Drei tote Wildvögel am Steller See gefunden
Angelschnüre werden Tieren zum Verhängnis
- Verheddert in eine Angelschnur wurden jetzt verendete Wildvögel im Steller See entdeckt. Deren tragischer Tod hätte sich verhindern lassen, wenn alle sich an die geltenden Verhaltensregeln im Naturschutzgebiet hielten
- Foto: ©Landkreis Harburg
- hochgeladen von Fotoarchiv
Eigentlich erwartet Erholungssuchende und Naturfreunde am Steller See ein echtes Idyll. Die Ufer sind beliebter Brutplatz für eine Vielzahl von gefährdeten Wat- und Wasservögeln. Doch nicht nur Knäkente, Kiebitz und Flussregenpfeifer fühlen sich hier wohl. Enten und Gänse nutzen das Gebiet gern als Mauserplatz und im Winter dienen der See und seine Umgebung als Rastplatz auf dem Vogelzug. Was Spaziergänger kürzlich entdeckten, war aber weniger Idylle als trauriger Anblick:
Verheddert in Angelschnüren wurden eine tote Lachmöwe, ein Graureiher und an einer weiteren Stelle ein schon vor etwas längerer Zeit verendeter Kormoran gefunden. „Wir können davon ausgehen, dass sich die Vögel elendig erhängt haben, nachdem sie zuvor stunden- oder sogar tagelang versucht haben, sich noch aus den Schnüren zu befreien“, sagt Gitta Baeuerle von der Abteilung Umwelt des Landkreises.
Sie und ihre Kollegen sind in der zurückliegenden Woche mit dem Boot auf den See hinausgefahren, um die toten Vögel einzusammeln. Und das nicht etwa nur, um Vorbeigehenden den Anblick zu ersparen. „Es kann immer passieren, dass andere Vögel von der vermeintlich leichten Beute angelockt werden und sich dann ebenfalls in der Schnur verheddern“, erklärt Baeuerle, die vermutet, dass es dem Graureiher ganz genauso ergangen sein dürfte.
Am Steller See, der im Naturschutzgebiet „Untere Seeveniederung und Over Plack liegt“, herrscht grundsätzlich Angelverbot. Um Flora und Fauna zu schützen, ist hier unter anderem auch Baden, Grillen oder Zelten untersagt. Gitta Baeurle geht es aber nicht nur darum, auf die so wichtigen Verhaltensregeln im Naturschutzgebiet hinzuweisen. „Auch außerhalb von Schutzgebieten verenden immer wieder Tiere an achtlos weggeworfenen Abfällen und Müll. Wir möchten dieses Beispiel nutzen, um noch einmal eindringlich an alle zu appellieren, die in der Natur unterwegs sind: Bitte werfen Sie Verpackungsmüll, leere Flaschen und andere Abfälle nie einfach achtlos weg, sondern bringen Sie sie zum nächsten Mülleimer. Mit diesem einfachen Grundsatz können wir alle dazu beitragen, Umwelt und Tiere zu schützen.“
(Landkreis/tw).
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.