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In der Mitte der Gesellschaft leben

Thorsten Tillner und Heike Beate Papa präsentieren die Baupläne für das Wohnprojekt in Harsefeld
jd. Harsefeld. "Rotenburger Werke" errichten ihre erste Behinderten-Wohneinrichtung im Landkreis Stade. Menschen mit einem geistigen und/oder körperlichen Handicap soviel Unterstützung wie nötig und soviel Förderung wie möglich angedeihen zu lassen - damit ließe sich in knappen Worten die Arbeit der "Rotenburger Werke" umschreiben. Die Einrichtung des evangelischen Diakonie-Verbundes, die ihren Hauptsitz in der gleichnamigen Kreisstadt hat, bietet derzeit mehr als 1.100 behindertengerecht gestaltete Wohnplätze an fünf Standorten. Eine sechste Dependance wird nun im Landkreis Stade hinzukommen: Spätestens Ende Frühjahr soll in Harsefeld mit dem Bau eines Wohnprojektes begonnen werden. Das Gebäude liegt mitten im Ort und ist ausgelegt auf 24 Bewohner.

"Der Bauantrag ist gestellt", erklärt Thorsten Tillner, Vorstandsmitglied der "Rotenburger Werke". Er rechnet damit, dass in Kürze die Bagger anrücken. Dort, wo der zweiteilige, aus einem Wohnbereich und einer Tagesförderstätte bestehende Gebäudekomplex errichtet wird, steht derzeit noch ein altes Schulhaus mitsamt Nebentrakten. Erste Überlegungen, Teile dieses rund 100 Jahre alten Bauwerks in den Neubau zu integrieren seien schnell verworfen worden, so Tillner: "Wir hätten die Gestaltung der Innenräume nicht so hinbekommen, dass dies in unser Konzept passt."

Kern und zugleich optischer Blickfang der neuen Anlage, deren Fertigstellung im Sommer 2015 geplant ist, wird ein zweistöckiger Rundbau sein. Dessen (multi-)funktionaler Zweck lässt sich durch die Begriffe Betreuung, Begleitung und Begegnung verdeutlichen: Neben den Therapieräumen, in denen bis zu 19 behinderte Menschen entsprechend ihrer Bedürfnisse gefördert werden, gibt es zwei Übungsräume für den Harsefelder Spielmannszug und einen großen Gemeinschaftsbereich, in dem auch Veranstaltungen ausgerichtet werden können.

Um diesen Zentralbau fügt sich L-förmig der Wohntrakt. Dieser besteht überwiegend aus Einzelzimmern, die dann wiederum zu kleinen Wohngruppen mit Gemeinschaftsräumen zusammengefasst sind. "So ist einerseits die Privatsphäre gewährleistet und andererseits bietet sich die Chance, den Kontakt zu den Mitbewohnern zu pflegen", erklärt Tillner. Die Lage in der Harsefelder Ortsmitte sei ideal: "Wir möchten unsere Einrichtung in das gesellschaftliche Leben des Ortes integrieren."

Besonders freut sich Tillner auf die Kooperation mit dem Spielmannszug: "Das wird bestimmt eine tolle Sache, wenn Menschen mit und ohne Behinderung über den Spaß am gemeinsamen Musizieren zusammenfinden." In den Wohneinrichtungen der "Rotenburger Werke" leben bereits heute 60 Menschen aus dem Landkreis Stade. Mit dem Projekt in Harsefeld erhalten Behinderte aus der Region zwischen Este und Oste nun die Möglichkeit, näher bei ihren Familien zu wohnen.

• Die "Rotenburger Werke" möchten ihr Projekt den Anwohnern vorstellen: Am Mittwoch, 29. Januar, um 18.30 Uhr wird das Vorhaben während eines Infoabends im Hotel Meyer präsentiert.