Tostedt
Autist findet erfüllenden Job bei Versandhändler
- Sebastian Dean ist Teil des Teams bei Amazon Winsen
- Foto: Amazon PR
- hochgeladen von Tina Lüecke
Sebastian Dean hat es geschafft: Der 43-Jährige ist in der "echten" Arbeitswelt angekommen. Das ist insofern besonders, da Behörden den Autisten und Epileptiker zuvor entweder verrenten oder in Werkstätten für Menschen mit Behinderung sehen wollten. Seine Mutter Constanze Dean wollte das nicht hinnehmen und kämpfte mit Unterstützung der beim Alsterdorfer Krankenhaus angesiedelten Arbeitsreha "JobMe" um Sebastians Integration auf dem ersten Arbeitsmarkt. Beim Versandhändler Amazon in Winsen hat Sebastian jetzt seine Berufung gefunden - und trägt dazu bei, dass alle Päckchen pünktlich zum Fest unterm Baum landen.
Sebastian Dean ist seit Oktober 2024 als Teilzeitkraft (22,5 Stunden pro Woche) bei der Amazon Logistik Winsen GmbH beschäftigt. "In dieser Zeit hat er sich hervorragend entwickelt und zeigt täglich, wie sehr er seine Arbeit schätzt. Als Schwerbehindertenvertretung begleite ich Herrn Dean von Beginn an und unterstütze ihn dabei, seine Aufgaben erfolgreich zu erfüllen", erläutert Siyem Fouzai,.
"Wir haben intern verschiedene Anpassungen vorgenommen, um ihm eine optimale Arbeitsausführung zu ermöglichen. Diese Maßnahmen haben dazu beigetragen, dass Herr Dean in seiner Abteilung sehr gut aufgenommen wurde. Es gab keinerlei Zwischenfälle – im Gegenteil, er wird von seinen Kolleginnen und Kollegen unterstützt und wertgeschätzt."
Inzwischen hat Sebastian einen unbefristeten Arbeitsvertrag bei der Amazon Logistik Winsen GmbH erhalten.
Während der Arbeitszeit wird er dauerhaft durch seine persönlichen Assistenten begleitet. Es handelt sich dabei um drei Assistenten, die von Frau Dean beschäftigt und über das zuständige Amt finanziert werden. Auf eine solche Begleitung durch Assistenten am Arbeitsplatz haben Menschen mit Beeinträchtigung ein Recht.
"Herr Dean ist bei uns als Kommissionierer tätig. Er entnimmt bestellte Artikel aus den Regalen und leitet diese an die entsprechende Verpackungsabteilung weiter.
Aufgrund seiner Epilepsie haben wir seinen Arbeitsplatz so gestaltet, dass mögliche Gefahrenquellen minimiert wurden. Dazu gehörten das Abdecken scharfer Kanten, die Anpassung der Beleuchtung sowie weitere Sicherheitsvorkehrungen.
Ich möchte abschließend betonen, dass diese Form der dauerhaften Assistenz am Arbeitsplatz in deutschen Amazon-Lagern bislang einmalig ist. Wir sind stolz darauf, diesen Weg zu gehen und sehen uns in unserem Engagement für gelebte Inklusion bestätigt", betont Siyem Fouzai.
Die Besonderheit der dauerhaften Beschäftigung freut seine Mutter Contanze auch insofern, da Sebastian aufgrund seines Autismus sehr beeinträchtigt ist. Zu ihrem eigenen Engagement sagt sie bescheiden: "Ich bin eine ganz normale Mutter - helfe gerne jedem, der mehr möchte für sein Kind. Ja, es ist herausfordernd, aber nicht unmöglich." Und sie ist begeistert: "Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass Amazon so zuvorkommend ist. Dort ist man freundlich, hilfsbereit und verständnisvoll und geht auf die Beschäftigten ein. Sebastian ist sehr gerne dort und kann in seinem Tempo arbeiten", berichtet Constanze Dean. Sebastian selbst sagt über seine Beschäftigung: "Die Arbeit ist zum Freuen. Ich sehe Menschen, und meine Arbeit ist bunt."
Redakteur:Bianca Marquardt aus Tostedt |
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