Feuerwehrversammlung in der Samtgemeinde Lühe
Brandschützer drängen auf Investitionen und sorgen sich um Sicherheit
- Ehrung für Rathauschef Timo Gerke (2. v. li.). Samtgemeindebrandmeister Jens Kuck (li.), dessen Stellvertreter Jens Kleine (2. v. re.) und Kreisbrandmeister Henning Klensang gratulieren
- Foto: SG Lühe
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Wenn der Alarm ertönt, zählt jede Minute. Dass sich die Bürgerinnen und Bürger in der Samtgemeinde Lühe auf ihre Feuerwehren verlassen können, wurde auf der jüngsten Jahreshauptversammlung deutlich. Doch neben Dank und Ehrungen standen auch klare Forderungen nach Investitionen und mehr Sicherheit im Mittelpunkt des Abends im Hollerner Hof.
Klare Worte zur Ausstattung
Samtgemeindebrandmeister Jens Kuck fand deutliche Worte mit Blick auf die Zukunft. Notwendige Investitionen in Fahrzeuge, Gerätehäuser und Infrastruktur dürften nicht länger aufgeschoben werden. Insbesondere die Feuerwehrhäuser in Neuenkirchen und Hollern entsprechen nach seinen Angaben nicht mehr den Vorgaben der Feuerwehrunfallkasse. Auch der Fuhrpark bereitet Sorgen: Viele Fahrzeuge sind mehr als 20 Jahre alt, Ersatzbeschaffungen für Einsatzleitwagen, Mannschaftstransporter und ein Tanklöschfahrzeug seien dringend erforderlich. Das Einsatzboot der Ortsfeuerwehr Grünendeich stammt sogar aus dem Jahr 1988 und soll mittelfristig ersetzt werden.
Bekenntnis zu allen Standorten
Trotz aller Herausforderungen bekannte sich Samtgemeindebürgermeister Timo Gerke klar zum Erhalt aller sechs Feuerwehrstandorte. Das Gerätehaus in Mittelnkirchen ist bereits fertiggestellt, für Neuenkirchen sind umfangreiche Umbaumaßnahmen geplant. Auch im Haushalt sind Mittel vorgesehen – unter anderem für Planungskosten in Hollern sowie für ein neues Einsatzboot, das 2027 geliefert werden soll. Zudem wurde ein neues Löschfahrzeug für die Ortsfeuerwehr Neuenkirchen bestellt. Ziel ist es, die Einsatzfähigkeit langfristig zu sichern.
- Auf der Jahreshauptversammlung gab es manche kritische Worte
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287 Ehrenamtliche und zahlreicher Nachwuchs
Insgesamt engagieren sich derzeit 287 Feuerwehrleute in den sechs Ortswehren Hollern-Twielenfleth, Grünendeich, Steinkirchen, Mittelnkirchen, Guderhandviertel und Neuenkirchen – darunter 33 Frauen. Besonders erfreulich: 79 Kinder und Jugendliche sind in den Jugendfeuerwehren aktiv. Die Zukunft der Wehren ist damit gesichert.
141 Einsätze – elf Menschenleben gerettet
Das vergangene Jahr forderte die Einsatzkräfte stark. Die Wehren zu 141 Einsätzen aus. Bei 17 Reanimationseinsätzen mit Defibrillatoren konnten elf Menschenleben gerettet werden. Besonders belastende Einsätze waren ein Großbrand in Bassenfleth, bei dem ein Bewohner später seinen Verletzungen erlag, sowie ein schwerer Verkehrsunfall in Huttfleth.
Ehrungen und bewegende Momente
Neben Zahlen und Planungen nahm die Würdigung des Ehrenamtes breiten Raum ein. Zahlreiche Kameradinnen und Kameraden wurden geehrt oder befördert. Besonders bewegend war die Auszeichnung von Günter Hamann aus Bassenfleth für 70 Jahre Mitgliedschaft – eine außergewöhnliche Lebensleistung im Dienst der Gemeinschaft.
Eine Überraschung gab es auch für Samtgemeindebürgermeister Timo Gerke: Für seinen Einsatz während des Weihnachtshochwassers 2023 wurde er mit der Hochwasser-Ehrennadel des Landes Niedersachsen ausgezeichnet. Gewürdigt wurde damit die enge Begleitung der Einsatzkräfte während des Hochwassers.
Sorge um die Sicherheit vor Ort
Neben der technischen Ausstattung bereitet den Verantwortlichen die Sicherheit der Einsatzkräfte und der Polizei Sorgen. Gemeinsam mit Gemeindebrandmeister Jens Kuck sprach sich der Bürgermeister für eine personelle Verstärkung der Polizeistation in Steinkirchen aus. Der derzeit allein eingesetzte Dorfpolizist Torben Kubik sei angesichts steigender Einsatzzahlen und gefährlicher Situationen dringend auf Unterstützung angewiesen.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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