Handeloh rockt
Wini Macken 2026 feiert Besucherrekord: Festival begeistert so viele Rockfans wie nie zuvor

Foto: © Izzy
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Eines der erfolgreichsten Wini Macken ist zu Ende gegangen und die Veranstalter schauen mit unheimlich viel Dankbarkeit auf das vergangene Wochenende und ein beinahe restlos ausverkauftes Festival zurück.

Das Wini Macken 2026 war im Vorverkauf das bisher stärkste Jahr. Die Hardtickets bei Edeka Kröger in Handeloh waren restlos vergriffen und auch der Vorverkauf der Onlinetickets über TixForGigs lief so gut wie noch nie. Wäre die Wetterprognose für das Wochenende etwas stabiler gewesen, hätte das Wini Macken seine Kapazitätsgrenze vermutlich vollständig erreicht.

Und voll wurde es dieses Jahr auch deutlich früher als sonst. War es in den vergangenen Jahren beim Opener und teilweise auch bei den Bands am Nachmittag vor der Bühne noch etwas luftiger – selbst wenn das Barzelt bereits gut gefüllt war –, gab es 2026 kein langsames Vorfühlen.

Denn dieses Jahr eröffneten die Dorky Dorks das Festival bereits um 14 Uhr. Und das machte einen spürbaren Unterschied. Die Dorks haben eine loyale Fangemeinde in Handeloh und Umgebung und die ließ es sich nicht nehmen, schon am frühen Nachmittag vor der Bühne zu stehen.

Die Dorks – dieses Jahr angeblich extra aus California angereist – lieferten ein 75-minütiges Programm und überraschten mit durchgehend quasi-englischer Moderation. Weniger überraschend waren die gewohnte Publikumsnähe und die Geschwindigkeit, mit der Band und Zuschauer auf Betriebstemperatur kamen.

War der Bereich direkt vor der Bühne zu Beginn noch vergleichsweise leer, änderte sich das schnell. Dorks-Frontmann und Wini-Macken-Gründer Jens versteht seinen Job als Frontmann wie kaum ein anderer. Auch wenn er dieses Jahr unter erschwerten Bedingungen arbeiten musste: Zum ersten Mal gab es eine Absperrung vor der Bühne, was das Verteilen von aufblasbaren Gitarren, Sonnenbrillen und Dorks-Shirts deutlich komplizierter machte – und ihn beim Versuch beinahe vom Amp (Verstärker) beförderte.

Nach einer kurzen Pause inklusive Outfitwechsel von Gold auf Schwarz legte die Band noch drei Zugaben nach. Danach war endgültig klar: Das Publikum war warm.

Sturms Fährmann aus Stade wussten die Stimmung zu halten und brachten im Anschluss eine Stunde
Stader Rock’n’Roll nach Handeloh. Mit deutschen Texten und eigenen Songs hatte die Band sichtlich Spaß auf der Bühne – und das Publikum davor ebenso. Auch sie hatten ihre eigenen Fans mitgebracht, die sich nun zunehmend in die vorderen Reihen wagten.

Dasselbe galt für Rockenbolle aus Hamburg. Seit zwanzig Jahren ist das Trio in seiner aktuellen Besetzung unterwegs und hat sich mit punkigem Hardrock à la Motörhead ein loyales Publikum erspielt.

Überhaupt sah das Wini Macken 2026 einige neue Gesichter aus Hamburg.

Auch Rockenbolle-Frontmann Olli ließ es sich nicht nehmen, mit seinem Bass die Bühne zu verlassen, einmal über den Platz zu stromern und mitten in der Menge weiterzuspielen. Für einen Song bekam er Unterstützung an den Vocals von seiner Tochter Lilly, die mit überraschend tiefer und kräftiger Stimme überzeugte.

Apropos neue Gesichter aus Hamburg: Schon während Rockenbolle wurde die erste Reihe von einigen Fans in Beschlag genommen (Frontrow wurde geclaimed). Auch das hatte es in der Geschichte des Wini Macken so noch nicht gegeben – dass sich Fans bereits während der vorherigen Band ihren Platz für den nächsten Act sicherten.

Night Laser aus Hamburg schafften genau das.

Für die vier Glam-Metal-Jungs wurde extra angereist, extra angestanden und extra vorgefiebert. Und ja - die Show, die Night Laser ablieferten, war grandios.
Frontmann Benno stellte die Flexibilität seiner Lederhose mit Sprüngen und Ausfallschritten ausgiebig auf die Probe und verlor im Laufe des Sets Stück für Stück mehr Stoff am Leib. Als schließlich das Shirt fiel und die Kunstblutkapsel aufgebissen wurde, war das Publikum endgültig im 80er-Jahre-Glam-Metier angekommen. Und als Benno dann auch noch den Graben überstieg und auf der Absperrung stand, gab es kein Halten mehr.

Nach vier wirklich starken Bands war es um 21 Uhr Zeit für den Headliner des Abends.

Dio Alive brachten – wie der Name bereits vermuten lässt – die Musik und Stimme von Ronnie James Dio zurück auf die Bühne. Mit einer Tribute-Show aus allen Dio-Äras – Rainbow, Black Sabbath und Dio – lieferten die fünf Musiker rund um Ausnahmesänger John „Jaycee“ Cuijpers, auch bekannt von Praying Mantis, eine beeindruckende Show voller Emotionen und Nostalgie.

Die Stimmung zu beschreiben ist schwer, wenn man nicht selbst vor Ort war.

Eineinhalb Stunden lang folgte ein Klassiker auf den nächsten: „Man on the Silver Mountain“, „Don’t Talk to Strangers“, „Rainbow in the Dark“. Kult auf Kult: „We Rock“, „Stargazer“, „Long Live Rock’n’Roll“.

Und als nach einer fast zehnminütigen Zugabe von „Heaven and Hell“ der wirklich letzte Ton ausklang, tobte die Menge noch immer.

Niemand war bereit, hier schon ein Ende zu finden.
Das war nicht mehr Handeloh.
Das war Helldeloh.

(Wini Macken e.V., © Izzy).

Redakteur:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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