Bienenvölker überbrücken nahrungsärmere Zeit nach Obstblüte in Sangenstedt
Neue "Bestäubungsbörse" gestartet

Auf den Blühflächen in Sangenstedt: Hobbyimker Steffen Behr und Landwirtin Andrea Röhrs
  • Auf den Blühflächen in Sangenstedt: Hobbyimker Steffen Behr und Landwirtin Andrea Röhrs
  • Foto: Röhrs
  • hochgeladen von Christoph Ehlermann

ce. Sangenstedt. Eine "Sommerreise" der besonderen Art erlebten jetzt zwei Bienenvölker von Steffen Behr aus Hoopte: Nachdem die Obstbaumblüte in der Vogtei Neuland vorüber war, brachte der Hobbyimker seine Tiere auf die weitläufige Hoffläche der Landwirtin und CDU-Kreistagsabgeordneten Andrea Röhrs in Sangenstedt.
"Ich wollte mal den Honig der Sangenstedter Feldmark probieren“, begründet Steffen Behr die verordnete Reiselust seiner Bienen. Darüber hinaus gebe es dort ausgedehnte Blühflächen, auf denen sich seine Völker tummeln, denn nach der Obstblüte gehe das Angebot für seine fleißigen Bienen in Hoopte sichtlich zurück.
Blühflächen werden im Rahmen der Agrarumweltprogramme des Landes Niedersachsen gefördert, um bedrohten Wildbienen sowie anderen Insekten und Wildtieren in der Natur zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen. "Viele andere Berufskollegen haben ebenfalls größere Areale ihres Ackers mit Blühmischungen eingesät, so dass 2019 laut Auskunft der Landwirtschaftskammer im Landkreis Harburg bereits 1.170 Hektar Blühflächen den Bienen und anderen Wildtieren zur Verfügung stehen. Der Flächenanteil hat sich über die letzten Jahre immer weiter erhöht“, freut sich Andrea Röhrs. "Auch wir Landwirte sind auf die Bestäuber angewiesen und haben ein Interesse daran, dass es ihnen gut geht“, so Röhrs.
Der Nutzen für die Natur sei beträchtlich, denn je mehr Blühinseln entstünden, umso besser sei die Vernetzung in der Landschaft und damit auch die genetische Austauschmöglichkeit der einzelnen Populationen untereinander. "Daher sind auch kleine Blühflächen in privaten Gärten oder auf öffentlichen Flächen sinnvoll und sollten noch mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden", sind sich Behr und Röhrs einig.
"Überhaupt gibt es noch viel mehr Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Imkern und Landwirten. Man muss sich nur aufeinander zu bewegen und Verständnis für die Sichtweise des jeweils anderen aufbringen“, betont Andrea Röhrs. Ein guter Einstieg dazu ist die neue "Bestäubungs- und Trachtenbörse“ (www.bauer-imker.de) im Internet. Dabei handelt es sich um ein Kooperationsprojekt der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), des Instituts für Bienenkunde in Celle, der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und der Softwarefirma IP SYSCON. Ziel ist es, die Blühflächen der Landwirte mit den Honigbienenvölkern der Imker zusammenzubringen. Sowohl interessierte Imker als auch Landwirte mit Blühflächen können sich in der Börse registrieren lassen. "Natürlich müssen die Auflagen der zuständigen Veterinärämter beachtet werden“, stellt Steffen Behr klar.
Behr sieht es als vollen Erfolg an, in diesem Jahr seine Bienen an den Blühflächen von Andrea Röhrs aufgestellt zu haben. "So kann ich die nahrungsärmere Zeit nach der Obstblüte im Sommer gut überbrücken", so Behr. "Der Honigertrag an den Blühflächen war sehr gut. Ein reich gedeckter Tisch für die Wildbienen nützt auch den Honigbienen, denn diese werden im nächsten Frühjahr wieder als Bestäuber in den Obstplantagen tätig."

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