Realer Irrsinn
Kopfschütteln über Gebaren in Jesteburg
- Poller im Seppenser Mühlenweg
- Foto: hg
- hochgeladen von Heidi Goch-Lange
In Jesteburg sind es nicht nur die großen Projekte, sondern vermeintliche Alltagsentscheidungen von Verwaltung und Behörden, die bei einigen Bürgern derzeit für Unverständnis sorgen. Drei Beispiele zeigen, warum manche den Eindruck gewinnen, dass Bürokratie und Lebenswirklichkeit nicht immer zusammenpassen.
So stößt am Seppenser Mühlenweg in Reindorf eine jüngste Verkehrsmaßnahme auf massive Kritik. Dort wurden zahllose Poller aufgestellt auf Initiative des Ausschusses für Straßen, Wege und Umwelt. Der Vorsitzende Jörg Berberich hatte bereits vor einem Jahr angemahnt, dass es vereinzelte Abschnitte gebe, auf denen parkende Autos eine Verdichtung der Sickermulden zur Folge haben könnten. "Doch nun wurde das Kind mit dem Bade augeschüttet", kommentiert Berberich die Ausführung der Maßnahme durch das Bauamt und ist sich mit Anwohnern und auch Bürgermeisterin Claudia von Ascheraden einig, dass diese wieder rückgängig gemacht werden müsse.
Für Empörung sorgt außerdem die Straßenreinigungsverordnung der Samtgemeinde. Nach deren Auslegung soll die Reinigung von Bushaltestellen den jeweiligen Anliegern obliegen. Davon betroffen ist unter anderem die 88-jährige Hedi E. Die ehemalige Kindergärtnerin soll die vor ihrem Grundstück liegende Bushaltestelle sauber halten. Für Kritiker geht das deutlich über die üblichen Anliegerpflichten hinaus. Schließlich werde die Haltestelle von der Allgemeinheit genutzt und sei Teil des öffentlichen Personennahverkehrs.
Ein weiteres Ärgernis für so machen Jestebuger ist ein Wohnwagen, der seit Wochen auf dem Parkstreifen vor der Volksbank steht. Nach Angaben eines Bürgers sei auch der Gehweg durch den Anhänger teilweise versperrt gewesen und belege einen erheblichen Teil der öffentlichen Parkfläche.
Besonders kritisch sieht er, dass dem Halter das Parken dort nach seiner Darstellung mit Zustimmung der Bank in Winsen, der Gemeinde und der örtlichen Polizei über einen längeren Zeitraum erlaubt werde. Dadurch fehle Kunden jedoch Platz zum Parken Nahe des Eingangs, der vor allem von älteren Verkehrsteilnehmern gebraucht werde.
Redakteur:Heidi Goch-Lange aus Buchholz |
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