Mühle soll wieder verpachtet werden
Schiefe Schönheit: Landkreis ließ Fundament der Altländer Windmühle "Aurora" sanieren
- Die Mühler "Aurora" in Jork-Borstel
- Foto: Martin Elsen/nord-luftbilder.de
- hochgeladen von Jörg Dammann
Dieses Altländer "Original" steckt voller Charme, ist aber ein bisschen schief: Die Windmühle „Aurora“ in Jork-Borstel bekommt derzeit ein solides Fundament verpasst. Der Landkreis Stade lässt das imposante Bauwerk aus dem Jahr 1856 für rund eine halbe Million gründlich sanieren, um seine Standfestigkeit dauerhaft zu sichern. Die am alten Elbdeich gelegene Mühle wurde im Jahr 1981 vom Landkreis erworben - mitsamt Grundstück und Müllerhaus. In der Folgezeit wurde die Mühle wiederholt restauriert. So wurden vor rund zehn Jahren die Flügel erneuert.
21 Pfähle als Stütze
Bei der aktuellen Sanierungsmaßnahme bekommt das Fundament der Mühle eine zusätzliche Stütze - in Form von 21 Pfählen, die bis zu 13 Meter lang sind. Die Stützpfähle werden unterhalb der vorhandenen Gründung eingesetzt, um die gesamte Unterbaukonstruktion zu stabilisieren. Ziel der Maßnahme ist es, ein weiteres Absacken des Fundaments zu verhindern. Mittels Hydraulik werden die vorgefertigten, aus einzelnen, zusammensteckbaren Gliedern bestehenden Pfähle in den weichen Marschboden gepresst. Eine Bohrung wäre aufgrund möglicher Erschütterungen zu riskant gewesen.
Mühle bleibt weiter schief
Allerdings, so heißt es vom Landkreis, wird durch den Einbau der Pfähle die vorhandene Schiefstellung der Gallerieholländer-Windmühle nicht ausgeglichen. Die Mühle wieder so aufzurichten, dass sich deren Neigung deutlich verringert, kam allerdings nicht infrage – das wäre zu teuer und zu riskant für die Substanz der Mühle. Stattdessen soll Aurora künftig auf stabilen Beinen stehen – schief, aber sicher. Die Bauarbeiter mussten aber schon jetzt behutsam vorgehen und Abschnitt und für Abschnitt erledigen, damit das Mauerwerk keinen Schaden nimmt. Nach Abschluss dieser sogenannten Tiefgründungsarbeiten geht es an die Wiederherstellung der Terrasse und an die Innenarbeiten.
Benannt nach einer Adligen
Die Geschichte der Borsteler Mühle ist lang und bewegt. Schon seit dem 17. Jahrhundert dreht sich hier der Wind ums Korn, zunächst mit einer Bockwindmühle. 1856 wurde die heutige Galerieholländermühle errichtet – benannt nach Aurora von Königsmarck, einer schillernden Persönlichkeit der Barockzeit aus adligem Hause. Mit ihrer Höhe von 24 Metern, einem viergeschossigen Backsteinunterbau und einem achteckigen Oberbau gehört sie zu den eindrucksvollsten Mühlen der Region. Nach einem Bombentreffer im Zweiten Weltkrieg übernahm ein Motor das Mahlen, 1961 wurde der Betrieb endgültig eingestellt. Bis 2023 beherbergte sie ein beliebtes Restaurant.
Nach der Sanierung will der Landkreis die Mühle erneut für gastronomische Zwecke verpachten. Im Laufe des kommenden Jahres soll das Gebäude erneut zur Vermietung ausgeschrieben werden. Es gebe bereits erste Anfragen, heißt es aus dem Kreishaus.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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