"In all dem Chaos ein vertrautes Ritual"
Großer Dank für Öffnung des Freibades: Offener Brief an die Gemeinde Bendestorf

Kerstin Pflaum - hier mit ihrem Sohn Joda - schreibt einen offenen Brief, um sich zu bedanken
  • Kerstin Pflaum - hier mit ihrem Sohn Joda - schreibt einen offenen Brief, um sich zu bedanken
  • Foto: Pflaum
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mum. Bendestorf. Mit Kritik sind viele Menschen schnell bei der Sache. Das gilt leider nicht für Lob. Doch dass es auch anders gehen kann, beweist jetzt Kerstin Pflaum, Yoga-Lehrerin aus Bendestorf. Sie hat einen offenen Brief an die Verantwortlichen des Bendestorfer Freibads geschrieben, um einmal Danke zu sagen. Trotz Corona-Krise war das beliebte Freibad geöffnet.
Das WOCHENBLATT veröffentlicht den Brief - vielleicht auch stellvertretend für alle, die in der Krise über sich hinauswachsen sind und Lösungen gefunden haben. Und als kleine Mahnung für die, die es nicht geschafft haben. An dieser Stelle sei nochmals erwähnt, dass es der selbst ernannten Sport- und Familienstadt Buchholz und den Stadtwerken nicht gelungen ist, ihr Freibad zu öffnen.
An den Bendestorfer Bürgermeister Bernd Beiersdorf,
Bademeister Lothar Fox,
an Sven und Lars vom Freibad Kiosk und den Förderverein,

ich möchte Euch allen ein großes Danke aussprechen. Diese Freibad-Saison war einzigartig. Ihr hattet viel im Vorfeld zu klären. Es wurde Arbeit und Mühe in ein Konzept investiert, um allen Bendestorfern die Möglichkeit zu geben, im Sommer das Freibad zu besuchen.
Schwimmen bedeutet für mich neben einer sportlichen Komponente auch das komplette Abtauchen in einen neutralen, wertfreien Raum, das mühelose Floaten ohne Widerstand, gleichmäßiges und meditatives Atmen, Ruhe und Schwerelosigkeit. Wenn ich aus dem Wasser steige, fühle ich mich geklärt und aufgeräumt. All das in einer Zeit, die unbeständig ist und Gefahren birgt, in der die Angst vor Krankheit zum Teil so groß ist, dass viele Angebote, die die Gesundheit erhalten sollen, nicht erlaubt sind.
Die Unsicherheit, nicht wirklich zu wissen, ob und wie man Menschen schützen kann, und die Offenheit und Bereitschaft von Euch, trotzdem einen nahezu normalen Ablauf anzubieten, finde ich mutig. Wenn man bedenkt, dass dieser Einsatz am Ende keinen finanziellen Ausgleich in Aussicht stellt, berührt mich das umso mehr.
Für mich war diese Saison deshalb besonders wertvoll. In all dem Chaos ein vertrautes Ritual, eine Insel, zu haben. Die Möglichkeit, sich in der Hitze des Sommers abzukühlen. Auch ohne zu verreisen, mit dem Sohn und seinen Freunden Badespaß vor der Haustür zu haben. Was für ein Luxus!
Eine traumhaft gepflegte Anlage. Das Wasser - wie Lothar immer sagt - "sauber, rein und klar und dazu die optimale Badetemperatur". Freundliche und zugewandte Mitarbeiter. Ich bin wirklich sehr begeistert und möchte das hiermit zum Ausdruck bringen: Danke, dass Ihr nicht nur das Virus im Blick hattet, sondern auch unsere Gesundheit.

Autor:

Tamara Westphal aus Buchholz

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