Wohin mit den Flüchtlingen?

Das Hotel Niedersachsen im Herzen Jesteburgs wird seit 2015 als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Der Landkreis will das Gebäude aufgeben - betroffen sind 100 Asylsuchende
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Blaulicht
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Nächtlicher Großeinsatz in Agathenburg
Feuer in Motorradwerkstatt: 400.000 Euro Schaden

tk. Agathenburg. Ein Feuer in einer Motorradwerkstatt im Gewerbegebiet in Agathenburg hat in der Nacht zu Freitag einen Schaden von rund 400.000 Euro verursacht.  Der Brand wurde gegen 4.45 Uhr von einem Wachdienst entdeckt. Das Sicherheitsunternehmen hatte zuvor eine Alarmmeldung bekommen und vor Ort kontrolliert. Der Mitarbeiter bemerkte den Brand ind er werkstatt und alarmierte Feuerwehr und Polizei. Die Ortswehren Agathenburg und Dollern fuhren zum Brandort entsandt. Es schlugen bereits...

Wirtschaft
Die Beluga XL soll die Beluga ST ersetzen
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Die Beluga-Reihe
Airbus gründet kommerzielle Airline für XXL-Fracht

(sv). Sie ist zu einem gewohnten Anblick am Himmel über Stade geworden: Die Beluga im Anflug auf Finkenwerder. Vor fast 30 Jahren absolvierte die Airbus-Beluga-Reihe ihren Erstflug mit XXL-Frachten, nun sollen die bisher eingesetzten Beluga ST bis 2023 durch sechs größere Beluga XL ersetzt werden, die statt einem gleich zwei A350-Flügel transportieren können. Am Boden sollen die ausgemusterten ST-Flugzeuge jedoch nicht bleiben: Angesichts des wachsenden Nischenmarkts hat Airbus jetzt einen...

Blaulicht
Für den 65-Jährigen kam jede Hilfe zu spät, er verstarb noch an der Unfallstelle

Von zwei Pkw erfasst
65-Jähriger stirbt beim Überqueren der Bundesstraße 3 zwischen Sprötze und Welle

lm. Sprötze. Gegen 19:00 Uhr kam es am Freitagabend auf der Bundesstraße 3 zwischen Sprötze und Welle zu einem tödlichen Verkehrsunfall. Nach ersten Erkenntnissen überquerte ein 65-jähriger Mann, kurz vor dem Abzweiger Neddernhof, trotz fließenden Verkehrs zu Fuß die Bundesstraße. Dabei wurde er von einem 31-jährigen Mann, der mit seinem Pkw in Richtung Welle unterwegs war, frontal erfasst. Der Fußgänger schleuderte durch den Aufprall auf die Fahrspur in Richtung Sprötze und wurde dort von dem...

Service
Aktion

Jagd nach den Medaillen beginnt am 4. Februar
WOCHENBLATT-Umfrage: Verfolgen Sie die Olympischen Winterspiele in Peking 2022?

In wenigen Tagen ist es so weit: Die besten Athleten und Teams der Welt kämpfen bei den Olympischen Winterspielen in Peking (China) um Medaillen. Vom 4. bis 20. Februar messen sich fast 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in insgesamt 15 spannenden Disziplinen wie Skeleton, Eisschnelllauf, Biathlon und Skispringen. In Zeiten der Pandemie kein leichtes Unterfangen. Das WOCHENBLATT fragt: Viertelfinale im DHB-Pokal gegen die "Vipers" Nicolette Brunke wurde Vize-Weltmeisterin bei...

Blaulicht
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Horneburg: 68-Jähriger stirbt an Unfallstelle
Toter nach schwerem Verkehrsunfall

sv/nw. Horneburg. Ein 68-jähriger Fahrer ist am frühen Donnerstagnachmittag bei einem schweren Verkehrsunfall in Horneburg ums Leben gekommen. Gegen 13.30 Uhr war der VW-Tiguan-Fahrer aus Friedrichskoog auf der Landesstraße 124 zwischen Issendorf und Horneburg unterwegs, als er in einer leichten Rechtskurve aus bisher ungeklärter Ursache nach links von der Fahrbahn abkam und dort frontal gegen einen Straßenbaum prallte. Durch die Wucht des Aufpralls stürzte der Pkw auf die Beifahrerseite, der...

