Warum Ärzte im Landkreis Harburg arbeiten sollten

Der Allgemeinmediziner Peter-Andreas Schaper hat am 13. Juni seine letzte Sprechstunde: 
"Ich bedanke mich bei meinen Patienten."
  • Der Allgemeinmediziner Peter-Andreas Schaper hat am 13. Juni seine letzte Sprechstunde:
    "Ich bedanke mich bei meinen Patienten."
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Gutes Geld, gute Arbeit und Zeit für die Familie Der Mediziner Peter-Andreas Schaper aus Stelle nennt Argumente für die Tätigkeit als Landarzt

(ts). Ein Drittel der etwa 90 Hausärzte im Landkreis Harburg ist älter als 65 Jahre, ein Ende ihrer Praxistätigkeit also absehbar. Einer von ihnen ist Peter-Andreas Schaper aus Stelle. Der 66-Jährige gibt seine Praxis aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig zum 13. Juni auf. Die weit verbreitete Befürchtung, dass die medizinische Versorgung im Landkreis leiden werde, weil junge Ärzte nicht als Hausarzt auf dem Land arbeiten wollten, teilt er nicht. Im WOCHENBLATT nennt der erfahrene Landarzt die Gründe, warum junge Mediziner gut beraten seien, sich im Landkreis niederzulassen.
Die Lebensqualität
Spätestens wenn junge Mediziner eine Familie gründen, erfährt das Leben auf dem Land mit Haus und Garten eine höhere Wertschätzung. "Ich habe mit meinen Kindern zu Mittag gegessen", sagt Peter-Andreas Schaper. Es heißt, jungen Medizinern sei eine Work/Life-Balance wichtig, also ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Berufs- und dem Privatleben. Das sei gegeben. Zeit fand er auch für die Hobbys Faustball und Boule.
Wandel im Berufsfalltag
Im Jahr 1987 hat sich Peter-Andreas Schaper als Allgemeinmediziner in Stelle niedergelassen. In der Gemeinde ist er geboren. Damals sei er zu "Unzeiten" unterwegs gewesen, sagt er. Niedergelassene Ärzte seien noch zu Verkehrsunfällen gerufen worden. "Meine Belastung ist heute eher geringer geworden", sagt der Hausarzt. Er komme mit einer 40-Stunden-Woche aus.
Das Einkommen
Ein niedergelassener Arzt mit eigener Praxis erwirtschaft ein höheres Einkommen als ein angestellter Oberarzt in einem Krankenhaus. Eine Praxis im Landkreis verspricht also höheren Wohlstand als eine Anstellung in der Stadt. "Wir Hausärzte verdienen immer noch ganz gut", sagt Peter-Andreas Schaper.
Laut dem Branchenreport der Sparkassen-Finanzgruppe lagen im Jahr 2013 die durchschnittlichen jährlichen Einnahmen von Allgemeinmedizinern in den alten Bundesländern nach Abzug der Betriebsausgaben bei 147.819 Euro. Von diesem Betrag sind die Einkommenssteuer und Beiträge zur Altersvorsorge abzuziehen.
Ein angestellter Allgemeinmediziner verdiente demnach in 2013 nach sieben Jahren am Krankenhaus etwa 85.000 Euro brutto im Jahr.
Die geostrategische Lage
Die Bezeichnung Landarzt lässt Peter-Andreas Schaper für sich nicht mehr gelten. Zumindest die Städte und Gemeinden im Landkreis Harburg, die sich entlang der Eisenbahn befinden, lägen im Speckgürtel von Hamburg, sagt er.
Aus der Gemeinde Stelle erreiche man in 25 Minuten das Hamburger Zentrum. "Damit ist man ebenso gut angebunden wie in Hamburg die Bewohner der Stadtteile Blankenese oder Wandsbek", sagt Schaper.

Ärztemangel in Niedersachsen

(ts). Laut dem Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund fehlen in Niedersachsen 359 Hausärzte.
Im Landkreis Harburg liegt die die hausärztlche Versorgungsrate beinahe überall bei mehr als 90 Prozent.
In den kommenden zehn Jahren werden voraussichtlich etwa 1.000 niedergelassene Ärzte in Niedersachsen in den Ruhestand gehen.
Zusätzlich wollen immer mehr ausgebildete Mediziner in Teilzeit arbieten. Dadurch entstehe ein Personal-Mehrbedarf von 30 Prozent. Ärztemangel in Niedersachsen

Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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