SPD-Fraktion erteilt der Ansiedlung von Klein- und Mittelbetriebe auf Aldi-Fläche eine Absage
Darum sind Kleinbetriebe keine Alternative zum Aldi-Lager in Stelle

Bernd Henke (li.) und Heinz-Dieter Adamczak erklären, warum Kleinbetriebe
für sie keine Alternative sind   Foto: SPD
  • Bernd Henke (li.) und Heinz-Dieter Adamczak erklären, warum Kleinbetriebe
    für sie keine Alternative sind Foto: SPD
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thl. Stelle. "Die Ansiedlung von Klein- und Mittelbetrieben im Gewerbegebiet Fachenfelde-Süd wäre aus unserer Sicht die schlechtere Alternative", sagen Bernd Henke und Heinz-Dieter Adamczak, Mitglieder der SPD-Fraktion im Steller Gemeinderat, und erteilen dem von Aldi-Gegnern ins Spiel gebrachten Vorschlag eine Absage.

"Typische Klein- und Mittelbetriebe, wie z.B. Handwerker, haben ihre Kundschaft in und um Stelle. Durch die Auslieferung von Waren und/oder durch den Besuch von Kunden zu Ausstellungsräumen etc. wird der Verkehr in Stelle deutlich zunehmen", sind sich die Politiker sicher. "Es ist nicht möglich, mit einer Vielzahl von Unternehmen Verkehrskonzepte zu erarbeiten, wie bei Aldi geschehen, die eine Durchfahrt durch Stelle ausschließen. Klein- und Mittelbetriebe leben nahezu davon, durch Stelle durchzufahren, das ist ihre Existenzgrundlage."

Gebiet müsste erschlossen werden

Hinzu komme: Würde sich die Gemeinde Stelle für eine kleinteilige Ansiedlung von Gewerbetreibenden entschließen, müsste sie zunächst das Gebiet erschließen und die gesamten Leistungen vorfinanzieren. "Aus heutiger Sicht hat die Gemeinde dafür kein Geld und es müssten Kredite aufgenommen werden. Auch bei optimistischer Betrachtung wird die Gemeinde etliche Jahre benötigen, um eine Refinanzierung der vorab notwendigen Investitionen durch Verkäufe zu erlangen", so Adamczak und Henke. "Bei Aldi gibt es keine innere Erschließung des Grundstücks durch die Gemeinde, eine Parzellierung ist nicht erforderlich, Aldi zahlt alle Maßnahmen des Sicht- und Lärmschutzes und auch den Anschluss an das öffentliche Straßennetz. Auf die Gemeinde Stelle kommen keine Kosten zu."

Negative Auswirkungen bei Kleingewerbeansiedlungen

Auch bei Lärm-, Licht und Schadstoffemissionen sehen die beiden Sozialdemokraten negative Auswirkungen bei Kleingewerbeansiedlungen: "Die Emissionen verteilen sich natürlich auf das gesamte Gewerbegebiet und nicht nur auf der dem Wohngebiet abgewandten Seite. Und auch Klein- und Mittelbetriebe arbeiten keineswegs geräuschlos, ein Rund-um-die-Uhr-Betrieb ist auch dort nicht ausgeschlossen."

Bleibt noch, die Auswirkungen auf die Landschaft zu beleuchten. "Aldi baut nach neuesten Informationen nur noch 14,3 Meter hoch. Das ist immer noch viel. Aber zum Vergleich: Ein dreigeschossiges Wohngebäude ist etwa zehn bis elf Meter hoch", sagen Bernd Henke und Heinz-Dieter Adamczak. "Davon gibt es im angrenzenden Wohngebiet schon einige. Und da sich Aldi quasi eingräbt, übersteigen von diesen 14,3 Metern nur noch acht bis neun Meter den Bardenweg. Auch Produktionsstätten von Klein- und Mittelbetrieben sind nicht eben klein. Zudem bauen diese auf Geländeniveau und ragen dadurch höher hinaus als das Aldi-Gebäude. Wir bezweifeln, dass davon die Landschaft und die Sicht auf das Elbtal weniger beeinflusst würde als durch Aldi."

Ein klares Statement "pro Aldi" seien diese Aussagen aber nicht, unterstreichen die Ratsherren. Es seien aus ihrer Sicht noch viele Fragen zu beantworten, bevor sie einer Aldi-Ansiedlung zustimmen könnten.

Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

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