"Projekt passt in diese Zeit"
Mit Kehdinger Sozio-Med-Mobil kostenlos zum Arzt fahren

Es geht los (v.li.): Christoph von Schassen, Gunter Armonat, Erika Sauer, Erika Hatecke und Mike Eckhoff durchschneiden für das neue Sozio-Med-Mobil ein rotes Band
2Bilder
  • Es geht los (v.li.): Christoph von Schassen, Gunter Armonat, Erika Sauer, Erika Hatecke und Mike Eckhoff durchschneiden für das neue Sozio-Med-Mobil ein rotes Band
  • Foto: Andre Schaapen
  • hochgeladen von Stephanie Bargmann

ig. Freiburg. "Dieses Projekt passt in diese Zeit", sagt Gunter Armonat, DRK-Vorsitzender im Landkreis Stade. "Denn gerade im ländlichen Raum gibt es Ärztemangel und mangelhafte Mobilität." Diese Misere soll ab jetzt das Sozio-Med-Mobil abbauen: Ein Kleinbus, der jeden Dienstag- und Mittwochvormittag Menschen zu Ärzten nach Stade, Himmelpforten und Hemmoor befördert. "Und das unkompliziert", verspricht Projektleiter Detlef Stülten.

Das Projekt wurde vergangene Woche im Freiburger Kornspeicher vorgestellt und offiziell gestartet. Der DRK Kreisverband habe mit dem Sozio-Med-Mobil das Rad nicht erfunden, betonte Armonat. "Wolfenbüttel macht seit drei Jahren gute Erfahrungen mit dem Einsatz. An deren Erfahrungen knüpfen wir an."

Fahrten im Voraus online buchen

Die Fahrt zur Arztpraxis mit dem schicken Kleinbus ist kostenlos. Die Buchung muss allerdings sieben Tage im Voraus über eine Online-Plattform vorgenommen werden. "Falls die Nutzer dazu nicht in der Lage sind, übernehmen das in den jeweiligen Orten sogenannte Kümmerer, die auf der Internetseite registriert sind", erläuterte Stülten. In Drochtersen seien schon Ehrenamtliche gefunden. Auch in Bützfleth und Freiburg zeichne sich ein positives Feedback ab. Auch zwei ehrenamtliche Fahrer stehen schon zur Verfügung, weitere werden gesucht.

Das Sozio-Med-Mobil kann normalerweise bis zu acht Passagiere aufnehmen. Wegen der Einhaltung der Corona-Hygienebestimmungen dürfen aktuell aber nur zwei Personen mitgenommen werden. "Alle anderen Sitze werden ausgebaut, um die Abstandsregeln einzuhalten", so DRK-Geschäftsführer Uwe Lütjen. "Mundschutzmasken und Desinfektionsmittel werden vorgehalten."

Wer gebucht hat, erhält per E-Mail eine Bestätigung, spätestens drei Tage vor dem Termin dann die Abholzeit. Taxi-Unternehmen würden durch das Projekt keine Einbußen haben, ist sich Uwe Lütjen sicher. "Im DRK-Bus müssen ja die Mitfahrenden mit längeren Fahrt- und Wartezeiten rechnen."

Probleme mit hausärztlicher Versorgung

Die anwesenden Kehdinger Bürgermeister waren voll des Lobes. "Wir unterstützen das Projekt", so der Drochterser Bürgermeister Mike Eckhoff. "Wir haben bereits jetzt Probleme bei der hausärztlichen Versorgung und wissen nicht, wie es in zwei Jahren aussehen wird." Auch in Bützfleth sei das Interesse groß. Immer wieder werde er angesprochen, stellte der  Bützflether Ortsbürgermeister Christoph von Schassen heraus. "Wir sind ja nicht weit von Stade entfernt. Dort bekommen aber nicht alle einen Termin." So müsse nach Hemmoor ausgewichen werden. Die neue Nordkehdinger Samtgemeinde-Bürgermeisterin Erika Hatecke freute sich über den Mut der Initiatoren, "ein solches Projekt im weitläufigen Kehdingen anlaufen zu lassen". Beim Startschuss war auch Erika Sauer -  die erste registrierte Nutzerin - dabei. Die Wischhafenerin: "Ich habe  habe gleich gewusst, dass der neue Fahrdienst etwas für mich ist." 

