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Gründungsmitglieder wurden ausgezeichnet
Verein "För Platt" feierte 20-jähriges Bestehen

Mit Präsenten ehrte Vereinsvorsitzender Friedhelm Schneider (re.) die anwesenden Gründungsmitglieder (v. li.) Ludwig Hauschild, Ehrenvorsitzender Herbert Timm, Kassenwartin Elsabe Rolle, Schriftführerin Astrid Sitarz und Hildegard Meinberg | Foto: Claus Lühr
  • Mit Präsenten ehrte Vereinsvorsitzender Friedhelm Schneider (re.) die anwesenden Gründungsmitglieder (v. li.) Ludwig Hauschild, Ehrenvorsitzender Herbert Timm, Kassenwartin Elsabe Rolle, Schriftführerin Astrid Sitarz und Hildegard Meinberg
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Mit einer unterhaltsamen Jubiläumsfeier „op Platt“ feierte der über den Landkreis Harburg hinaus bekannte Verein „För Platt“ jetzt an zwei Tagen im Dörphus Hörsten sein 20-jähriges Bestehen. Als „Warm-Up“ präsentierte Silke Borchert mit ihrem Kamishibai-Erzähltheater, Fingerspielen, Liedern und Tanz ein Programm speziell für Kinder zum Kennenlernen der plattdeutschen Sprache. Leider nutzten nur 14 Gäste das Angebot bei freiem Eintritt. Die Organisatoren hätten sich hier gerne mehr Zuspruch gewünscht. „Wir werden trotzdem weiter 'Platt för de Lütten' anbieten und uns um den Sprachnachwuchs kümmern, denn frühe Mehrsprachigkeit kann nur von Vorteil sein“, erklärte Vereinsvorsitzender Friedhelm Schneider.

Eine tolle Geburtstagsstimmung kam anderntags im voll besetzten Dörphus auf. Mit dabei waren Vertreter aus Politik und Institutionen, die Plattdeutsch-Beauftragten aus den Landkreisen Lüneburg und Uelzen, Theatergruppen und zahlreiche Gründungs- und Vereinsmitglieder. Nach der Kaffeetafel hielt Friedhelm Schneider die Festrede mit einer Rückschau: 22 Plattbegeisterte hatten im Mai 2005 auf Initiative von Herbert Timm aus Wulfsen und dem inzwischen verstorbenen Otto Schneider (Ramelsloh) im Olen Fösterhus in Klecken den Verein "För Platt" gegründet. Aktuell gehören ihm 128 Mitglieder an.

Schneider berichtete über das Erreichte der vergangenen Jahre und richtete außerdem den Fokus auf das Problem der Nachwuchsgewinnung, mit dem sich fast jeder Verein in der heutigen Zeit konfrontiert sieht. „Im Alltag wird zu wenig Plattdeutsch gesprochen“, bedauerte Schneider. „Wir wollen, dass das wieder mehr wird, denn Plattdeutsch ist kein Dialekt, sondern eine Sprache mit vielen Dialekten in ganz Norddeutschland. Viele Leute verstehen Platt, sie trauen sich oft nicht, es zu sprechen. Über zwei oder sogar drei Generationen wurde die plattdeutsche Sprache fast gar nicht an die Kinder weitergegeben, das war ein Fehler." 

Er appellierte an alle, dort, wo man lebt und arbeitet, in Vereinen und in der Freizeit mehr Platt zu reden: „Wir Plattdeutschen müssen mutig sein, Plattdeutsch wieder mehr hörbar und sichtbar zu machen, damit unsere schöne alte Heimatsprache erhalten bleibt.“

Mit Präsenten ehrte Schneider die anwesenden Gründungsmitglieder Hildegard Meinberg, Elsabe Rolle (heute Kassenwartin), Astrid Sitarz (Schriftführerin), Herbert Timm (Ehrenvorsitzender) und Ludwig Hauschild.

Nach dem offiziellen Teil folgte ein fröhliches Musikprogramm mit Rika Tjakea und ihrer Band „Swing op de Deel“. Die Formation beherrscht mit viel Charme und Ausdruckskraft die mitreißende Swingmusik, was von den Gästen mit viel Beifall quittiert wurde.

Als nächstes Projekt plant der Verein "För Platt" die „Plattdüütsch Weken“ im Landkreis Harburg, die im September stattfinden. Alle, denen die Erhaltung der alten Heimatsprache am Herzen liegt, sind aufgerufen, sich mit kreativen Ideen zu beteiligen. Interessierte melden ihre Veranstaltungen für das Programmheft - möglichst digital mit Foto - bis spätestens 1. Juni per E-Mail an info@foer-platt.de. Ein Anmeldeformular ist als Download unter www.foer-platt.de verfügbar. Der Verein erstellt danach ein kostenloses Programmheft. Zusätzlich werden die Veranstaltungen im Terminkalender auf der Homepage veröffentlicht.

Die Auftaktveranstaltung für die "Plattdeutschen Wochen" findet am Sonntag, 31. August, ab 15 Uhr im Gasthof Vossbur in Tangendorf (Wulfsener Straße 4) statt. Mit dabei sind unter anderem der Theaterverein Evendorf „De Ebendörper Immenschworm“, das Musik-Duo „Plückfiedel“ und Überraschungsgäste.

Redakteur:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

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