben noch die alten Stellen, an denen wir spielten, gefunden“, sagt Barbara Gerhold Dazu gehört auch die alte Feldsteinmauer am Habenberg. „Die Mauer hat mein Großvater 1965 in Handarbeit errichtet“, erinnert sich seine Enkelin. Heute steht die Einfriedung, die auch das letzte Überbleibsel des Hauses am Mühlenberg ist, unter Denkmalschutz. Auch der alte Platz den Berg hinunter, wo früher Heidschnucken weideten und man einen Blick bis weit über die Autobahn hinaus hatte, fanden die zwei wieder. Auf den Wiesen stehen heute tatsächlich wieder Ponys, und vielleicht sogar die selben Holzgatter, die die zwei Freundinnen als Kinder so leicht überwanden. Immer auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer...

Das Buch: "Meine Ferien-Kindheit auf dem Land. Zeitreise in die Nordheide der 50er und 60er Jahre

Ihre Kindheitserinnerungen nahm Barbara Gerhold als Grundlage für ihr Buch „Meine Ferien-Kindheit auf dem Land - Zeitreise in die Nordheide der 50er und 60er Jahre“ (ca. 100 Seiten, Hardcover 21cm x 21cm) Zu bestellen bei der Autorin: hgerhold@web.de Achtung: Die erste Auflage ist fast vergriffen. Für eine Neuauflage werden noch Sponsoren oder ein Verlag gesucht.
In ihrem Buch wirft die Autorin einen Blick zurück auf das Dorfleben in den 50er und 60er Jahren. Als Ausgangspunkt dienen ihr eigene Kindheitserlebnisse, die sie zwar mit einem gehörigen Schuss Nostalgie aber nie verklärend in den Kontext des damaligen Alltagslebens einordnet. Barbara Gerhold, die sich seit einigen Jahren ehrenamtlich im Heimat- und Verkehrsverein Estetal engagiert, schildert das einfache, oft auch entbehrungsreiche Leben auf dem Land, ohne es übermäßig zu romantisieren. Dennoch gelingt es ihr, den Zauber, den die weite Natur und das Ursprüngliche des Dorflebens damals für ein Stadtkind gehabt haben muss, authentisch zu transportieren. Das Buch bietet damit ganz dem Titel entsprechend eine faszinierende Reise zurück in eine Zeit, als es rund um die Dörfer nur Felder und Weiden gab, als charakterlose Neubausiedlung und hässliche Gewerbegebiete noch nicht die Landschaft prägten und der Wald für Kinder der größte Abenteuerspielplatz war.

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