Das Projekt, das zwei Jahre auf Akzeptanz getestet werden soll, wird mit EU-Mitteln und Spenden gefördert. Daher entstehen keine Kosten - weder für die Kommunen noch für die Nutzer. Wer Interesse hat, das Vorhaben ehrenamtlich als Fahrer oder Kümmerer zu unterstützen, kann sich unter Tel. 04141-8033306 melden. Buchungen für den Kleinbus: http://www.sozio-med-mobil.de/kehdingen

Es geht los (v.li.): Christoph von Schassen, Gunter Armonat, Erika Sauer, Erika Hatecke und Mike Eckhoff durchschneiden für das neue Sozio-Med-Mobil ein rotes Band
Masken für die Passagiere
Autor:

Dirk Ludewig aus Stade

Politik
Michael Roesberg ist noch bis Ende Oktober 2021 im Amt

Verzicht auf eine erneute Kandidatur
Stades Landrat Michael Roesberg tritt nicht wieder an

jd. Stade. Politischer Paukenschlag im Stader Kreishaus: Landrat Michael Roesberg (parteilos) hat am Montagabend erklärt, dass er für eine erneute Kandidatur nicht zur Verfügung steht. Die Amtszeit des 63-Jährigen endet im Oktober 2021. Roesberg steht seit 2006 an der Spitze der Kreisverwaltung. Bisher galt als sicher, dass der amtierende Landrat bei den Kommunalwahlen im Herbst 2021 noch einmal ins Rennen geht. Roesberg hätte beste Chancen für eine Wiederwahl gehabt. Er kann auf die...

Politik
Diese beiden Buden sind der Auslöser des Streits   Foto: thl

Verfügungsfonds "Winsen 2030"
Zoff um Verkaufsbuden in Winsen

Mitglieder des Verfügungsfonds werfen der städtischen Vertreterin mangelnde Befähigung vor thl. Winsen. Riesiger Zoff zwischen der Stadt Winsen und den Mitgliedern des Verfügungsfonds "Winsen 2030", in dem ehrenamtliche Personen aus Handel, Gastronomie, Handwerk und Politik sowie Privatpersonen engagiert sind. Insgesamt umfasst der Fonds acht Mitglieder und hat vier Besitzer in Beraterfunktion, bestehend aus Vertretern der City Marketing, der Wirtschaftsförderung, der Stadtverwaltung und des...

Politik
"Wenn kein Handeln erfolgt, wird das Problem nicht nachvollzogen": Christian Heermann an der Kreuzung Nordring/Hamburger Straße

Kreuzung Nordring in Buchholz
"Kriminelle Ampelanlage": Harsche Kritik an Untätigkeit

os. Buchholz. In dieser Woche soll die Ampelanlage an der neuralgischen Kreuzung Hamburger Straße/Nordring am nördlichen Eingang zur Stadt Buchholz umgerüstet werden. Damit endet eine jahrelange Phase, die WOCHENBLATT-Leser Christian Heermann (85) als "kriminell" und "lebensgefährlich" bezeichnet: "Das haben die Stadt Buchholz und der Landkreis von mir im vergangenen November schriftlich bekommen." Wie berichtet, hatte sich der Landkreis auf FDP-Initiative entschieden, die Ampelanlage...

Politik
An den Elbe Kliniken wird Kritik geübt
  2 Bilder

Aus Protest Aufsichtsratsmandat niedergelegt
CDU-Fraktionschefin kritisiert Versäumnisse bei den Elbe Kliniken

jd. Stade. Aufsichtsrat - der geheimnisvolle Zirkel: Die meiste Zeit wirkt ein Aufsichtsrat eher im Verborgenen. Scheidet jemand aus dem Gremium aus, geschieht das meist sang- und klanglos. Die Öffentlichkeit erfährt in der Regel davon nichts. Ganz anders bei der Stader CDU-Ratsherrin und Fraktionschefin Kristina Kilian-Klinge: Sie legte beim Aufsichtsrat der Elbe Kliniken einen Abgang mit Pauken und Trompeten hin. Statt des üblichen Zweizeilers schrieb sie ein dreiseitigen Brief - gespickt mit...

Politik
Pferdehalterin Sabine Popp sieht sich auf ihrer Weide in Glüsingen dem auf dem Nachbarland üppig wachsenden Jakobskreuzkraut ausgesetzt

Für Weidetiere giftig
Jakobskreuzkraut: Kritik an Gemeinde Seevetal hält an

ts. Glüsingen. Weil das für Weidetiere giftige Jakobskreuzkraut üppig auf ökologisch bewirtschafteten Flächen der Gemeinde Seevetal wächst, gerät die Gemeindeverwaltung bei Weidetierhaltern zunehmend in die Kritik. Nach dem WOCHENBLATT-Bericht über den Protest in Ramelsloh zeigt sich auch Sabine Popp, Betreiberin einer Pferdepension in Glüsingen, besorgt. In unmittelbarer Nachbarschaft zu ihrem Weideland gedeiht die gelb blühende Pflanze großflächig. Der Verzehr des Jakobskreuzkrauts kann bei...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen