Justizvollzugsanstalt (JVA) soll nach Billwerder verlegt werden / Altländer bleiben skeptisch
Hahnöfersand - Die Zukunft einer Elbinsel

Was passiert mit der Insel, wenn die Haftanstalt schließt? Diese Frage treibt besonders Altländer um
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ab. Jork. "Das Thema beinhaltet etwas mehr als nur einen Umzug", sagte Bürgermeister Gerd Hubert auf der jüngsten Sitzung des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses in Jork. Das Umsiedeln der JVA, die sich vor den Toren Jorks auf der Insel Hanhöfersand befindet, wird immer wahrscheinlicher, bestätigte auch Maximilian Fink, Projektleiter der Hamburger Justizbehörde. Es habe bereits viele Gerüchte zur Zukunft der Insel gegeben. "Angeblich wollte ich 2016 dort sogar ein Golfhotel bauen", so Fink.

Zwischen 2016 und 2017 seien zwei Kooperationsmodelle und zwei Hamburger Lösungen auf den Prüfstand gestellt worden. Billwerder war eine davon und laut Fink waren sich alle Hamburger Fraktionen einig. "Das passiert selten." Werden alle weiteren Hürden genommen, falle Ende November die endgültige Entscheidung. Baubeginn in Billwerder könnte Mitte 2021 sein. Fink: "So lange machen wir weiter Vollzug auf Hahnöfersand."
Ein Neubau sei über 30 Jahre betrachtet wirtschaftlicher, als die JVA auf Hahnöfersand zu ertüchtigen, auch auf zeitlicher Ebene. "Im laufenden Betrieb beträgt eine Nettobauzeit acht Jahre", erläuterte Fink. Ein Neubau dagegen werde in dreieinhalb Jahren realisiert. Eine Verlegung der JVA könnte im Jahr 2026 ablaufen. Und was passiert dann auf der Insel?

Die Haftanstalt liegt auf niedersächsischem Hoheitsgebiet (in der Gemarkung Borstel der Gemeinde Jork). Hamburg ist zivilrechtlicher Eigentümer des Geländes, sodass auf dem Gelände grundsätzlich das Landesrecht von Niedersachsen gilt. "Wir brauchen einen offenen Dialog zwischen der Gemeinde und Hamburg", forderte der Erste Gemeinderat Matthias Riel. Hamburg könne nicht ohne Jorks Einvernehmen aktiv werden, Jork nicht ohne das von Hamburg.

Gerade das wurde auf der Sitzung angezweifelt. "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir bei Verhandlungen die Schwächeren waren", gab Harm Paul Schorpp (Grüne) zu bedenken. "Ich hoffe, dass wir in einen Dialog eintreten können", sagte er und fragte, was mit den Gebäuden geschehen werde. Ein Museum zu errichten sei interessant. Dem stimmte auch Gerd Hubert zu. "Es ist ein Teil der Jorker Geschichte."
Peter Rolker (FDP) wollte wissen, ob dort Ausgleichsflächen geplant seien.

"Sollten dort Ausgleichsflächen entstehen, wird nichts Neues gebaut", versicherte der Projektleiter. Möglicherweise könnten dort Habitate für die Feldlerche eingerichtet werden. Ob die Gebäude stehen bleiben könnten, sei noch ungewiss. "Wir müssen die Insel an die Hamburger Liegenschaften zurückgeben. Das heißt, die Insel muss komplett geräumt werden."

Skepsis blieb auch bei anderen Altländer Sitzungsbesuchern. Dort hieß es, Hamburg habe noch nie ein offenes Ohr für Jorker Interessen gehabt.

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Projektleiter Maximilian Fink mit seiner Stellvertreterin Lisa Sillies und Projektmitarbeiterin Sandy Lüthje (li.)

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