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Hollenbecker "Straßenraub": Am Ende siegt die Vernunft

Diese Kreuzung in Hollenbeck wird künftig "Chlodwig-Poth-Platz" heißen
jd. Harsefeld. Am Ende obsiegt die Vernunft: Der Streit um den sogenannten "Straßenraub" ist offenbar beigelegt. Seit zwei Jahren fechten Gemeinde und Grundeigentümerin eine juristische Auseinandersetzung um einen 50 Meter langen und drei Meter breiten Straßen-Streifen im Harsefelder Ortsteil Hollenbeck aus. Die Kommune hatte das Wegestück quasi durch die Hintertür enteignet und es gegen den Willen der Grundbesitzerin wie die gesamte Straße saniert. Nachdem Harsefeld vor Gericht unterlag, sollte der umstrittene Abschnitt in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden. Damit wären rund 65.000 Euro an Steuergeldern verschwendet worden.

Lange Zeit sah es so aus, dass die Angelegenheit völlig festgefahren ist: Die Eigentümerin bot an, von einer Vollstreckung des Urteils abzusehen - allerdings nur einer Bedingung. Die Straße "Buttermoor", zu der die in ihrem Eigentum befindlichen 150 Quadratmeter gehören, sollte nach dem 2004 verstorbenen Karikaturisten Chlodwig Poth benannt worden. Die Begründung: Poth habe in seinen Zeichnungen immer die Arroganz der politischen Klasse auf die Schippe genommen. Mit der Namensgebung solle ein Zeichen gegen Behördenwillkür gesetzt werden.

Doch die Harsefelder Politiker wollten von solch einem Ansinnen zunächst nichts wissen. Sie lehnten eine Umbenennung der Straße ab. Stattdessen sollte die Fahrbahn ein Stück an den nördlichen Rand verlegt werden - mit der Folge, dass drei alte Eichen der Säge zum Opfer gefallen wären. Nach der Intervention des Hollenbecker Heimatvereins kam wieder Bewegung in die Sache: Deren Vorsitzender übernahm sozusagen die Rolle eines Mediators und brachte tatsächlich einen Kompromiss zustande.

Die Einigung sieht folgendermaßen aus: Nicht die ganze Straße wird umbenannt, sondern nur der kleine Platz, an dem sich "Buttermoor" und "Am Brink" kreuzen: Er wird künftig "Chlodwig-Poth-Platz" heißen. Einen entsprechenden Beschluss fasste jetzt der Rat des Flecken Harsefeld. Damit ist die Geest-Gemeinde außer Frankfurt bundesweit der einzige Ort in Deutschland, der mit einem Straßenschild an den Mitbegründer des Satire-Magazins "Titanic" erinnert.