Internationales Vielseitigkeitsturnier
Reit-Drama in Luhmühlen
- Ros Canter auf Izilot DHI (v.l.), Marion Moser, Brand Managerin und Thomas Bergmann, Repräsentant (beide Longines Deutschland)
- Foto: TGL/Carlotta Ix
- hochgeladen von Roman Cebulok
Pferd nach Sturz eingeschläfert -Julia Krajewski ist deutsche Meisterin - die Britin Ros Canter gewinnt 5-Sterne-Prüfung
Das Wochenende in Luhmühlen wurde von einem tragischen Unfall überschattet. Einen Tag vor der finalen Entscheidung am Sonntag, an dem Julia Krajewski aus Warendorf zur Deutschen Meisterin gekürt wurde, und Rosalind Canter aus Großbritannien als Siegerin der Fünf-Sterne-Prüfung (CCI5*-L) gefeiert wurde, kam es zu einem dramatischen Sturz der deutschen Vielseitigkeitsreiterin Maj-Jonna Ziebell aus Döhle/Egestorf mit ihrer 13-jährigen Stute Chiquita auf der Geländestrecke der Vier-Sterne-Prüfung CCI4*-S Meßmer Trophy (Wertungsprüfung zur deutschen Meisterschaft) am Bürstensprung auf der sogenannten Wellenbahn. Das verletzte Pferd wurde vor Ort veterinärmedizinisch erstversorgt und musste am Abend in einer nahegelegenen Tierklinik eingeschläfert werden. Bei der Verletzung des Pferdes soll es sich um einen Bruch der Schulter gehandelt haben. Die 29-jährige Reiterin aus Döhle äußerte sich tief betroffen: „Mein Pferd war etwas ganz Besonderes. Jeder, der Chiquita besser kennenlernen durfte – was sie selbst auswählte –, hat sich in das Pferd verliebt. Ich habe meine beste Freundin verloren und bin unfassbar traurig.“
Der verantwortliche Turnier-Tierarzt vom Weltreiterverband, Matthias Baumann, erklärte anschließend: "Es war eine Verletzung, die dem Pferd sehr viel Schmerzen bereitet hat. Aus Gründen des Tierschutzes haben wir das Pferd einschläfern lassen."
Die Olympiasiegerin von Tokio 2021, Julia Krajewski (36), die mit ihrem elfjährigen Nickel bereits nach der Dressur in der CCI4*-S Meßmer Trophy in Führung lag, meisterte ohne Hindernisfehler den anspruchsvollen Geländekurs, und legte auch am verregneten Sonntag im Abschluss-Springen eine Nullrunde hin. "Nickel ist etwas ganz Besonderes. Die Hälfte von dem, was er macht, tut er, weil er so leistungsbereit und ehrlich ist. Ich bin sehr glücklich, dass die Woche so gut gelaufen ist und Nickel heute so großartig gesprungen ist", so Krajewski nach der Siegerehrung. Für Krajewski war es nach 2018, 2019 und 2023 schon der vierte deutsche Titel. Die Plätze zwei und drei belegten Emma Brüssau aus Münster mit Dark Desire sowie Calvon Böckmann auf Altair de la Cense. Lokalmatadorin Anna Siemer aus Salzhausen wurde mit Butts Avondale Siebte in der Wertungsprüfung der Deutschen Meisterschaft. Nur die Dressur vermieste ihr eine Top-Platzierung, denn im Gelände und auch im Springen blieb das Reiter-Paar ohne Strafpunkt.
Den Sieg in der Fünf-Sterne-Prüfung (Longines CCI5*-L) sicherte sich Ros Canter aus Großbritannien mit Izilot. Obwohl nach Dressur und Gelände ihre Landsfrau Laura Collett in Führung lag – aber im abschließenden Springen auf London 52 einen Abwurf hatte und dadurch auf Rang drei zurückfiel. Zweite wurde die Neuseeländerin Samantha Lissington mit ihrem Pferd Ricker Ridge Sooty. Nur ein Zehntel dahinter folgte die Britin Collett.
Auch der Australier Andrew Cooper dürfte mit seiner Premiere auf deutschem Boden mehr als zufrieden sein. Mit Sharvalley Thunder wurde er nach einem fehlerfreien Ritt im Springparcours in der CCI4*-S Meßmer Trophy Dritter. (cc)
Redakteur:Roman Cebulok aus Buchholz |
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