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Fußweg wird breiter, Fahrbahn schmaler: Sanierung der Harsefelder Herrenstraße beginnt Mitte März

Die Herrenstraße aus der Vogelperspektive. Foto: Martin Elsen
jd. Harsefeld. Für Autofahrer aus dem Stader Südkreis wird Harsefeld in den kommenden Monaten zu einem Nadelöhr: Im Ortszentrum wird voraussichtlich ab MItte März die Ortsdurchfahrt der L124 (Herrenstraße) in Richtung in Stade gesperrt. Grund ist eine umfassende Sanierung der Straße, bei der auch die im Boden liegenden Kanalisationsrohre und Versorgungsleitungen erneuert werden. Bei den Abwasserschächten müssen die Bagger immerhin bis zu einer Tiefe von 3,50 Metern buddeln. Entsprechend lange werden die Bauarbeiten dauern. Der Zeitplan sieht vor, dass die Herrenstraße erst Ende Oktober wieder komplett für den Verkehr freigegeben wird. 2019 erfolgt dann das gleiche Prozedere, wenn der zweite der beiden Abschnitte in Angriff genommen wird.

Damit zusätzliche Verzögerungen durch mangelnde Abstimmung zwischen einzelnen Baufirmen vermieden werden, ist der Auftrag für die gesamte Baumaßnahme an einen Generalunternehmer vergeben worden. Den Zuschlag hat in dieser Woche die Straßen- und Tiefbaufirma Wilhelm Henn aus Helmste erhalten. Da die Verlegung von Trinkwasser- und Gasleitungen nur zertifizierte Fachfirmen ausführen dürfen, werden diese Aufgaben von speziellen Subunternehmen übernommen.

Zunächst erfolgen die Sanierungsarbeiten im Bereich zwischen dem Kreisel "Im Sande" und der Rellerbachbrücke, danach geht es weiter bis zum Gierenberg. Die Ortsdurchfahrt bleibt während der gesamten Bauphase halbseitig befahrbar - allerdings immer nur aus Richtung Stade, egal auf welcher Fahrbahnseite die Bauarbeiter werkeln.

Für die Pendler von der Geest, die morgens nach Stade unterwegs sind, bedeutet das: den Wecker früher stellen. Ab Ahlerstedt wird eine weiträumige Umleitung über Kakerbeck, Bargstedt und Ohrensen bis zum Kreisel an der Linah eingerichtet. Eine innerörtliche Umleitung erfolgt in Harsefeld ab der Friedrich-Huth-Straße über die Ortsumgehung, den Kreisel an der Buxtehuder Straße und der Straße "Im Sande" bis zum dortigen Kreisverkehr. Eine weitere Option wäre es, über die Marktstraße und die Schulstraße auszuweichen. Dort dürfte der Verkehr gerade zu den Stoßzeiten erheblich ins Stocken geraten.

Die Straßenverkehrsbehörde will aber zunächst darauf verzichten, auf diesen innerörtlichen "Schleichstrecken" Halte- oder Parkverbotsschilder aufzustellen. Zunächst soll abgewartet werden, wie sich die Verkehrsströme in den ersten Tagen nach Einrichtung der Baustelle entwickeln.


Fahrbahn wird schmaler

"Die Herrenstraße erhält im unteren Bereich die gleiche Optik wie oben am Kreisel bei Geli", erläutert Rathauschef Rainer Schlichtmann. Auch die Friedrich-Huth-Straße sei in der gleichen Weise gestaltet. Damit Radfahrer keine dauernde "Berg- und Talfahrt" absolvieren müssen, werden bei den Auffahrten die Bürgersteige nicht abgesenkt, sondern mit schrägen Kantsteinen versehen, die quasi als Rampe im Mini-Format fungieren.

Mehr Platz erhalten Radfahrer und Fußgänger: Dort, wo Hauseingänge liegen, wird der kombinierte Fuß- und Radweg auf bis zu 3,60 Meter verbreitert. So soll verhindert werden, dass ein Passant, der das Haus verlässt, nicht mit einem Radler kollidiert. Das geht allerdings zu Lasten der Fahrbahnbreite: Diese betrug bisher 7,75 Meter und wird künftig auf 6,50 Meter reduziert. Beibehalten werden sämtliche Parkbuchten: "Die Anzahl der Stellplätze entlang der Herrenstraße wird sich nicht verringern", sagt Schlichtmann.

Der erste Bauabschnitt soll nach Angaben des Planers Rolf Rudorffer bis Anfang November fertiggestellt sein. So will man verhindern, dass das Weihnachtsgeschäft im Ort durch die Baumaßnahme beeinträchtigt wird.

Schlichtmann sichert zu, dass es ähnlich wie bei der Sanierung der Marktstraße regelmäßige Baustellen-Treffen geben soll. Auf diesen wöchentliche Treffen können sich die Anwohner über den Baufortschritt informieren und sich mit Anregungen einbringen. Vor Beginn der Bauarbeiten wird noch eine "Beweissicherung" vorgenommen: Ein Gutachter nimmt sämtliche angrenzenden Gebäude in Augenschein und dokumentiert für den Fall späterer Schadensersatzforderungen den Zustand sämtlicher Hausfassaden.