Service
Rund 85 bis 90 Prozent der Fragen zu Corona werden direkt bei der Hotline beantwortet
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Corona-Update vom 28. Januar
Große Nachfrage: Corona-Hotline des Landkreises Stade ist ab 31. Januar auch nachmittags besetzt

jd. Stade. Das WOCHENBLATT hatte es im Corona-Update vom gestrigen Donnerstag bereits angekündigt (siehe unten): Der Landkreis Stade wird seine Corona-Hotline (Tel. 04141 – 123456) ab dem kommenden Montag, 31. Januar, auch nachmittags freischalten. Die Hotline wird ab dann nicht nur montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr besetzt sein, sondern zusätzlich auch montags bis donnerstags von 14 bis 16 Uhr. „Mit den steigenden Fallzahlen wird das Informationsbedürfnis der Bürgerinnen und Bürger noch...

Politik
So sieht das Grobkonzept für das Eingangsgebäude für Gastronomie undden Eingangs-/Kassenbereich aus   Foto: Polyplan GmbH und Planungsbüro Kreikenbaum + Heinemann, Bremen

Baubeginn im August
Im August beginnt der Bau des Naturbades in Winsen

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Panorama
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Corona-Zahlen am 28. Januar im Landkreis Harburg
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(lm). Der Landkreis Harburg hat am heutigen Freitag, 28. Januar, 697 neue Corona-Fälle registriert. In den vergangenen sieben Tagen waren es 3.298. Der Inzidenzwert ist von 1.290,2 leicht auf 1.288,2 gesunken. Am Freitag der Vorwoche lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 1.117,5.  Die landesweite Hospitalisierungsinzidenz ist angestiegen und liegt nun bei 7,7 (7,4 am Vortag). Die Intensivbettenbelegung ist dagegen von 5,4 auf 5,3 Prozent gesunken. Seit Ausbruch der Pandemie haben sich im Landkreis...

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Ein 64-jähriger Mann aus Hamburg wurde auf dem Steller Bahnhof lebensgefährlich mit einem Messer verletzt

Lebensgefährlich mit Messer verletzt
64-Jähriger Mann aus Hamburg auf dem Steller Bahnhof angegriffen

lm. Stelle. Auf einem Bahnsteig am Bahnhof in Stelle kam es in der Nacht zu Samstag zu einem versuchten Tötungsdelikt. Gegen Mitternacht erreichte die Polizei der Notruf einer Zeugin, demnach hatte ein Mann auf dem Bahnsteig auf einen anderen mit einem Messer eingestochen. Sofort wurden mehrere Streifenwagen der Landes- und der Bundespolizei zum Einsatzort entsandt. Wenige Minuten später trafen die ersten Kräfte vor Ort ein. Der Beschuldigte, ein 30-jähriger Mann, der in Stelle wohnhaft ist,...

Landkreis will 400 Menschen umquartieren / Kritik von den Ehrenamtlichen.

(mum). Die fast 2.000 Flüchtlinge, die im Landkreis Harburg ein neues Zuhause gefunden haben, stellen Politik und Verwaltung erneut vor eine Herkules-Aufgabe. Diesmal geht es allerdings nicht darum, weitere Unterbringungsmöglichkeiten zu schaffen. Im Gegenteil: Weil die Anzahl der Asylsuchenden inzwischen von mehr als 120 pro Woche auf unter zehn Personen gesunken ist, werden viele Unterkünfte überhaupt nicht mehr benötigt. Den Steuerzahler kostet der Leerstand der angemieteten Unterkünfte bis zu vier Millionen Euro im Jahr. Eine Summe, die der Landkreis gern reduzieren möchte. Aufgrund der zu geringen Pauschale, die der Landkreis für Asylsuchende vom Land zur Verfügung gestellt bekommt, summiert sich das Defizit jährlich auf 11,5 Millionen Euro.
Nun will der Landkreis Unterkünfte, deren Mietverträge auslaufen, schließen und die dort untergebrachten Menschen - in der Regel „alleinreisende Männer“ - auf andere Standorte verteilen. Konkret geht es um 398 Menschen.
Über die Maßnahme und die Folgen wurde am Donnerstag die Politik erstmals öffentlich im Ausschuss für Soziales und Integration des Landkreises von Thorsten Völker (Leiter der Abteilung Migration) und Reiner Kaminski (Fachbereichsleiter Soziales) informiert. Die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden erhielten die Informationen am Freitag. Konkret geht es um acht Unterkünfte, die geschlossen werden sollen, vier weitere sollen in Familienunterkünfte umgewandelt werden. „Für 2018 rechnen wir mit Einsparungen in Höhe von etwa 322.300 Euro“, rechnete Kaminski vor. „2019 werden es bereits 1,11 Millionen Euro sein - jährlich.“
„Wir sind angehalten, Überkapazitäten abzubauen“, sagt Landkreissprecher Johannes Freudewald. Dabei steht der Landkreis vor der Herausforderung, dass leerstehende Unterkünfte nur aufgegeben werden können, wenn das die Laufzeiten der Mietverträge zulassen. „Aktuell ist es aber so, dass die Mietverträge für bezogene Unterkünfte gekündigt werden können.“ Der Sprecher betont: „Wir suchen nach sozialverträglichen Lösungen.“ Ob das immer gelingen wird?

