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Ein großer Schritt: Klaus Moldenhauer lebt mit einer geistigen Behinderung und wagt jetzt den Schritt in die eigene Wohnung

Freut sich auf die eigene Wohnung: Klaus Moldenhauer
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  • hochgeladen von Katja Bendig

kb. Hittfeld. Eine eigene Wohnung, in die man sich zurückziehen kann, kochen, auf was man gerade Appetit hat, oder im Supermarkt auf Einkaufstour gehen: Für die meisten Menschen eine Selbstverständlichkeit. Für Klaus Moldenhauer (67) aus Hittfeld sind das große Schritte in die Eigenständigkeit. Seit über 40 Jahren lebt er in Hittfeld in einer Wohngruppe für Menschen mit geistiger Behinderung. Doch bald wird sich sein Leben entscheidend verändern. "Am 15. Januar ziehe ich in eine eigene Wohnung", erzählt Klaus Moldenhauer, der seit seiner Geburt mit einer geistigen Behinderung lebt, stolz.
Auf diese Umstellung wird der 67-Jährige seit längerer Zeit vorbereitet. Während sich andere in seinem Alter zur Ruhe setzen, muss Moldenhauer quasi noch einmal die Schulbank drücken. Mit eigenem Geld einkaufen zu gehen, die eigene Wäsche zu waschen oder das Abendbrot zuzubereiten: Das alles wird geübt, bevor die insgesamt 25 Bewohner in die neue Hausgemeinschaft in Hamburg-Wilhelmsburg einziehen können. Hier bekommt jeder von ihnen eine kleine Wohnung mit Bad, Küche und Schlafzimmer - und natürlich einem eigenen Mietvertrag. "Darauf freue ich mich sehr", sagt Moldenhauer. Er kennt noch ganz andere Zeiten. "Früher gab es oft große Schlafsäle, die man sich mit vielen anderen teilte. Da musste man fast über die Betten klettern, um zu seinem eigenen zu kommen", erinnert er sich.
Obwohl Klaus Moldenhauer inzwischen Rentner ist, packt er immer noch gerne mit an. Im Haus Huckfeld hilft er beim Rasenmähen und Unkraut jäten oder verteilt Einladungen zu Veranstaltungen in der Einrichtung. Auf denen mischt er auch gerne selber mit: Als Mitglied der Tanzgruppe "Locavida" hat er schon manchen Auftritt absolviert - zuletzt sogar vor großem Publikum auf dem Hittfelder Dorffest. Moldenhauers große Leidenschaft gehört aber dem Radfahren. "Am liebsten bin ich an der Elbe unterwegs", erzählt er. Aber auch in Hittfeld kennt ihn fast jeder, weil er den Ort regelmäßig mit dem Drahtesel erkundet.
Neben der eigenen Wohnung würde vor allem eine Sache die Zukunft für Klaus Moldenhauer perfekt machen: "Ich wünsche mir eine Freundin", sagt der 67-Jährige. Am besten eine, die ebenso gern Rad fährt wie er und Spaß am Tanzen hat.

Redakteur:

Katja Bendig aus Seevetal

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