Garlstorfs Bürgermeister ist auf Zinne
Warum zäunte Autobahn GmbH Landschaftsschutzgebiet an A7 ein?
- Die von der Autobahn GmbH eingezäunten Ausgleichsflächen an der A7 bei Garlstorf sorgen für Irritationen
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"Der Autobahn GmbH gehören zwar die Grundstücke, aber sie kann doch hier nicht schalten und walten, wie sie will!", ärgert sich Garlstorfs Bürgermeister Horst Günter Jagau. Er ist auf Zinne, nachdem die GmbH Areale, die seit vielen Jahren als Ausgleichsflächen für Baumaßnahmen entlang der A7 im Raum Garlstorf bestehen, plötzlich mit hohen Drahtzäunen versehen hat. Die insgesamt vier Areale umfassen jeweils etwa anderthalb Hektar.
"Warum hat man so etwas in der Brut- und Setzzeit und dazu noch in einem Landschaftsschutzgebiet getan?", fragt sich Jagau fassungslos. Womöglich hielten sich in den eingezäunten Bereichen Jungtiere auf, die ihren Bewegungsfreiraum benötigen. Auf Anfrage beim Landkreis Harburg als zuständiger Naturschutzbehörde habe man ihm mitgeteilt, dass dort "niemand über die Aktion informiert" worden sei.
Wie er erfuhr, sollen grasende Schafe dafür sorgen, dass die Heide auf den Ausgleichsflächen erhalten bleibt und nicht von anderem Buschwerk überwuchert wird. "Das macht von den Kosten und vom Aufwand her keinen Sinn. Plaggen wäre eine weitaus wirtschaftlichere Alternative", so Horst Günter Jagau. "Davon bin ich als Bürgermeister und Steuerzahler überzeugt."
So begründet die Autobahn-GmbH ihr Vorgehen
"Die genannten Flächen dienen als Kompensations- bzw. Ausgleichsflächen und werden entsprechend der naturschutzfachlichen Vorgaben sowie der festgelegten Entwicklungsziele gepflegt und unterhalten. Hierzu können - je nach Standort und Entwicklungsziel - unterschiedliche Maßnahmen des Flächenmanagements und der Landschaftspflege zum Einsatz kommen", erklärt Autobahn-GmbH-Sprecher Torben Wienecke auf WOCHENBLATT-Anfrage.
Die Einzäunungen habe man vorgenommen, da die Flächen künftig durch Heideschnucken beweidet werden sollen. Dies sei eine "bewährte und nachhaltige Form der Heidepflege". Sie ermögliche den Erhalt der charakteristischen Vegetation weitgehend ohne tiefgreifende Eingriffe in die Bodenstruktur und knüpfe zugleich an traditionelle Formen der Landschaftsbewirtschaftung an.
Die Ausgleichsflächen befänden sich teilweise im Landschaftsschutzgebiet. "Ihr Standort ergibt sich aus den naturschutzrechtlichen Festsetzungen und den für die Flächen definierten Kompensationszielen. Eine Verlagerung dieser Flächen ist daher grundsätzlich nicht vorgesehen", betont Wienecke. Bei der Beweidung seien zudem die aktuellen Anforderungen an den Schutz der Weidetiere zu berücksichtigen. Gerade angesichts des Wolfsvorkommens in der Region sei ein wirksamer Herdenschutz notwendig. Dieser könne auf den betreffenden Arealen dauerhaft und verlässlich nur durch feste Einzäunungen gewährleistet werden. "Die errichteten Zäune dienen daher sowohl der sicheren Flächenbewirtschaftung als auch dem Schutz der Tiere."
Eine Stallhaltung der Tiere sei bei der Flächenpflege nicht vorgesehen. Die Beweidung erfolge im Rahmen einer extensiven Weidehaltung.
Unterdessen habe auch ein Ortstermin stattgefunden, bei dem die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Harburg über die Maßnahmen informiert worden sei.
"Grundsätzlich verfolgt die Autobahn GmbH das Ziel, die ihr obliegenden Ausgleichs- und Kompensationsflächen dauerhaft zu erhalten und entsprechend ihrer naturschutzfachlichen Zweckbestimmung zu entwickeln", stellt Torben Wienecke klar. "Die Umsetzung entsprechender Maßnahmen erfolgt unter Berücksichtigung der geltenden rechtlichen Vorgaben sowie der fachlichen Anforderungen an Pflege, Unterhaltung und Entwicklung der Flächen."
Redakteur:Christoph Ehlermann aus Salzhausen |
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