„Ein Schlag für die Integrationsarbeit!“

(mum). Der Landkreis Harburg will Flüchtlingsunterkünfte schließen, beziehungsweise für nachziehende Familien freiräumen. Betroffen sind fast 400 Männer. „Wir reagieren damit auf den zu erwartenden Nachzug von Familienangehörigen“, erklärte jetzt Thorsten Völker, Leiter der Abteilung Migration. Niemand könne heute sagen, wie viele Menschen zu uns kommen werden.
„Das ist ein echter Schlag für die Integrationsarbeit in den einzelnen Gemeinden“, sagt Cornelia Ziegert (SPD). Die Vorsitzende des Samtgemeinde-Ausschusses für Soziales in Jesteburg ist seit vielen Jahren  in der Flüchtlingshilfe aktiv. Allein für Jesteburg bedeutet die angedachte Umverteilung, dass etwa 130 Flüchtlinge den Ort verlassen müssen. „Damit zerstört der Landkreis freundschaftliche Bindungen, die in den vergangenen zwei bis drei Jahren entstanden sind“, so Ziegert. Dazu komme noch, dass die Asylbewerber zum Teil Praktikums- beziehungsweise Ausbildungsplätze in der Nähe ihrer Unterkunft hätten oder als Mitglieder in den lokalen Sportvereinen aktiv sind. Auch die Wohnsituation verschlechtert sich für die Flüchtlinge: Der Landkreis weist darauf hin, dass es „zumindest vorübergehend auch wieder zur vollständigen Belegung von Drei-Bettzimmern“ kommen werde. Für Ziegert ist das nicht zu akzeptieren. „Unter den Flüchtlingen sind stark traumatisierte Menschen, die jetzt in Einzelzimmern wohnen. Sie jetzt in Massenunterkünften unterzubringen, würde die Integration torpedieren.“
Freudewald: „Wir sind uns der Problematik bewusst und werden versuchen, auf die einzelnen Personen und ihre Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen.“ Zudem betont Freudewald, dass die Verlegungen frühestens im März kommenden Jahres beginnen werden.
Ziegert weist noch auf eine andere Problematik hin. „Anerkannte Flüchtlinge sind Sozialhilfeempfängern gleich gestellt. Der Landkreis kann sie nicht gegen ihren Willen umsetzen.“ Konkret bedeutet das, dass sie sich bei der jeweiligen Gemeinde als obdachlos melden können. „Die Kommune muss dann für ihre Unterbringung sorgen.“
„Diese Situation ist dem Landkreis bekannt“, so Freudewald. „Aus diesem Grund hoffen wir auf die Kooperationsbereitschaft der Flüchtlinge und natürlich auch der Helfer.“
Jesteburgs Samtgemeinde-Bürgermeister Hans-Heinrich Höper weist noch auf eine andere Schwierigkeit in Bezug auf die Familienunterkünfte hin: „Unsere Kindergartenplätze reichen schon jetzt nicht mehr. Hier muss dringend etwas geschehen.“
Damit die Flüchtlinge in Jesteburg bleiben können, will die Gemeinde nun ihre ohnehin geplanten sozialen Wohnungsbauprojekte vorantreiben. Laut Ziegert können bereits im kommenden Jahr 45 Wohneinheiten entstehen. „Dort könnten die anerkannten Asylbewerber einziehen. Auch Wohngruppen sind denkbar.“

