Solarstrom für vier kommunale Gebäude
Jesteburg steigt bei Bürgerenergie-Genossenschaft ein
- Auf dem Dach des neuen Feuerwehrhauses könnte schon bald eine PV-Anlage sauberen Strom erzeugen
- Foto: Seeve BEG
- hochgeladen von Heidi Goch-Lange
Die Samtgemeinde Jesteburg setzt ein deutliches Zeichen für die lokale Energiewende: Der Samtgemeindeausschuss hat die Beteiligung an der Seeve Bürgerenergie eG (Seeve BEG) beschlossen. Damit ebnet die Kommune den Weg für eine konkrete Zusammenarbeit – Ziel ist Photovoltaik auf kommunalen Dächern und versiegelten Flächen, deren Strom direkt vor Ort genutzt wird.
„Das ist ein starkes Signal", sagt Marcus Richter, Vorstandsvorsitzender der Seeve BEG, der das Vorhaben im Samtgemeinderat vorstellte. „Die Samtgemeinde nimmt die Klimawende selbst in die Hand – gemeinsam mit uns als Bürgerunternehmen. Der Strom, den wir auf den Dächern erzeugen, bleibt hier in der Samtgemeinde."
Konkret hat die Genossenschaft beantragt, auf den Dächern der Feuerwehrhäuser in Jesteburg, Bendestorf und Harmstorf sowie auf dem Gebäude der „Ole School" moderne PV-Anlagen mit Batteriespeicher zu errichten. Ein besonderer Mehrwert: Die Anlagen sollen notstromtauglich ausgelegt werden – gerade für die Feuerwehrhäuser als kritische Infrastruktur ein entscheidender Vorteil.
Das Modell ist für die Kommune denkbar unkompliziert: Die Seeve BEG übernimmt Planung, Finanzierung, Installation, Wartung und Betrieb der Anlagen komplett. Die Samtgemeinde stellt die Dachflächen zur Verfügung und bezieht den erzeugten Solarstrom zu günstigen Konditionen – ohne eigene Investitionen, ohne personellen Aufwand.
Die Beteiligung der Samtgemeinde ist auch eine bewusste Weichenstellung: Während bei Windkraft- und Agri-PV-Projekten der erzeugte Strom ins überregionale Netz eingespeist wird und externe Investoren die Projekte steuern, bleibt beim Modell der Seeve BEG die gesamte Wertschöpfung vor Ort. „Unser Ansatz ist Photovoltaik auf bereits versiegelten Flächen – Dächer und Parkplätze. Der Strom kommt direkt dem Gebäudeeigentümer zugute", erklärt Vorstandsmitglied Nathalie Boegel.
Dass das Modell funktioniert, zeigt die Genossenschaft seit Herbst 2024 in der Praxis: Auf dem Dach des SV Bendestorf erzeugen 60 PV-Module mit einem 23-kWh-Speicher sauberen Strom für das Vereinshaus und die Flutlichtanlage – zu einem Preis, der nach Recherche der Genossenschaft unter allen am Markt verfügbaren Tarifen liegt. „Unsere Anlage wirft ab dem ersten Monat Gewinne für die Genossenschaft ab", so Ulf Gerkenmeyer, ebenfalls im Vorstand. Vorstandskollege Moritz Graf liefert eine wichtige Ergänzung: „Aber unser Fokus liegt nicht auf Gewinnmaximierung, sondern beim gemeinsamen Ausbau der Erneuerbaren vor Ort."
Redakteur:Heidi Goch-Lange aus Buchholz |
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