Was passiert jetzt mit Bauplatz in Winsen?
Wende in der Planung

So sollte der Neubau aus der Vogelperspektive eigentlich aussehen. Doch diese Pläne sind vom Tisch Foto: Oertzen Projektentwicklung/BDS Architekten
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  • hochgeladen von Thomas Lipinski

Zu geringe Nachfrage: Projektentwickler hat Grundstück am BGS-Kreisel wieder verkauft

thl. Winsen. Faustdicke Überraschung für die Stadt Winsen: Die Realisierung des geplanten Wohn- und Geschäftshauses am sogenannten BGS-Kreisel ist geplatzt. Projektentwickler Jens-Peter Oertzen hat das dafür vorgesehene Areal vergangene Woche an einen Hamburger Investor und die Bremer Specht-Gruppe verkauft. Letztere ist bekannt für den Bau von Pflegeheimen und Seniorenwohnungen.
Eigentlich hatte Jens-Peter Oertzen ganz andere Pläne. Auf dem etwa 6.000 Quadratmeter großem Areal wollte er in 15 Monaten Bauzeit ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen lassen. Dieses sollte aus zwei dreigeschossigen Gebäuden (jeweils plus ein Staffelgeschoss) bestehen, die über ein eingeschossigen Zwischenbau miteinander verbunden sind. Im Erdgeschoss sollte Platz für Einzelhandel oder anderes Gewerbe sein. In den Obergeschossen sollten drei größere Flächen für Büros und Praxen vorgehalten werden. Auf weiteren 1.000 Quadratmetern waren 40 Ein-Personen-Appartments für junges Wohnen geplant, deren Warmmiete laut Oertzen unter 300 Euro pro Monat liegen sollte. Vertikale Windräder auf dem Dach sollten den Strom für eine Wärmepumpe liefern. Rund 15 Millionen Euro wollte der Projektentwickler dort investieren.
Doch die Vermarktung der Flächen, vor allem der Gewerbeflächen, gestaltete sich schwieriger als angenommen. "Bis auf einen Zahnarzt gab es kaum Anfragen", begründet Oertzen seine Entscheidung. Letztlich lag das wohl aber auch den - für Oertzen nachvollziehbaren - Auflagen, wonach sich dort nur Gewerbe hätte ansiedeln dürfen, das nicht mit dem Angebot in der Innenstadt kollidiert, um dort keine Kunden abzuziehen.
Statt Gewerbe weitere günstige Wohnungen zu errichten, war für den Projektentwickler keine Option: "Ich hatte befürchtet, dass dort ein sozialer Brennpunkt entstehen könne."
Was nun auf dem Areal gebaut wird, ist derzeit noch völlig offen. Denn die neuen Eigentümer waren bisher noch nicht bei der Stadt vorstellig. "Wir wissen nur durch den notariellen Kaufvertrag, der uns wegen eines möglichen Vorkaufsrecht zur Kenntnis vorgelegt wurde, von dem Eigentümerwechsel", sagt Stadtsprecher Theodor Peters. Da es für den Bereich einen Bebauungsplan gibt, würden die Parteien aber noch ins Gespräch kommen. Peters: "Mal sehen, was dann von der ursprünglichen Planung übrig bleibt. Wir hoffen, dass es möglichst viel ist."
Die weitere Erschließung des Grundstücks liegt noch in der Hand von Jens-Peter Oertzen. Diese soll 2021 abgeschlossen sein. Und auch an seinem Angebot für die Gestaltung des Kreisverkehrs mit einer "Winsen-Skulptur" (das WOCHENBLATT berichtete) will er weiter festhalten.

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