961 von 3.486 Plätzen sind frei

• Die Zahl der Asylsuchenden ist im Landkreis Harburg stark zurückgegangen: von 2.243 im Jahr 2015 und 1.473 im Folgejahr auf 237 neu aufgenommene Flüchtlinge in diesem Jahr.
• Im Landkreis Harburg gibt es 67 Unterkünfte mit insgesamt 3.486 Plätzen (961 Plätze sind frei).
• 25 Unterkünfte sind Containeranlagen mit 2.069 Plätzen (621 freie Plätze).
• 46 Unterkünfte mit 2.997 Plätzen sind für „alleinreisende“ Männer vorgesehen. Davon sind 854 Plätze frei.
• Für Familien gibt es 21 Unterkünfte mit 489 Plätzen. Frei sind nur 107 Plätze.
• Fünf Objekte (unter anderem in Buchholz, Hollenstedt, Toppenstedt und Winsen) hat der Landkreis an Unternehmen vermietet, die dort Mitarbeiter untergebracht haben. Dies bringt dem Landkreis Mieteinnahmen von monatlich 33.000 Euro. Die Verträge sind kurzfristig kündbar.

Sieben Quartiere stehen leer

Diese Unterkünfte sollen geschlossen werden:
• Jesteburg: Gartenstraße 17 (zwölf Plätze) und Hotel Niedersachsen (100)
• Neu Wulmstorf: Hauptstraße 69 (49)
• Rosengarten: Bahnhofstraße 89 in Klecken (28)
• Salzhausen: Lüneburger Landstraße 27 in Garlstorf (38)
• Seevetal: Seevedeich 5 in Meckelfeld (55) und eventuell Zürnweg 7 (56)
• Buchholz: Bremer Straße 74e (22)

Aus diesen Unterkünften sollen Familienunterkünfte werden:
• Hollenstedt: Wohlesbosteler Straße 7 (11)
• Winsen: Luhdorfer Straße 7 (24)
• Jesteburg: Sandbarg (30)
• Salzhausen: Oelstorfer Landstraße 42b (8)

Diese Unterkünfte stehen leer:
• Seevetal: Wiesengrund 15 in Fleestedt (132)
• Buchholz: Boerns Soll 3 (174)
• Hollenstedt: Alten Weden 25 in Moisburg (90)
• Hollenstedt: Lange Straße 4 (59)
• Hollenstedt: Am Sportplatz (30)
• Rosengarten: Eckeler Straße 16 a/b (90)
• Winsen: Grevelau (96)

Auf ein Wort:

Bitte mit Augenmaß


Gewinner gibt es in diesem Fall genauso wenig wie Schuldige! Der Landkreis muss sehen, dass er nicht benötigte Unterkünfte los wird. Es ist kaum anzunehmen, dass die Landesregierung mehr Geld für die Unterbringung von Flüchtlingen locker macht. Erst recht nicht für leerstehende Unterkünfte. Fakt ist: Im Landkreis Harburg mussten keine Flüchtlinge in Zelten oder Sporthallen einquartiert werden. Das ist ein Verdienst der zuständigen Landkreis-Mitarbeiter. Doch jetzt wird diese Weitsicht zum Boomerang.
Nach mehr als zwei Jahren sind viele Flüchtlinge angekommen in ihren Gemeinden. Aus Fremden wurden Nachbarn und Freunde. Tagtäglich setzen sich Ehrenamtliche für diese Neubürger ein. Daher lautet der dringende Appell an den Landkreis, mit dem allergrößten Augenmaß vorzugehen.
Sascha Mummenhoff

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Das Hotel Niedersachsen im Herzen Jesteburgs wird seit 2015 als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Der Landkreis will das Gebäude aufgeben - betroffen sind 100 Asylsuchende
Informierten über die geplanten Maßnahmen: Reiner Kaminski (li.) und Thorsten Völker
Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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