L140 in Jork: Nun kommt der „Ausbau light“

Vielen Jorkern reicht es, wenn der Radweg auf der Nordseite der L140 saniert wird. Sie brauchen keinen zweiten auf der anderen Straßenseite
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bc. Jork. Jahrelang, ach was, jahrzehntelang haben die Jorker den Tag herbeigesehnt, an dem begonnen wird, die viel befahrene Ortsdurchfahrt L140 in Osterjork von den zahlreichen Schlaglöchern zu befreien. Seit Sommer tüftelt die Landesbehörde für Straßenbau und die Gemeindeverwaltung an einer Ausbauvariante. Jetzt zeichnet sich ab, dass die Politik wohl doch nur die „Light-Lösung“ mit einer einfachen Sanierung der Straße und des kaputten Radwegs auf der Nordseite bevorzugt. Am heutigen Mittwoch diskutiert der Bauausschuss (18.15 Uhr, Alte Wache) auf Antrag der Grünen und der FDP über das Thema. Die Sitzung ist öffentlich.

FDP-Mann Peter Rolker und Grünen-Fraktionschef Harm-Paul Schorpp fordern von der Verwaltung konkrete Zahlen zu den Kosten der zwei Varianten. Zur Erklärung: Ein komplizierter Ausbau mit Geh- und Radwegen auf beiden Seiten, Querungshilfen und Parkbuchten würde die Gemeinde wohl mindestens eine Million Euro kosten. Zu teuer, finden Grüne, FDP und auch die CDU. Rolker: „Auch die eine Million wird nicht reichen.“

Zudem ist bei der Variante ein langwieriges Planfeststellungsverfahren für den Bereich Osterjork vonnöten. Ob die Straße dann noch im Jahr 2017 ausgebaut werden kann - nur bis dahin stehen die finanziellen Mittel beim Land bereit - ist mehr als fraglich. „Das Risiko, dass die Straße nicht rechtzeitig fertig wird, ist zu hoch“, meint Peter Rolker.

Eine einfache Sanierung kann dagegen ohne Planfeststellungsverfahren stattfinden und würde die Gemeinde wohl „nur“ ca. 500.000 Euro kosten. Später könnte dann der abgesackte Seitenstreifen auf der Südseite neu gepflastert werden.

Der Bürgerverein hätte eigentlich gerne die große Ausbau-Lösung (Gesamtkosten 3,5 Mio. Euro) verwirklicht gesehen. Nur so könne das Ortsbild aufgewertet werden. Doch vor dem Hintergrund des engen zeitlichen Horizonts und der hohen Kosten sagt Fraktionsvorsitzender Partho Banerjea, dass ein Ausbau sachlich zwar richtig sei, aber nicht realisierbar. Banerjea: „So bitter das auch ist.“

Fest steht: Die Sitzung am Mittwoch dürfte interessant werden.

Kommentar

Mehr kann sich Jork nicht leisten

Der Ausbau in Osterjork mit beidseitigen Geh- und Radwegen hätte irgendwie Charme gehabt. Doch für die klamme Gemeinde ist er derzeit eine Nummer zu groß - mal ganz abgesehen vom ohnehin knappen Terminplan. Eine vernünftige Sanierung der Schlagloch-Piste und des kaputten Radweges auf der Nordseite reicht vollkommen aus - zumal die Fahrrad-Ausflügler auf dem parallel verlaufenden Osterminnerweg genauso gut, wenn nicht viel entspannter in die Pedale treten können. Ein Ausbau birgt einfach zu viele finanzielle Risiken, die Jork in Zeiten der Konsolidierung nicht gebrauchen kann. Zumal: Was sollen die Anwohner der Hinterstraße in Estebrügge sagen? Dort ist seit mehr als 20 Jahren kein Geld für ein Ausbau der maroden Straße vorhanden.
Björn Carstens

Autor:

Björn Carstens aus Buxtehude

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