Container-Module als Übergangslösung
Samtgemeinde Lühe sucht neues Zuhause für das Jugendzentrum
- Das Jugendzentrum in Steinkirchen muss nach der Kündigung durch den Vermieter bis Anfang November geräumt werden
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Die Samtgemeinde Lühe sucht weiterhin nach einem neuen Standort für das Jugendzentrum in Steinkirchen. Der Mietvertrag für die bisherigen Räume in der Bürgerei 62 wurde vom Eigentümer zum 3. November gekündigt. Mehrere mögliche Ausweichquartiere hat die Verwaltung bereits geprüft – bislang jedoch ohne Erfolg. Als Übergangslösung rückt deshalb ein Container-Modulbau am Schulzentrum in den Fokus.
Gerke sieht bisherigen Vermieter in der Pflicht
Hintergrund der Kündigung ist unter anderem der Zustand der Heizungsanlage im bisherigen Jugendzentrum. Nach Angaben des Eigentümers verliert die Anlage durch Leckagen täglich größere Mengen Wasser. Für eine Sanierung seien erhebliche Investitionen erforderlich. Der Vermieter hatte deshalb eine langfristige Verlängerung des Mietvertrages angestrebt und außerdem Forderungen wegen eines aus seiner Sicht bestehenden Instandhaltungsstaus erhoben.
Lühe-Samtgemeindebürgermeister Timo Gerke weist die Vorwürfe zurück. „Wenn die Heizung nicht mehr funktioniert, dann gehört es zu den Eigentümerpflichten, die Anlage wieder instandzusetzen“, sagt Gerke. Eine Reparatur oder der Einbau einer neuen Heizungsanlage sei Sache des Vermieters. Die dafür entstehenden Kosten könnten nicht der Samtgemeinde aufgebürdet werden. Gespräche über eine Verlängerung des Mietverhältnisses am bisherigen Standort will Gerke nicht mehr führen. Die Kündigung sieht er vielmehr als Chance, die offene Kinder- und Jugendarbeit künftig in Räumlichkeiten fortzuführen, die sich besser als das jetzige Gebäude – es handelt sich um ein ehemaliges Lokal – dafür eignen.
Mehrere Optionen wurden geprüft
„Seit Erhalt der Kündigung suche ich nach Möglichkeiten“, sagt Gerke. Zunächst hatte die Verwaltung unter anderem das Alte Rathaus in den Blick genommen, das bislang als Archiv genutzt wird. Das wäre allerdings nur eine vorübergehende Lösung gewesen. Aufgrund der baulichen Gegebenheiten wurde die Idee wieder verworfen. Auch weitere Immobilien, darunter ein Zweifamilienhaus, wurden besichtigt. Keine davon erfüllte jedoch die Anforderungen an ein modernes Jugendzentrum. Zuletzt prüften Verwaltung und Jugendpflege ein von der Kirche angebotenes Gebäude in der Gartenstraße. Nach einer gemeinsamen Besichtigung kamen beide Seiten zu dem Ergebnis, dass auch dieses Objekt nicht geeignet ist.
Kirchliches Gebäude gilt als ungeeignet
Das kirchliche Gebäude bietet mit rund 80 Quadratmetern deutlich weniger Platz als das bisherige Jugendzentrum mit knapp 270 Quadratmetern und ist damit für den regulären Betrieb, Gruppenangebote und größere Veranstaltungen ungeeignet. Nach Einschätzung der Jugendpflege ist auch die Barrierefreiheit nicht gegeben. Zudem fehlen ausreichend breite Flure, ausreichend Toiletten, eine größere Küche, Lagerflächen und Büroarbeitsplätze für die drei Sozialpädagogen. Auch die Raumaufteilung spricht gegen eine Nutzung, weil mehrere getrennte Räume von einer einzelnen Fachkraft nicht gleichzeitig beaufsichtigt werden könnten.
In der abschließenden Bewertung seitens der Jugendpflege heißt es: „Ein Umzug in das neue Gebäude ist aus fachlicher, rechtlicher und pädagogischer Sicht nicht vertretbar.“ Viele der festgestellten Mängel seien entweder nicht zu beheben oder nur mit unverhältnismäßig hohem finanziellem Aufwand. Auch eine lediglich zweijährige Mietdauer beurteilt das Team kritisch, da Planung, Umbau und ein späterer erneuter Umzug erheblichen Aufwand verursachen würden.
- Eine mögliche Übergangslösung wären solche Container-Module. Die dargestellte Option hat die Maße zehn mal zwölf Meter
- Foto: SG Lühe
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Modulbau am Schulzentrum wird geprüft
Da kurzfristig offenbar kein geeignetes Bestandsgebäude zur Verfügung steht, lässt Gerke nun Angebote für ein modulares Containerquartier einholen. Als möglicher Standort käme eine Fläche am Schulzentrum in Steinkirchen in Betracht, voraussichtlich hinter der alten Turnhalle. Dort könnte ein eigener Zugang in Richtung L140 geschaffen werden. Der Vorteil dieser Lösung: Bereits vorhandene Räume des Schulzentrums könnten möglicherweise mitgenutzt werden, etwa für Toiletten oder Büros. Dadurch ließe sich der Umfang der benötigten Module reduzieren.
Damit die Planungen fortgesetzt werden können, benötigt die Gerke spätestens in der Sitzung am 16. September einen entsprechenden Beschluss des Samtgemeinderates. Ziel ist es, die Jugendarbeit nach dem Auszug aus der Bürgerei möglichst ohne längere Unterbrechung fortzusetzen.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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