Digitalisierung
Smartes Büsenbachtal: Landkreis Harburg denkt über Besucherlenkung nach

Spaziergänger begegnen Schafen: Das Büsenbachtal gilt als eine der schönsten Heidelandschaften
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(ts). Von Ausflugs-Chaos und Freizeitkollaps war die Rede: Der Menschenansturm trotz Corona-Kontaktbeschränkungen im vergangenen Winter im Harz oder auf die Lübecker Bucht im vergangenen Sommer hat den Fokus auf Möglichkeiten zur Besucherlenkung mit digitalen Technologien geworfen. Der Landkreis Harburg denkt darüber nach, im Büsenbachtal Besucherströme zum Beispiel mit WLAN-Tracking zu steuern.

Das Vorhaben mit Namen "smartes Büsenbachtal" ist eines von mehreren Projekten, das die Stabsstelle für Digitalisierung entwickelt. Smart meint vernetzte Technologien, die Menschen das Leben erleichtern sollen. Die Besucherlenkung war bisher im Ideenstadium, soll aber mit einer Investition in Technologie in die nächste Phase gehen: die Prüfung der Machbarkeit.

Die Naturschutzbehörde des Landkreises und der Verein Naturparkregion Lüneburger Heide wollen Erkenntnisse über das Verhalten der unterschiedlichen Akteure in der Destination Büsenbachtal gewinnen. Die Heidelandschaft bei Handeloh gilt als eine der schönsten und ist ein beliebtes Ausflugsziel.
"Menschen mit unterschiedlichen Interessen treffen hier aufeinander", sagt Hilke Feddersen, Geschäftsführerin Naturpark Lüneburger Heide. "Die Gäste suchen Erholung. Die Anwohner geraten in Rage. Naturschützer sorgen sich. Gastwirte haben ein Interesse an touristischer Entwicklung. Wir haben Landwirte und Schäfer."

Noch sei offen, mit welcher Technologie das Büsenbachtal smart gesteuert werden könnte. Zwar hätten Urlaubsdestinationen an der Nord- und Ostsee Erfahrungen gesammelt. Aber die Steuerung von Besucherströmen in einer von mehreren Seiten offenen Landschaft sei anders als bei einem Strand. Erfahrungen damit seien seltener. "Wir haben nicht nur die eine Zufahrt über eine Strandstraße. Und wir müssen Strom und Internet in der weiten Landschaft haben", sagt Hilke Feddersen.

Die Tourismus Marketing Niedersachsen GmbH hatte Anfang des Monats in einer Online-Konferenz innovative Ansätze diskutiert. Es ging darum, die Service- und Erlebnisqualität mit digitalen Instrumenten zu verbessern und die Auswirkungen von Übertourismus zu lindern. Thema war auch die Entwicklung einer smarten Destination.

Sogenannte WLAN-Tracker, eine Technologie zur Erfassung von Besucherverhalten, können im Büsenbachtal eine Möglichkeit sein, sagt Hilke Feddersen. Ohne mit den Beteiligten zu sprechen, gehe aber nichts. "Die Leute wollen die direkte Ansprache", sagt Hilke Feddersen. Gemeinsam, ganz klassisch von Angesicht zu Angesicht, wollen Naturschutzbehörde, Verein Naturparkregion Lüneburger Heide und Gemeinde Handeloh im Sommer Menschen im Büsenbachtal befragen. Die Antworten erfassen die Interviewer mit Hilfe einer App - etwas smart wird es dann bereits zugehen.

Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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