Winsens Stadtwerke-Geschäftsführer Hans-Georg Preuß über erste 100 Tage im Amt
"Fachlich sehr gutes Team"

Hans-Georg Preuß   Foto: Michael Bogumil

thl. Winsen. Seit gut 100 Tagen im Amt ist Hans-Georg Preuß (51), Geschäftsführer der Winsener Stadtwerke. Im WOCHENBLATT-Interview zieht Preuß eine erste Bilanz und wagt ein paar Ausblicke.
WOCHENBLATT: Haben Sie sich in Winsen schon eingelebt?
Hans-Georg Preuß: In der Tat, und das ging unheimlich schnell. Das verdanke ich natürlich den Mitarbeitern, die mich herzlich willkommen geheißen und vom ersten Tag an die drängendsten Fragestellungen konstruktiv und lösungsorientiert diskutiert haben. Hilfreich war auch der Dialog mit diversen Gewerbetreibenden, mit denen ich ihre Erwartungen an die Stadtwerke und meine Visionen abgleichen konnte.
WOCHENBLATT: Wie sieht Ihre persönliche Bilanz der ersten 100 Tage aus?
Preuß: In den ersten 100 Tagen ist schon viel passiert. Wichtig war mir zunächst der Austausch mit den Menschen. Ich konnte persönlich und über eine Mitarbeiterbefragung sehr viel über das fachlich wirklich sehr gut qualifizierte Team der Stadtwerke erfahren und mich mit ihm austauschen. Überdies habe ich mit den Mitarbeitern der Stadtverwaltung viele gute Gespräche geführt und – neben der schon erwähnten Fühlungnahme mit unseren gewerblichen Kunden – den Kontakt zu den Schulen in Winsen aufgenommen. Wir haben mit unserem Angebot für Photovol-taikanlagen – das übrigens auf eine hohe Nachfrage trifft - den Grundstein für weitere Komplettlösungen für private und gewerbliche Unternehmen gelegt. Gerade sind wir dabei, ein neues Stromlieferangebot für Winsen zu entwickeln - was es beinhaltet, möchte ich zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht verraten. Für unser Haus trete ich mit den unterschiedlichsten Akteuren in den Dialog und diskutiere, wie wir als Stadtwerke uns zum Wohle der Winsener weiterentwickeln können.
WOCHENBLATT: Der Stadtrat hat gerade beschlossen, die Konzessionen für Wasser, Gas und Strom wieder an die Stadtwerke zu geben. Ist das für Sie ein Bekenntnis der Stadt?
Preuß: Ja, aber vor allem zeigt das, wie gut wir als Stadtwerke aufgestellt sind. Wir haben uns auf die Konzessionen beworben und standen im Wettbewerb. Die Entscheidung für die Stadtwerke ist rein sachlich nach klar festgelegten Kriterien erfolgt. Das ist in erster Linie eine gute Nachricht für die Winsener Bürger. Sie zeigt, dass wir die Gas-, Strom- und Wassernetze sehr effizient und damit kostengünstig für Winsen betreiben.
WOCHENBLATT: Welche Themen liegen Ihnen besonders am Herzen?
Preuß: Nicht erst seit den Freitagsdemonstrationen sind mir Nachhaltigkeit und umweltbewusstes Handeln ein besonderes Anliegen. Zum Glück braucht es heute für die erneuerbare Erzeugung von Strom, z. B. mit einer eigenen Photovoltaikanlage, noch nicht mal einen besonderen Idealismus, da die meisten Anlagen fast ohne öffentliche Förderung wirtschaftlich sind. Ich glaube, wir als Stadtwerke können hier zukünftig einen größeren Beitrag leisten und die Winsener Bürger und Gewerbetreibenden mit unserer Fachkenntnis und unseren Produkten unterstützen.
WOCHENBLATT: Gibt es ein Programm für die Zukunft – was kommt nach dem Klimaschutzkonzept 2020?
Preuß: Wir arbeiten gerade an einer Vision 2030, die die aktuellen Entwicklungen im Markt, wie z. B. Klimaschutz, Umweltschutz, Kohleausstieg, Elektromobilität und CO₂-Steuer berücksichtigt. Wir orientieren uns bei Überlegungen für Produkte an den Bedürfnissen der Menschen. Die Vision gilt es mit dem Gesellschafter und dem Aufsichtsrat sowie allen weiteren Akteuren zu diskutieren und daraus unser Programm für die nächsten Jahre zu machen. Dass das Thema "Digitalisierung" auch darin vorkommen wird, ist sicher keine Überraschung. Es wird aber immer wieder darum gehen, wie wir das Leben der Bürger in Winsen und Umgebung besser machen können.
WOCHENBLATT: Welchen Weg werden die Stadtwerke gehen – was kommt nach Versorgungsprodukten, Freizeitbad und Parkhaus?
Preuß: Das kann ich noch nicht genau sagen. Wir denken momentan in viele Richtungen und es gibt diverse Themen, die wir hier in Winsen umsetzen können. Vielleicht E-Car-Sharing? Sicher werden wir mehr Lösungen für Kunden anbieten. Unser Angebot für Photovoltaikanlagen ist da nur der Anfang.
WOCHENBLATT: Herr Preuß, vielen Dank für das Gespräch.

Zur Person:

Hans-Georg Preuß ist gebürtiger Schleswig-Holsteiner. Er ist gelernter Heizungs-und Lüftungsbauer und diplomierter Maschinenbauingenieur. Preuß wohnt mit seiner Familie auf der gegenüberliegenden Elbseite in Geesthacht und hat in den vergangenen 20 Jahren verschiedene Leitungspositionen mit vorwiegend vertrieblich, technischer Ausrichtung innegehabt, unterschiedlichste Projekte geleitet und sich für Lösungen im Bereich der erneuerbaren Energien engagiert.

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